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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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Französische oder

Französische oder Spanische (oder beides) beherrschen. Ob und evtl. inwieweit sich diese Zweisprachigkeit auf das Verhalten der Sprecher auswirkt, vermag ich nicht zu sagen. Ich gehe von einigen heutigen Standardformen des Bask. aus. – „Ich gehe“ heißt z. B. „(ni) noa“. Analyse: ni = Nennform/Absolutiv (nach Kintana et al. [1984], XXVII-XXXII: „nominatiboa“) „ich“; in noa signalisiert das n- ebenfalls die 1. Pers. Singular des Verbs joan (Nennform; Aussprache ~ wie span. Juan); 41 Stamm: oa. Das Subjektpronomen kann fehlen (vgl. span. [yo] voy.) Es gibt im Baskischen nur noch wenige synthetisch konjugierte Verben. Die Großzahl der Verben wird analytisch konjugiert, d. h. ein prädikatives Verb besteht aus einem Partizip + einem Flexionskomplex, z. B. „ich gehe (hinauf)“: (ni) igoten naiz, das folgendermaßen analysiert wird: igo „(hinauf)gehen/(hinauf)gegangen“; ­ten Partizipialsuffix des Präsens; naiz 1. Pers. Sing. (vgl. oben n- in noa) zum Infinitiv (zugleich Partizip Perfekt) izan (einem unregelmäßigen [„irregulären“] „verbum substantivum“); vgl. deutsch sein; vgl. zu dem ganzen Satz formal das engl. „I am going“). Infinitive / Partizipien Perfecti haben im Bask. zumeist die Struktur Präfix (z. B. i-) + Stamm + Suffix (z. B. ­n). Affixe können u. U. als Nullformen auftreten. Die Analyse weicht syntaktisch formal nicht von der eines dt. intransitiven Verbs ab. – Ein einfaches bask. intransitives Verb hat die Grundstruktur Subjektpraefix + Verb. Anders bei den im Dt. transitiv genannten Verben. Auch hier werden nur wenige Verben synthetisch konjugiert. – Beispiel: dakusat „Ich sehe es“: d- „es“ („nominatiboa“); -kus- Stamm des Verbs ikusi „sehen“; -t „ich“ (Ergativ), also ~ „es-seh-ich“. Die Stellung der pronominalen Einheiten im Flexionskomplex der weit häufigeren analytischer Verben entspricht der eines synthetischen Satzes: ni-k gutuna ikusten dut „Ich sehe den Brief“). – Analyse: [1] ni (s. oben); ­k Ergativsuffix; gutun „Brief“ (Nennform/Absolutiv/“nominatiboa“); bat „ein(s)“ usw.; [2] der Flexionskomplex (hier: dut) enthält die Elemente d- Absolutiv-/„Nominatiboa“-Affix (korrrespondiert mit gutun); ­t Ergativaffix, korrespondiert mit nik (1. Pers. Sing.). – Der Flexionskomplex hat die Grundstruktur Nominatiboa-Praefix + … + Ergativsuffix. In der dritten Person Sing. wird der Ergativ nicht angezeigt. „Er sieht“: dakusa; im Flexionskomplex du (Nominatiboa-Praefix + … + Ø). Im Plural 41 Die Betonung liegt häufig (aber nicht immer) auf der zweiten Silbe des Wortes. Die meisten Sprachen akzentuieren die 1., 2. oder 3. Silbe vom Wortende her gerechnet. Das Burúšaski hat auch den Akzent auf der 2. Silbe vom Wortanfang her gezählt. 40

erscheint nur das Pluralzeichen dakusate bzw. ikusten dute („sie sehen [es]“; vgl. „es läßt [sich] sehen“). Im Präteritum tritt im Bask. eine Umstellung ein: Der ‚intransitive‘ Satz behält die Reihenfolge von Pronomen und Prädikat wie im Präsens; vgl. noa „Ich gehe“ vs. nin-j-oa-n / nin-d-oa-n „Ich ging“ (n-[i-n]- Präfix der 1. Pers. Sing., ­n Präteritalsuffix) bzw. igoten nintzen „Ich ging (hinauf); vgl. „I was going“ (n-in-tz-e-n „Ich war“ zum Infinitiv / Partizip Perfekt izan). In der Ergativkonstruktion findet sich die Abfolge n-u-en „Ich hatte“ (n- Präfix der 1. Pers. Sing., vgl. dagegen das ­t-Suffix des Präsens d-u-t „ich habe“; der mit dem d-Präfix des Präsens korrespondierende „Nominatiboa“ der 3. Pers. Sing. entfällt. – 3. Pers. Sing.: zuen „er hatte“ (z- Ergativpräfix; keine Markierung des „Nominatiboa“. – Für eine synthetische Verbform gilt das gleiche: Präsens dakusat „ich sehe [es]“, Präteritum nekusan (n- ist Ergativpräfix); 3. Pers.: dakusa „er sieht“, 3. Pers. zekusan (z- Ergativpräfix); keine Markierung des „Nominatiboa“. – Vergleiche zur Umstellung gegenüber der Reihenfolge des Präsenz den Stellungswechsel im nicht-ergativischen Semitisch-Hamitischen (vgl. arab. بﺘﮐأ aktubu „ich schreibe“ vs. تﺑﺘﮐ katabtu „ich schrieb / ich habe geschrieben“). In komplexeren Sätzen, die im Deutschen u. a. ein Dativ-‚Objekt‘ haben, weist der Flexionskomplex im Bask. die entsprechenden Pronominalformen auf. – Beispiel: Adiskideak 42 niri/neri gutunak idazten dizkidate „Die Freunde schreiben mir Briefe“ – adiskide „Freund“, ­a bestimmter Artikel, -k Plural-, hier zugleich Ergativindikator, niri „mir“, d-i-z-ki-d-a-te: d- „Nominatiboa“ (s. oben), ­z- „Nominatiboa“-Plural, ki- ursprünglich Dativindikator (nach dem Pluralmorphem obligatorisch, so daß der Plural heute nach dem Sprecherempfinden durch die Kombination ­zki- signalisiert wird, wenn ein Dativ folgt), ­d- Dativ 1. Pers. Sing. (vgl. oben ­t), ­te Ergativ, 3. Pers. Plural. Ich will die vorstehende Diskussion noch einmal in abstracto vorführen: Ein dem transitiven deutschen Satz entsprechender einfacher Satz des Bask. zeigt im Präsens die Reihenfolge N + Verbstamm + E bzw. einen Flexionskomplex aus N + … + E [E = Ergativ, N = „Nominatiboa“], wobei sich die pronominalen Komponenten z. T. formal von den Pronominal- 42 Adiskide-a-k ist mehrdeutig: Ergativ Sing., Absolutiv (Nominatiboa) Plur. oder Ergativ Plur. Im Plural ergibt sich der Zusammenfall der beiden Kasus dadurch, daß das Pluralsuffix ­k und das Ergativsuffix ­k zusammenfallen. Im Plural kann die Entfernung des Gegenstands zum Sprecherstandpunkt unterschieden werden: mendi („Berg“; Nennform, z. B. im Wörterbuch), mendia (Nennform mit/ohne Artikel: „(der) Berg“, mendiak „(die) Berge“, mendiek „(die) Berge hier / in der Nähe“, mendiok „(die) Berge dort“ (vgl. Kintana et al. 1984, XXVII). 41

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