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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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formen des vorangehenden

formen des vorangehenden Satzteils unterscheiden (vgl. ni/nik vs. ­t oder für die 3. Person z. B. hau/honek vs. d-; vgl. Kintana 1984, XXIf; vgl. die Kasusformen im Dt.: ich/mich, er/ihn). Eine Besonderheit läßt mich zögern, die (baskische) Ergativität mit einer Subjekt-Objekt-Struktur gleichzusetzen. In der 3. Pers. Sing. Präsens erscheint der Ergativ im Flexionskomplex nicht; das „Objekt“ (der „Nominatiboa“) ist aber obligatorisch. – Im Deutschen kann man sagen: „Er ruft“ (ohne Objekt) und „er ruft sie“. Im Bask. kann es in der üblichen Stellung nur heißen: „sie ruf-“. Erklärt man den Ergativ als Subjekt, fehlt in dieser Konstruktion im Gegensatz zur deutschen Struktur das Subjekt, aber der „Nominatiboa“ (z. B. d-) ist im Bask. obligatorisch, auch in Fällen, in denen es (im Dt.) kein Objekt gibt (vgl. dakusa „er/sie/es sieht“ oder „er/sie/es sieht ihn/sie/es“; vgl. „es läßt [sich] sehen“). In einem Satz mit explizitem „Nominatiboa“ (vgl. oben adiskeak) erscheint das pronominale Pendant nicht im Flexionskomplex (zum Plur. te- s. oben). Eine typische Erscheinung im Bask. ist die in praktischen Grammatiken oft „reflexiv“ genannte Konjugation bzw. Satzstruktur (vgl. die reflexive Struktur im Spanischen; dem ptg. „isso não se faz“ entspricht ein dt. „das tut man nicht“ mit einem Objekt anstelle der ptg. Subjektstruktur; vgl. hierzu Ammann 1993). Die Linguistik spricht vor allem in Bezug auf das Skt. und klassische Griech. vom „Medium“, weil die entsprechende Struktur sowohl an Aktiv- als auch Passivstrukturen beteiligt ist, also zwischen ihnen steht (vgl. u. a. Kemmer 1993). In gewisser Hinsicht kommt der Ergativ dem Medium der alten idg. Sprachen nahe. Im Griech. ist die Grenze zwischen Aktiv und Medium-Passiv oft verwischt (vgl. πίνω „ich trinke“ [Präsens, Aktiv] vs. πίοµαι „ich werde trinken“ [Futur, funktional Aktiv, formal Medium/Passiv; vgl. dt. „ich trink mir eins“]. Poeschel (1954, 132) sieht im griech. Medium einen Übergang zwischen Aktiv und Passiv: „ich schlage“ vs. „ich schlage mich“ / „ich lasse mich schlagen“ vs. „ich werde geschlagen“. Ähnlich könnte eine Ergativstruktur interpretiert werden: „Peter schlägt Paul“ vs. „Paul läßt sich von Peter schlagen“. – Läßt Wut das Herz heftiger schlagen, oder steigert der Herzschlag die Erregung? Griech. θυµς („Gefühl, Leidenschaft, Herz, … ist mit lat. furor verwandt; vgl. Pokorny 1959, 269; vgl. auch Stemich Huber 1996, 65f). – Im Griech. wird der Täter bei einer Passivstruktur als präpositionaler Genitiv (mit Lokativ-/Ablativ-Funktion) eingeführt: π ~ „von unten her“, „unten“, „unter“; dt. „von“. – In manchen Kulturen bzw. Sprachen wird nicht exakt zwischen aktiver Handlung und passiv-medialer Behandlung unterschieden. 42

Beispiele zum Bask.: (zuri) ahaztu zaizu „se te ha olvidado“ („du hast es vergessen“; vgl. „es ist dir entfallen“) – zuri (Dativ zu zu „du“); ahaztu „vergessen“ (Infinitiv, Partizip Perfekt), zaizu: z- 3. Pers. Sg., -i- Dativindikator, ­zu 2. Pers. Sg.. – (guri) joango zaizkigu „se nos irán“ (vgl. dt. „die laufen uns weg“); guri (Dativ zu gu „wir“); joan „gehen“, ­go Futursuffix, z- 3. Pers. + ­z- (3. Pers.) Plur., ­gu 1. Pers. Plural dativischer Funktion (vgl. ­ki-). – Vgl. (neri) ahaztu zait esan didazuna „Ich habe vergessen / Mir ist entfallen, was du mir gesagt hast [das du mir Gesagte]“; neri (Dativ zu ni „ich“); esan „sagen“, d- 3. Pers. Sing. („Nomiatiboa“), ­da- 1. Pers. Sing., entspricht einem dativischen Objekt im Deutschen (vgl. ­i-), ­zu- 2. Pers. Sing. (Ergativ), ­n- Relativ(adjektiv)suffix, ­a Artikel als Substantivierungssuffix. – (Vgl. oben dakusa „es läßt [sich] sehen“.) Insgesamt nimmt die Ergativstruktur eine Mittelstellung zwischen den Aktiv- und Passivstrukturen der Subjekt-Objekt-Sprachen ein. Etliche Sprachen zeigen eine Mischkonstruktion aus Aktiv- und Ergativformen. Im Sumerischen wurden Personalpronomina der 1. und 2. Pers. im Präsens und Futur aktivisch, die 3. Pers. ergativisch konstruiert (vgl. die Diskussion um den „split ergative“ im Sumerischen; vgl. Edzard 2003, bes. 90f; vgl. zum Sumerischen u. a. http://de.wikipedia.org/wiki /Sumerische_Sprache#Ergativit.C3A4t; vgl. u. a. http://www.uni-leipzig.de /~muellerg/mu201.pdf). Gewiß erfährt man sich und andere Menschen vorwiegend als Handelnde. Sachen dagegen werden behandelt; ihnen widerfährt eine Behandlung. Aber was als „handeln“ gilt, ist Ansichtssache (nach Lenkersdorf gilt „gehen“ bei den Tojolabal nicht als Handlung, sondern als „Erlebnis“). Tiere tun etwas, handeln; jedenfalls scheint es uns (Aktivsprecher) so, weil wir aus unserer Perspektive denken, daß wir handeln. Traut man ihnen keinen Willen zu, geschäh etwas mit ihnen … ergativisch. – Stellen wir uns einen großen Ball vor, der an einem langen Seil von der Decke herabhängt. Ich stoße den Ball an (eine Handlung), der Ball schwingt hin und zurück: Syntaktisch tut er etwas: er schwingt („Der Ritter schwang sein Schwert“). Handelt er? Wir trauen ihm aus außersprachlichen Gründen nicht zu, daß er „handeln“ kann, wohl aber dem Ritter. Indo-arische Sprachen Nord(west)-Indiens, z. B. Hindī/Urdū, konjugieren ihre Verben im Präsens nach idg. Tradition in der vom Deutschen her bekannten Subjekt-Objekt-Struktur. – Beispiel: ÆçÈÞ dekhnā „sehen“. ÎëÙÈ ¸Ð ÆçÄÞ Ùè Mohan ghar dekhtā hai „Mohan sieht ein/das Haus“. Im Perfekt wird die Konjugation ergativisch (vgl. den „split ergative“, hier 43

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