Aufrufe
vor 4 Jahren

Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

temporal): ÎëÙÈ Èç

temporal): ÎëÙÈ Èç ¸Ð ÆçÞ Mohan ne ghar dekhā (Perfekt; vgl. das passé simple) „Mohan sah ein Haus / hat ein Haus gesehen“. Die Partikel ne signalisiert eine Art Instrumental. 43 Der Satz kann als „es ist von mir gesehen“ interpretiert werden. Nehmen wir an, daß das dt. Objekt (hier: „Haus“) im Hindī-Perfekt Subjekt wird (vgl. den „Nominatiboa“), dann richtet sich das Verb nach ihm (¸Ð ghar ist masculin, das Verb ÆçÞ ebenfalls). ÎëÙÈ Èç ßµÄÞÌ Æçà Mohan ne kitāb dekhī (feminin, kongruent mit kitāb): „Mohan sah das/ein Buch“. Das ‚Objekt‘/‚Subjekt‘ (?) kann in bestimmten Fällen (z. B., wenn Personen benannt werden) die Postposition µë (ko, meist Dativpostposition; vgl. span. veo a mi amigo „ich sehe meinen Freund“; vgl. Reiß 1964, 263f) erhalten; dann verschwindet im ‚Ergativ-Perfekt‘ die Konkordanz. Das Verb bleibt in der maskulinen Form, die hier wohl als Neutralform zu deuten wäre (vgl. McGregor 1972, 71f; im Hindī gibt es kein Neutrum): ÎëÙÈ Èç ©È ÒüßµÏëåÚ ÆçÞ Mohan ne un laṛkiyõ dekhā „Mohan sah die Mädchen“. Hier kann man schwerlich von einem Subjekt sprechen. In solchen Sätzen gibt es formal einen Ergativ und einen ‚Dativ‘, aber keinen ‚Nominativ‘. These constructions have evolved from constructions in the earlier language which showed inflected agentive forms in initial sentence position, and past participles in concord with non-initial grammatical subjects, in other words, constructions which expressed ‘he wrote a book’ as ‘by him the book was written’. (McGregor 1972, 71 1 ) Da das Verb im Perfekt (und andere von ihm abgeleitete Tempora) mit Hilfe des (bei transitiven Verben ursprünglich passivischen) Partizips Perfekt gebildet wird (vgl. „hat gekauft“ vs. „wird gekauft“), rückt die Ergativstruktur des Hindī nahe an das Passiv heran. Die angeführte Ergativkonstruktion ist aber kein Passiv (s. unten). Man könnte spekulieren, daß solche Formen aufkamen, um die komplizierte Unregelmäßigkeit der Perfektbildungen altindischer Verben zu vermeiden, als diese Sprachstufe allmählich zu Ende kam, zumal die Autoren z. T. nicht indo-arischer Muttersprache waren. In der geographischen Nachbarschaft der Himalayaregion gibt es Ergativsprachen. Drückt(e) der Wechsel etwa eine unterschiedliche Einstellung zur Realität aus? Jetzt, in der Gegenwart, handelt der Mensch („ich tue etwas“); ein Prozeß wird vielfach als von Dauer, d. h. als „Zustand“, geschildert. In der Vergangenheit kann man nicht (mehr) handeln, dort ist geschehen (Perfekt), was getan wurde. Der Prozeß ist 43 Der ‚Nominativ‘ des Pronomens der 1. Pers. Sing. Îè åÚ (mãĩ) geht übrigens auf einen altindischen Instrumental (skt. mayā) zurück. Die 1. Pers. Sing. scheint besonders ausgezeichnet zu werden (vgl. bask. ni vs. ­t im Flexionskomplex). 44

vorbei; der handelnde Mensch steht nicht mehr (als Subjekt) im Mittelpunkt (vgl. evtl. auch die ‚passiv[istisch]e‘ Haltung der buddhistischen Philosophie). I went to the cinema of my own free will, because I decided that my wife would choose which film we were going to, just as she determines everything. (Rakover 2007, 43) Neben dem Aktiv und dem Ergativperfekt gibt es in den modernen indoarischen Sprachen auch ein Passiv, z. B. ÎëÙÈ Øç ¸Ð ÆçÞ ·ÏÞ Mohan se ghar dekhā gayā „das Haus wurde von Mohan gesehen“ (·ÏÞ gayā ist das unregelmäßige Partizip Perfekt des Verbs ¼ÞÈÞ jānā „gehen“; mit diesem Verb wird auch das Passiv gebildet); analog im Präsens: ÎëÙÈ Øç ¸Ð ÆçÞ ¼ÞÄÞ Ùè Mohan se ghar dekhā jātā hai („… wird …“). – Übrigens ist das Partizip Perfekt in etlichen Aktivsprachen auch bei transitiven Verben kaum mehr als passivisch einstufbar; es ist diathesenindifferent. Das ‚zusammengesetzte‘ Perfekt auch transitiver Verben wird im Hindī z. B. mit dem Partizip + einer personalen Form des Verbs ÙëÈÞ (honā „sein“) gebildet: ÆçÞ Ùè (dekhā hai *„ist gesehen“ vs. dt. „hat gesehen“). 3. Variationen über Sprachstrukturen und Verhalten Die sog. Ergativstruktur kann ‚zwischen‘ der Aktiv- und Passivstruktur von Subjekt-Objekt-Sprachen eingeordnet werden. Je nachdem, ob sie (vgl. das „Medium“) näher an die eine oder die andere Kategorie (an das eine oder andere „Genus verbi“) angelehnt wird, kann eine Ergativsprache auf zweierlei gegensätzliche Weisen interpretiert werden und wird auch von Linguisten unterschiedlich gedeutet. Manche sprechen trotz des oben erwähnten formalen Unterschieds von einer Passivstruktur, wenn sie die Ergativstruktur meinen (vgl. z. B. Entwistle 1936 zum Baskischen; Lambert 1971, 88f, zum Gujarātī). Es gibt in den Sprachen der Autoren (Engl., Dt.) keine Analogie zum Ergativ. Eine Gleichsetzung mit dem Passiv idg. Sprachen verfehlt die Natur der Ergativstruktur. Bei einer Passivstruktur wird zwar nach gängiger Auffassung u. U. eine Handlung genannt (vgl. „geschlagen werden“ zu „schlagen“), aber im Grunde fehlt ein Handelnder. Die Verursacher erscheinen z. T. in einer Art Lokativposition (vgl. griech. π „unter“, engl. by, hindī Øç se, dt. „von“; vgl. oben zum bask. ­t). In den modernen idg. und semit. Sprachen gibt es für gewöhnlich eine „Nennform“ der Nomina, die, worauf der Name hindeutet, gebraucht wird, wenn man ein Wort aufruft oder in ein Wörterbuch einträgt (vgl. Buch, 45

Abschied von Hans J. Vermeer - Fachbereich Translations-, Sprach ...
Hans J. Vermeer Postkoloniale Politik und literarisches Übersetzen
Literaturangaben Arbeitsbibliothek Hans J. Vermeer
Hans .J. Vermeer Die Aufhebung der Translatiou
Fächerübergreifendes Lehrangebot - Fachbereich Translations ...
Wie geht es weiter im „alten“ BA? - Fachbereich Translations ...
Translation als Kreolisierung - Fachbereich Translations-, Sprach ...
Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft ...
Laudatio - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Erfahrungsbericht - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Studienschwerpunkte - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Modulhandbuch - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Prüfungsordnung für den "neuen" - Fachbereich Translations ...
Bachelorstudiengang Sprache, Kultur, Translation - Fachbereich ...
Polnisch - Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft
Modulhandbuch - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Translation als Schlüsselbegriff der Interdisziplinarität - Fachbereich ...
Paul Hillery - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Prüfungsordnung BA SKT - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Modulhandbuch für MA SKT Spanisch - Fachbereich Translations ...
Teilnahmeformular - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Memoiren von Russlanddeutschen - Fachbereich Translations ...
Programm - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Von Ost nach West - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag - Fachbereich Translations ...
Prüfungsordnung MA SKT - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Modulhandbuch BA (Stand März 2010) - Fachbereich Translations ...
Muttersprachlicher Unterricht - Fachbereich Translations-, Sprach ...
Deutsch - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...
Kataloge des FTSK und Ausleihe - Fachbereich Translations ...