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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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Name, Wald). Diese

Name, Wald). Diese Nennform dient als Subjektform (oder die Subjektform als Nennform; vgl. „das Buch steht auf dem Tisch[e]“) und wird dann „Nominativ“, also Nennform, genannt. In manchen Sprachen bekommt der Nominativ kein Kasusaffix (vgl. dem gegenüber den Genitiv „des Buch[e]s“ und den Dativ „dem Buche“; das ­e-Suffix ist im Deutschen zur Kennzeichnung des Dativs immerhin noch möglich; vgl. zum Nominativ aber z. B. lat. amic-us „Freund“). In einer Ergativsprache wird das dt. Subjekt eines im Dt. ‚intransitiven‘ Verbs (z. B. in dem Satz „Ich gehe“) durch einen oft „Absolutiv“ genannten Kasus ausgedrückt, d. h. ähnlich dem Dt. durch eine affixlose, also nicht-markierte Form bzw. Null-Markierung, die hier wie dort der üblichen Nennform der Wörterbücher formgleich ist und somit gewöhnlich Nominativ genannt wird (vgl. bask. nominatiboa). 44 – In älteren idg. Sprachen, z. B. Latein, Griechisch und Sanskrit, gibt es z. T. keine affixlose Form in der Nominaldeklination. Im Dt. (usw.) steht auch das Subjekt eines transitiven Satzes („Der Leser nimmt das Buch zur Hand“) im affixlosen Nominativ. Der Nominativ gilt als Subjektkasus. Das direkte Objekt steht in solchen Sätzen im Akkusativ, dessen Form sich im Dt. wenigstens noch bei einigen Sprechern/Schreibern vom Nominativ unterscheiden läßt. 45 Indirekte Objekte stehen evtl. im Dativ („Der Fremde sieht dem Bauer[n] zu“ 46 ). In der Artikeldeklination treten die Kasūs deutlich hervor. In den alten idg. Sprachen (Skt., Griech., Lat.) entspricht der Nominativ der Neutra dem Akkusativ (so herum!), mit anderen Worten: Sie hatten ursprünglich anscheinend keinen Subjekt-, sondern nur einen Objektkasus. Eine Sache handelt nicht; sie wird behandelt. In Ergativsprachen steht, wie oben dargelegt, der Ausdruck, der in Aktivsprachen Subjekt genannt wird, im sog. „Ergativ“, d. h. in einer affigierten Form, die von der üblichen Nennform abweicht, während die affixlose Nennform, die in einem ‚intransitiven‘ Satz als Subjektform fungiert, in Ergativsprachen den Satzteil vertritt, der in Aktivsprachen (direktes) Objekt genannt wird. Es gibt also einen formalen Unterschied zwischen Nenn- oder Subjektform intransitiver Sätze und Ergativ- und Nenn- 44 Im Baskischen ‚nennt‘ man ein Substantiv heute meistens mit dem suffigierten ‚bestimmten Artikel‘, der im Wörterbucheintrag fehlt: adiskide „Freund“ vs. adiskidea „(der) Freund“; nominatibo-a. 45 Es kommen neuerdings auch hyperkorrekte Formen auf, z. B. des Autoren statt des Autors, den Autoren (Akk. Sing.) statt den Autor. 46 Vgl. Kessler (1955), z. B. „Der Arzt zieht (zog) sich an und geht (ging) mit dem Bauer [!] durch den tiefen Schnee“ (ib. 6) usw. 46

form von Sätzen, die in Aktivsprachen transitiv genannt werden (Beispiele s. oben). Zwei Interpretationen bieten sich an (ich exemplifiziere am Baskischen; s. oben): [1] nik (ni-k) affigiertes „Subjekt“ zu einem ‚transitiven‘ Verb; gutun affixloses „Objekt“ bei einem ‚transitiven‘ Verb („Ich schreibe einen Brief“), oder [2] nik affigierter Ergativ, bei dem (durch den?) etwas geschieht (das korrespondierende Suffix im Funktionskomplex ­t der ersten Person ist möglicherweise aus einem demonstrativen Lokativ entstanden; vgl. Schwerteck 1984); gutun affixloser „nominatiboa“/“Subjekt“, das etwas (mit/an/… sich) geschehen läßt (s. oben zum sog. Medium). Wird die Analyse [2] gewählt, so könnte (müßte?) auch das Tojolabal analog interpretiert werden, also nicht „ich sage, …“, sondern „(bei) mir (usw.) geschieht ein Sagen, …“; „lasse mir (von X) sagen“ (vgl. „es wortet sich [in] mir“). Also keine von einem Subjekt ausgehende Handlung, sondern ein Geschehen(lassen) bei jemandem/etwas. Andererseits könnte (als dritte Interpretation) versucht werden, eine Ergativsprache, hier z. B. das Bask., auf Lenkersdorfs Weise darzustellen: Igoten naiz würde dann zu „ich erlebe den Hinaufgang“ und „Ich schreibe, der Brief liegt vor / der Brief erlebt es“ usw. Seltsam, letztere Interpretation traut man den (früher hätte man ohne Gewissensbisse gesagt: „wilden“, „barbarischen“ oder „rohen“) Tojolabal, nicht aber unseren baskischen Nachbarn zu. Dabei gebärden sich die Tojolabal nach Lenkersdorfs Schilderung doch weit ‚gesitteter‘ als wir selbst (s. unten). – Die Frage, welche Analyse die ‚richtige‘ sei, kann die Linguistik nicht entscheiden. Was macht einen Satzteil zum grammatischen „Subjekt“? Die affixlose Form an sich kann es nicht sein (vgl. lat. amic-us). Für eine Entscheidung steht eine formale Definition (z. B.: Der affixlose Nominativ oder allgemeiner: der als Nominativ behauptete Kasus kennzeichnet das Subjekt) gegen eine funktionale Definition in unbegründbarer Analogie zu Aktivsprachen (Der Ergativ markiert das Subjekt). Während Lenkersdorf Ergativsprachen als ‚objektlos‘ beschreibt, besteht für Edzard (2003, 81, zum Sumerischen) und anscheinend für die meisten Linguisten kein Zweifel, daß der Ergativ das Subjekt und der Absolutiv das Objekt bezeichnet. – Lenkersdorf hatte intransitive Konstruktionen des Tojolabal als „Erlebnis“-Aussagen gedeutet. Sein Beispiel „gehen“ (vgl. „ich gehe“) sei nicht Ausdruck eines Tuns bzw. einer Handlung, sondern eines Erlebens des Subjekts. Empfinden die Sprecher von Ergativsprachen so? – Linguistische Analysen sind letztlich nicht begründbar (s. unten zum Recht und Gesetz, das „gesetzt“ ist). 47

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