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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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Ziel und Zweck der

Ziel und Zweck der Vorlesung In dieser Vorlesung spreche ich nur indirekt über das Dolmetschen und Übersetzen (die „Translation“) 1 . – Das Pronomen der 1. Pers. Sg. zu verwenden scheint mir noch immer ungebührlich. Aber es ist so kurz, bequem und scheinbar deutlich. Auch sich selbst zu zitieren erscheint unpassend. Tue ich es nicht, kann man mir vorwerfen, ich wiederholte heimlich längst Geschriebenes, plagiierte mich sozusagen selbst. Im übrigen wiederhole („iteriere“; s. unten) und variiere ich auch in dieser Vorlesung manches, das ich schon früher geschrieben habe. Vollständigkeit kann nicht angestrebt werden. Zitate streue ich ein, um bestätigen zu lassen, was längst gewußt wird, aber auch, um andere Meinungen einzubringen. Verweise auf andere Publikationen bleiben unvollständig. Zitate aus fremden und eigenen Veröffentlichungen besagen nicht unbedingt, daß ich mit dem jeweiligen Werk als ganzem einverstanden bin. Nicht in allen Fällen stelle ich meine Meinung explizit dagegen; aus dem Kontext müßte aber ersichtlich werden, ob, wo und inwieweit ich (nicht) einverstanden bin. Ich werde versuchen, hier und da auch ‚neue‘ Gedanken einzubringen, damit es mir nicht wie John Lockes (1632-1704; [1700] 2 1975, 714 [4.20.11]) Professor geht. Would it not be an insufferable thing, for a learned Professor, and that which his Scarlet [seine Würde] would blush at, to have his Authority of forty years standing wrought out of hard Rock Greek and Latin, with no small expence of Time and Candle, and confirmed by general Tradition, and a reverend Beard, in an instant overturned by an upstart Novelist? Can any one expect that he should be made to confess, That what he taught his Scholars thirty ears ago, was all Errour and Mistake; and that he sold them hard Words and Ignorance at a very dear rate? What Probabilities, I say, are sufficient to prevail in such a Case? And who ever by the most cogent Arguments will be prevailed with, to disrobe himself at once of all his old Opinions, and Pretences to Knowledge and Learning, which with hard Study, he hath all this Time been labouring for; and turn himself out stark naked, in quest a-fresh of new Notions? 1 Einstweilen gebrauche ich Termini, ohne sie eingehend vorzustellen. Eine genauere Besprechung erfolgt im zweiten Teil der Vorlesung. Deutschen Ausdrücken füge ich oft die in den Wissenschaften üblichen Fachtermini bei. Termini sind Namen. Es gibt Menschen, die sich und anderen im Laufe der Zeit neue Namen zulegen. Die Fachtermini, die ich in meiner Vorlesung gebrauche, sind zeitbedingte Möglichkeiten. 2 Angaben in eckigen Klammern geben das Erscheinungsjahr der ersten mir bekannten Auflage an. 4

Und es ist kaum ein kleiner Trost, wenn der Autor (ib. 719 [4.20.18]) zusätzlich anmerkt: There is no Error to be named, which has not had its Professors. Als allgemeine Einführung in die Translationswissenschaft, besonders der letzten 50 Jahre, empfehle ich Erich Prunč (2007), auch das mit zahlreichen Beispielen gespickte Buch von Sergio Viaggio (2004 [spanisch] bzw. 2006 [englisch]). Zum Thema Kultur und Translation vgl. den Überblick bei Loogus (2008). Eine interdisziplinäre Perspektive der Translation stellt Dizdar (2006) vor. Dem Dolmetschen werden von Bahadır (2007) neue Wege gewiesen. Ein erster Versuch zum Thema der hier vorgelegten Vorlesung findet sich in Vermeer (2003; ausführlicher in Vermeer 2006a; 2006b). Ältere Literatur zu einzelnen Kapiteln und zahlreiche Bemerkungen, die als Vorarbeit zu den unten zu erörternden Themen betrachtet werden können, finden sich u. a. in Vermeer (1986a). Ich versuche, mich in mehreren Fächern („Disziplinen“) umzusehen. Das meiste von dem, das hier vorgetragen wird, ist zumindest in anderen, jeweils sachverständigeren Disziplinen bekannt … und umstritten. Bei der Fülle verfügbarer Publikationen kann jede Literaturangabe nur einen mehr oder minder zufälligen Fund vermerken. Es gibt Moden, auch in der Wahl von Themen. Das Fach Translationswissenschaft ist bisher noch ge- und zerspalten. Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts beklagte Delabastita (1991) diese Lage und forderte mit Roberts (1988, 122, zit. n. Delabastita 1991, 139) 3 eine “systematization, which necessarily involves an analysis of existing theories and a bringing together of what they have in common in an attempt to bridge the gap that exists between them” in der Hoffnung, das “would introduce some order into a domain that is presently chaotic”. Ein Grund für die Zerrissenheit scheint mir zu sein, daß man bis heute in den verschiedenen Richtungen der Translationspraxis, ­theorie und ­wissenschaft und ihren unterschiedlichen Entwicklungen (immer noch) weit voneinander entfernt zu arbeiten versucht, aber aus Angst, selbst etwas aufgeben zu müssen, kaum zusammenkommen möchte (vgl. z. B. die Trennung von Dolmetschen und Übersetzen, bei ersterem die von Konferenz- und Fachdolmetschen Medizin, Jura usw. und beim zweiten die von allgemeinem, technischem, literarischem usw. Übersetzen; vgl. die Streitereien über die Benennung und damit die Reichweite [“Extension”] des 3 Im Literaturverzeichnis führe ich auch Werke an, die ich nicht selbst gelesen habe. Sie sind durch eine weitere nähere Quellenangabe gezeichnet. 5

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