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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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machen. Die

machen. Die Biohistoriker nehmen lediglich an, daß der Homo sapiens andere Hominiden, z. B. den Homo erectus (vor ~ 100 000 Jahren?) und evtl. den Neandertaler (? vor ~ 30 000 Jahren?), aus dem Feld geschlagen hat. 51 Aber über Sprachfähigkeiten und ­strukturen früher Hominiden, auch des sapiens ist nichts Sicheres bekannt. Die heutige geographische Verteilung der Ergativsprachen scheint weltweit auf Rückzugsgebiete (Gebirge, Inseln und abgelegene Gegenden) und die Sprachstruktur damit vielleicht als besonders alt zu deuten. (Hat dies einen Grund?) Auf eine Überlagerung und Verdrängung könnte auch hindeuten, daß nicht wenige Sprachen eine Mischform aus ergativischen und aktivischen Strukturen entwickelt haben. – Schmitz (1980, 21f, ohne genaue Quellenangabe) führt Lichtenbergs Aphorismus zu Descartes „cogito, ergo sum“ an: Es denkt, sollte man sagen, so wie man sagt: es blitzt. Zu sagen cogito, ist schon zu viel, sobald man es durch Ich denke übersetzt. Schmitz’ Kommentar (ib. 22): „dabei verschiebt sich […] die Bürgschaft für Subjektivität vom Denken auf das affektive Betroffensein.“ Ergativsprachen waren nie dominierende Sprachen in Großreichen. Deren Zeit kam später. In ihnen finden wir, was ich etwas anzüglich „Tätersprachen“ genannt habe: Ägypten, Assyrien, Babylonien, Mykene (vgl. Latacz 2004), das Hethiterreich, Persien, das Römische Reich, die Mongolen- und Turkinvasionen, die inzwischen Persisch sprechenden Moghul in Nordindien, in der Neuzeit die großen Kolonialmächte Spanien mit Mittel- und Südamerika, Portugal, Großbritannien, Frankreich, heute die USA … und vielleicht noch einige mehr (z. B. China). Ergativsprachen gehören anscheinend zu Kulturen, die lange vor den uns bekannten Großreichambitionen andere Interessen hatten. Es gibt wohl zwischen Sprachstrukturen, Kulturen und ethnischen Eigenschaften keine 1:1-Relationen (vgl. unter zahlreichen anderen Labarre 1947). – Übrigens bilden Basken bis heute eine eigene Ethnie; 25% der Bevölkerung sind rhesusnegativ. Das ist die höchste Rate auf der Erde. Im übrigen Europa schwankt die Rate zwischen 10-15%. In Australien und Ostasien sinkt sie auf 0%. Das Fazit des knappen Überblicks über zwei Sprachstrukturen (die Aktiv- und die Ergativstruktur) ist ein dreifaches: Die Entstehung und Entwicklung unterschiedlicher Sprachstrukturen ist aus verschiedenen Gründen selbstverständlich, aber unbekannt. Wenn der Kontakt zwischen zwei Gruppen lange Zeit unterbrochen wird bzw. ab- 51 Der Neandertaler ist nach Meinung anderer aus klimatischen Gründen ausgestorben. 52

icht, entwickeln sich die Kulturen und ihre Sprachen auseinander. Zu den Bedingungen der Entwicklung selbst fehlen zuverlässige Daten. Einige Forscher bringen die Ausbreitung und damit regional eigenständigen Entwicklungen der idg. Sprachen zwischen Westeuropa und Ostasien mit sich verbreitenden Reiter- und Kriegerkulturgruppen, andere (z. B. der britische Archäologe Colin Renfrew; vgl. Zick 2008, 108) in krassem Gegensatz hierzu mit der eher friedlichen Ausbreitung von Bauernkulturen in Verbindung. Eine Parallelfrage: Ist die formale Ähnlichkeit der typischen geschnitzten und bemalten Pfähle vor alten bretonischen Kirchen zu den indianischen Totempfählen jenseits des Atlantiks Zufall? Welche Funktion hat sie hervorgebracht? Verbindet oder trennt der Atlantik? Verbinden oder trennen Raum und Zeit? Welche Interpretation ist die „richtige“? Gibt es eine „richtige“ Interpretation? Wird sie historisch oder funktional oder durch beides begründet? Jede wissenschaftliche Darstellung bietet nur eine mögliche Perspektive. Zweifel und Zaudern sind auch Perspektiven. – Ich will mit den Fragen auf die grundsätzliche Unentscheidbarkeit vieler wissenschaftlicher Aussagen hinweisen. Wir glauben zu wissen. Unser Wissen ist Annahme. Annahmen werden durch Setzung ‚begründbar‘ gemacht (vgl. Peanos Axiome für die Algebra). Ich werfe noch einen Blick auf eine weitere Sprache, um mein Unbehagen an üblichen linguistischen Analysen zu betonen. Netzel (2006) erwähnt bei ihrer kurzen Untersuchung des Lakóta, einer Sprache der nordamerikanischen Sioux-Indianer im Westteil der Prärie und der angrenzenden Bergregion (ib. 9), u. a. die folgende Struktur zur Wiedergabe idg. Modalverben (ib. 260, nach White Hat 1999, 77): Im Lakóta werden sie als Vollverben konstruiert. “Can” denoting ability is expressed in Lakota by “okihi” (owákihi), to be able to. This is not an auxiliary, but a transitive verb. It is somewhat like “to master”, “to control”, an action. (Buechel 1939, 296, zit. n. Netzel 2006, 361) Ein Satz wie „Ich will kommen“ wird zu waú wacín (c wird wie im Spanischen [tS] gesprochen). Das heißt ‚wörtlich‘ „Ich komme, ich will“, nach dem Zitat vielleicht sogar „Ich komme. Ich schaffe es [to master]“. – Analog heißt es: (he) waú cin 53

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