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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

lens­)Entscheidung des

lens­)Entscheidung des Sprechers oder einem sonstigen, seinem neurophysischen Apparat zugekommenen und ihn in Aktivität setzenden Reiz bzw. Stimulus auf Grund indefinit vieler Bedingungen ausgeht. Entscheidung setzt unbeschadet der Einzelheiten des Prozesses und seiner Bedingungen Entscheidungskompetenz voraus (vgl. Dizdar 1998, 106; vgl. die „Sensitivität“). Die aber ist angemaßt und nicht begründbar. Zu knappe Hinweise auf Sprachstrukturen machen es dem Laien oft schwer, das Gemeinte zu erkennen. Nida (1966, 12) schreibt z. B., “in many of the Nilotic languages of the Sudan it would be much more acceptable to say, ‘the town was gone to by him’” statt “he went to town”. Möglicherweise meint Nida eine Ergativstruktur (Bußmann 2002, 134f, Chari-Nil-Sprachen, äußerst sich hierzu nicht). Die Unterscheidung zwischen Aktiv- und Ergativsprachen gelingt z. T. dank einer an sich willkürlichen Wahl von Parametern (vgl. den Unterschied zwischen affixlosen und affigierten Kasūs und ihren Funktionen). Es gibt andere Einteilungen. Sie treten eher sporadisch auf. Da sind z. B. die sog. inkorporierenden Sprachen, in denen Lexeme und Morpheme ihre Eigenständigkeit verlieren und zu einem „Satzwort“ verschmilzen. Die intendierte Interpretation läßt sich dabei in gewissem Grad aus der Stellung der Elemente, oft aber auch erst aus dem syntaktischen und situationellen Umfeld erschließen. – Ein Beispiel aus dem Sōrā, einer Sprache in Zentral- Indien: ñamkittam [ñam-kit-t-am (fang-Tiger-[unvollendet-]du) „ein Tiger wird dich anfallen“; „Tiger“ als isoliertes Wort heißt kinān (Vermeer 1969, 241f) (Vgl. oben das Beispiel „Peter – Schlag – Paul“.) Tomasello (1999, 71ff), US-Amerikaner, wahrscheinlich englischer Muttersprache, jedenfalls aber einer Aktivsprache, schreibt acht bis neun Monate alten Kindern bereits Ich-Bewußtsein zu, aus dem heraus sie agieren. Sie erkennen, so Tomasello, daß andere „like me“ (so wie ich) sind; sie handeln („make things happen“) und erwarten, daß andere reagieren, z. B. gehorchen und ebenfalls handeln, wie Ich, der/die Sprecher/in, will. Schimpansenkinder imitieren dagegen ihre Mütter, handeln weniger eigenständig und werden auch nicht dazu angehalten. Menschenkinder „universally [!] take a more active interventionist role“ (ib. 79). In einem anderen Experiment (ib. 83) wurde beobachtet, wie neun bis zwölf Monate alte Kinder auf zwei verschiedene Handlungen Erwachsener reagierten. 56

One action of the modeled sequences was marked vocally as intentional („There!“) and one action was marked vocally as accidental („Woops!“) – with order systematically manipulated across sequences. […] Overall, infants imitated almost twice as many of the adult’s intentional actions as her accidental ones regardless of the order in which they saw them, indicating that they differentiated between the two types of actions and that they were able to reproduce, again, what the adult meant to do and not just her surface behavior. Die Kinder reagierten also in Tomasellos Experimenten angeblich deutlich eifriger auf intentionale bzw. als intentional markierte Handlungen als auf akzidentelles Geschehen bzw. als akzidentell markierte Ereignisse. – Dient die ergriffene eigene Initiative des agential-intentionalen Subjekt-Objekt- Denkens und seiner verbalen Darstellung in der Aktiv-Sprache dem Überleben besser als ein akzidentelles (für den Aktiv-Menschen passiv-‚kontemplatives‘) Geschehen- und Erlebenlassen? Tomasellos Experimente liefen zwischen dem/den Experimentator(en), den Kindern und Spielgegenständen („objects“) in Situationen ab, d. h. als „joint attentional scenes“ mit „communicative intentions“ und „role-reversal imitation[s]“ (ib. 96f). Sie wurden von verbalen Äußerungen begleitet, die sich auf fokussierte Teile („objects and activities“; ib. 98) der Situation bezogen und z. T. nur aus einzelnen ‚Wörtern‘ bestanden. Die Fokussierung stellt eine Verbindung zwischen einem Gegenstand, einem Geschehen/Ereignis, einer verbalen Äußerung und einer behaupteten Handlung her, wobei das Ereignis als eine von einem Täter ausgehende Handlung dargestellt bzw. suggeriert wird. Wird das Verhalten der Kinder von den Versuchsleitern ihnen selbst unbewußt gelenkt? Sprachelemente und deren Verbindungen (Syntax) untereinander werden erlernt, wenn die Verbindung hergestellt und gespeichert wird (vgl. ib. 99). Falsche Verbindungen werden möglich. Sprachstrukturelle Phänomene und ihre Fokussierung auf Ereignis oder Handlung gehen vom ‚Lehrer‘ aus (im obigen Beispiel dem Experimentator). Die Frage, die mich interessiert (und die ohne Antwort bleibt) ist also wieder, ob der ‚Lehrer‘, der eine Aktivsprache spricht, sich auch (ihm selbst unbewußt) nicht-sprachlich („nonverbal“) anders verhält, anders ‚handelt‘ und damit anderes lehrt als ein Sprecher, der eine Ergativsprache spricht und etwas als akzidentelles Geschehen/Ereignis hinstellt, was der Angehörige einer Aktivkultur als eine vom Sprecher ausgehende intentionale Handlung verbalisiert. Die Frage kann auch lauten, ob ein Ergativ- usw. ­Sprecher die Welt / seine Welt (genauer: die Ereignisse bzw. das Geschehen darin) anders erlebt als der Sprecher einer Aktivsprache ... oder ob schon die Frage nach Objekten bzw. verschiedene Arten von Perspektiven falsch gestellt ist. 57

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