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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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evorzugt für

evorzugt für mich/uns“ (vgl. den akademischen Abschluß, der auch da empfohlen wird, wo er gar nicht sachgemäß vonnöten ist). – Die Wirkung und die Folgen des Wie einer Aussage (vgl. Stil und Rhetorik und die Holistik) kennen wir aus (leider zumeist proletarisch ausartenden) Wahlkampfauftritten und aus Enthüllungen der Boulevardpresse. Lenkersdorf (ib. 143) schreibt in seinen ‚Meditationen‘ über Sprachstrukturen und Verhalten, eine Gesellschaft zerstöre nach Meinung der Tojolabal keineswegs die Individualität und bremse auch Kreativität nicht; jeder könne und müsse sich an seinem Platz für alle verantwortlich fühlen, doch erst die Gesellschaft könne jedem seinen Platz sichern und seine Kreativität nach Kräften unterstützen; dann fühle sich jeder in der Gesellschaft geborgen. Ohne Gemeinschaft kein Überleben des Einzelnen. In der Tojolabalgesellschaft bilden Gesellschaft und Individuum keinen Gegensatz, sondern komplementäre Elemente eines Ganzen. Jene kann nicht ohne dieses und dieses nicht ohne jene überleben. Es ist doch auch uns bekannt, daß kein Lebewesen auf Dauer allein überleben kann – nicht einmal in der Großstadt, weniger noch im Konzern. – Bei den fortschrittlichen „Weißen“ steht aber der Konkurrenzkampf voran und erst in ihm gilt, daß “everything goes”. Das ist das Extrem einer Subjekt-Objekt-Gesellschaft. Auf gut Neudeutsch nennen wir das, was Lenkersdorf, sicherlich mit Anderen und unter anderem, anstrebt, im Studium „teamwork“. Nicht nur außerhalb der Examina habe ich es mir für die Studierenden (und nicht nur für sie …) immer gewünscht und selten erreicht. Und noch eins habe ich mir immer wieder vergeblich gewünscht: daß es keinen Frontalunterricht mehr gebe. Wir sollten an einem ‚runden Tisch‘ ohne Markierung eines Oben und Unten sitzen und miteinander diskutieren. Freilich muß es einen Seminarleiter als primus inter pares … und nur eine begrenzte Zahl von Teilnehmern geben. Dazu müßte der rechte Proporz von Lehrenden und Lernenden gefordert werden, für ein Seminar z. B. 1:10 …. In der Welt der „Weißen“ (wie Lenkersdorf sagt) steht der Mensch über allen anderen Lebewesen (Tieren und Pflanzen) und erst recht über nichtlebenden, toten Dingen. Darin zeigt sich eine Jahrtausende alte Weltsicht vom gottgleichen und sogar Götter erschaffenden Menschen, für das Abendland durch seine idg. Sprachen (?) und den Nahen und Mittleren Osten durch die semitischen Sprachen (?) gespiegelt und (vielleicht) verstärkt sowie u. a. aus vorderasiatisch-jüdisch-altgriechischem Mythos als Philosophie und Religion zementiert. Also noch einmal Lenkersdorf (2005a, 34) als freibleibendes Angebot: 68

Las lenguas, sobre todo por medio de sus estructuras, nos hacen ver la cosmovisión de los pueblos. La razón es que los individuos estructuran su lengua conforme a su modo de ver el mundo. Los idiomas, pues, son manifestaciones de las diferentes culturas. […] Tanto la intersubjetividad como la relación sujeto-objeto representan estructuras lingüísticas conforme a las cosmovisiones de los tojolabales y de los pueblos indoeuropeos respectivamente. 55 Für ein Mitglied der Tojolabal gilt nach Lenkersdorf Gleichberechtigung aller Wesen(heiten). Aber er zeigt nicht nur eine andere Perspektive auf, aus der man sprachliches Verhalten beobachten und interpretieren kann; er erinnert auch an eine weitere, in der Soziologie mehrfach geäußerte Erkenntnis der gegenseitigen Beeinflussung (ib. 59 – Ich übersetze direkt ins Deutsche; vgl. auch 2006, u. a. 13-19, zu Beispielen): Vielleicht helfen einige Beispiele, meine Ausführungen und die „wissenschaftliche“ Erkenntnis im allgemeinen zu verstehen. Die Gegenwart des anthropologischen Beobachters beeinflußt das Volk, das er erforschen möchte. Beobachtung ist keine „neutrale“ Gegenwart; die gibt es nicht. Das zu erforschende Volk zeigt sich ihm auch nicht „objektiv“ als unterwürfiges und passives Objekt, sondern beeinflußt aktiv den beobachtenden Anthropologen – und umgekehrt. Anders gesagt, es gibt keine Erkenntnis seitens eines Subjekts, die das Objekt so erfaßt, als gäbe es den Beobachter nicht. Beider Anwesenheit, die des Anthropologen und die des zu erforschenden Volkes, ist gegenseitig „ansteckend“, und dieser ansteckende Kontakt verändert beide Betroffene. Mitunter kann die Veränderung so tiefgreifend sein, daß sie sogar zum Tode führt. Die historische Erfahrung hat dies vielfach bewiesen. Die Weltsicht der Maya kann als konnektionistisch beschrieben werden. Damit kommt sie der modernen Physik zuvor. Der Translator wird durch sein translatorisches Verhalten verändert. Barthes würde sagen, seine Arbeit sei ein Spiel auf Leben und Tod mit den Mitakteuren, vor allem den Rezipienten. Todos somos responsables, los unos de los otros. (Lenkersdorf 2005a, 74; Kursive im Original) 56 Also sind wir auch […] für diese kosmische Gemeinschaft des Lebens, zu der wir gehören, mitverantwortlich. (Lenkersdorf 2003; 2005a, 75) 55 „Die Sprachen lassen uns, besonders durch ihre Strukturen, die Weltsicht der Völker erkennen, denn die Menschen strukturieren ihre Sprache nach letzterer. Sprachen sind also Manifestationen der verschiedenen Kulturen. [Absatz] […] Sowohl die Intersubjektivität als auch die Subjekt-Objekt-Relation stellen Strukturen dar, welche der Weltsicht der Tojolabal bzw. der indoeuropäischen Völker entsprechen.“ 56 „Wir alle tragen Verantwortung für einander.“ 69

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