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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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Bereichs “Translation”). Eine historische Aufarbeitung einschlägiger Theorien mahnte D’hulst (1991 und 1995) an (vgl. jetzt Prunč 2007). Ich möchte erkunden, was wirklich gemeint wird, wenn jemand vom Dolmetschen und Übersetzen spricht und was als Grundlage oder Vorbedingung für eine „Translation“ gelten kann. – Behauptungssätze deuten auf meine persönliche Meinung (um genau zu sein: auf meine Meinung zum Zeitpunkt der Vorlesung bzw. der Redaktion dieses Manuskripts). Im Laufe der Vorlesung betone ich immer wieder, daß die ‚Welt‘ des Menschen kein statisches Gebilde, sondern einen Prozeß bzw. überabzählbar viele Prozesse darstellt. In dem Augenblick, da ich einen Satz beende, ist er bereits Vergangenheit. – Wenn ich sage „Ich sehe“, habe ich schon gesehen. – Wir nehmen mit unseren Sinnesorganen nur Vergangenes wahr, leben mit unseren Sinneswahrnehmungen nur in der Vergangenheit. Ist das nicht seltsam? Sobald wir etwas bemerken, und sei es nur unbewußt, ist seit der Reizung eines Sinnesorgans bereits Zeit verstrichen. Die Welt spielt sich im Nanobereich ab. Deshalb kann man aus der Mikro-Perspektive sagen, alles sei Prozeß. Was ich weiß, ist also nicht das, was ich gerade sehe, sondern das, was ich gesehen habe, das, bei dem ich wahrnehmend präsent war, das, an was ich mich erinnere, nachdem ich aufgehört habe, es zu sehen, das, was ich mir vorstellen kann, wenn ich es nicht mehr sehe, das, was ich, wenn ich es wiedersehe, wiedererkennen kann, das, was ich beschreiben oder wovon ich erzählen kann, weil ich „Augenzeuge“ gewesen bin. (Brunschwig/Sedlaczek 2000, 101) 4 4 Bei Übersetzungen von Zitaten nenne ich nach einem Vorschlag von Dizdar (2006) den Übersetzer als Ko-Autor nach dem Autor des Ausgangstext(em)s und trenne beide durch einen Schrägstrich (/). Die Nennung des Translators bei einem literarischen Translat wurde bereits von Drumbl (1987, 70) gefordert: „Grundlage für jede kritische Beschäftigung mit einem Autor ist der kritisch verantwortete Text seiner Werke. Agamben lehnt als Herausgeber diese Verantwortung ausdrücklich ab. Die Ausgabe müßte mit der Angabe erscheinen: ‚Unter Mitwirkung von … (und hier sind die Übersetzer zu nennen!) herausgegeben von X. Y‘.“ Inzwischen wurde diese Forderung in Deutschland gesetzlich festgeschrieben. – Übersetzungen ohne Nennung eines Translators stammen in der vorliegenden Arbeit von Vermeer. Ich brauche nicht zu betonen, daß die Ansichten und Perspektiven des Translators nolens volens in seine Translation einfließen. – Adelsprädikate und Herkunftsbezeichnungen (von, zu, frz. de, usw.) werden bei Namensnennungen manchmal als Teil des Eigennamens genannt, manchmal weggelassen. So heißt es z. B. immer (Paul) de Man, aber meistens Saussure statt de Saussure, jedoch immer Ferdinand de Saussure. Bei Literaturverweisen im Text(em) lasse ich Adelsprädikate und Herkunftsbezeichnungen der Gewohnheit folgend meistens, doch nicht konsequent, weg. Im Literaturverzeichnis erscheinen die Namen vollständig. 6

(Korrekturen folgen auf dem Fuße; s. unten.) Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gehen aus einander hervor und bedingen sich gegenseitig („reziprok“, „rückgekoppelt“). – Was ich wußte, weiß ich schon, und was ich weiß, wußte ich schon (vgl. auch die buddhistische Logik). Ich gehe, also ging ich; ich ging, … Nein, umgekehrt geht es nicht. Übrigens gehört das Wort „wissen“ zu demselben idg. Stamm *u8(e)di- „sehen“ wie das lat. vidēre. „Wissen“ ist Infinitiv zum ursprünglichen Präteritum-Perfekt „ich habe gesehen“ (vgl. Pokorny 1959, 1125; Kluge 2002, 994). Ähnlich ist das griech. οδα „ich weiß“ ebenfalls ein Perfekt zu dem vorgenannten Stamm. Dieses Spiel zwischen Sprache und ‚Welt‘, zwischen verschiedenen Sprachen, zwischen Formen und Funktionen, Tempora und Modi, einfachen und präfigierten (kennen vs. 5 erkennen), durativen und inchoativen Verben usw. einer Sprache, ein solches kaleidoskopisch vielfältiges Spiel, dessen Elemente einander gegenüber stehen und doch keine Gegensäze bilden, sondern ineinander übergehen können, beherrschen wir spielend leicht, weil wir es rechtzeitig gelernt haben. Man lernt durch Iterationen, daher wenig genau. Die Ungenauigkeit hat den Vorteil, daß Zusammenhänge mit ‚Ähnlichem‘ öfter und leichter hergestellt werden können. Es gibt Nuancen und Präferenzen, keine Gegensätze, und es gibt keine 1:1- Relationen zwischen den Figuren des Sprachspiels. Der Hörer/Leser kann, was er erfährt, z. B. hört oder liest, woran er sich zu erinnern glaubt, bestenfalls als Anregung („Reiz“ und evtl. „Stimulus“) für eigenes neues Nachdenken annehmen. 6 Das Gehörte/Gelesene usw. ist nicht dasselbe wie das, was jemand geäußert hat. Es ist nicht mit dem Geäußerten identisch. In Behauptungen kann Konsens nur, wenn überhaupt, vorläufig und auch dann nur für einen Teil des Gemeinten und für einen geringen Teilnehmerdiskurs angenommen werden. – Nach Konrad Lorenz dienen die Fähigkeit, etwas zu erkennen, und die spätestens im Menschen evoluierte Vernunft der Überlebensfähigkeit des betreffenden Organismus. Erkenntnis führt zu (überwiegend unbewußtem) Wissen. Wissen bezieht sich auf eine Realität, wie sie der Mensch erkannt zu haben annimmt. Ich schränke Erkenntnis auf bewußtes Erkennen ein. Erkenntnis, Wissen, Erinnerung, der Einsatz von Wissen und seine Bekanntgabe (die Äußerung) hängen unter anderem jeweils von einem eigenen bestimmten Blickwinkel 5 vs. = versus „gegen, im Gegensatz zu“. 6 Ich gebrauche „annehmen“, „Annahme“ usw. im Sinne von ~ „glauben“, „von etw. ausgehen“. – Das Zeichen ~ bedeutet „ungefähr“. 7

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