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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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Wenn z. B. in der einen

Wenn z. B. in der einen Kultur eine Subjekt-Objekt-Struktur oder eine bestimmte Reihenfolge bei der Darstellung einer scene vorherrscht, wie sie die andere Kultur nicht kennt, ist zu untersuchen, wie ein Translationsskopos 58 funktional adäquat ausgeführt werden soll und kann (vgl. Dizdar 2006; vgl. oben das Beispiel eines tamulischen Gesprächs; zur „Skopostypologie“ vgl. Prunč 1997b). 59 – „Funktion“ übernimmt damit eine Schlüsselaufgabe. Das retrospektive kausale Denken wird durch ein probabilistisch prospektiv-finales abgelöst. Das müßte sich auf das gesamte Verhalten der betroffenen Individuen auswirken. – Bisher wird in westlich geprägten Kulturen ein Übeltäter bestraft, weil er Böses getan hat. Er sollte resozialisiert werden, um wieder positiv in seine Gesellschaft eingegliedert werden zu können. Ich möchte, daß jeder selbst nachdenkt und sich zu „positionieren“ sucht. 5. Mikrophysik In diesem Kapitel geht es mir um die unentwirrbare Komplexität allen Verhaltens, Tuns und Handelns bei mikrophysikalischer Betrachtung (vgl. Vermeer 2006a, bes. 53-59). Vorsichtshalber deklariere ich meine Ausführungen hierzu als „Mythos“, bestehe also nicht auf wissenschaftlicher ‚Realität‘. Immerhin scheinen sie mir für die Translation wichtig zu sein. Als Grundphänomene der modernen Mikrophysik unterscheiden Wissenschaftler „Form“ und „Sensitivität“ (vgl. Dürr 2003). Unter Form (forma) verstand man schon in der Antike die erkennbare, jedoch nicht nur physische Gestalt. Aristoteles meinte im 4. Jh. v. Chr. mit Form die „den Dingen innewohnende[n] Aspekte“ (Lloyd/Killisch-Horn 2000, 225). Platon bezog Form schon früher auf ein Allgemeines (vgl. den Begriff); das Individuelle galt ihm als sekundär davon abgeleitet. So dachte und argumentierte man auch weithin im Mittelalter, obgleich Aristoteles vom Individuellen zum Allgemeinen aufsteigen wollte (ib.). Auch ein Gedanke hat eine Form (s. unten zu „intellectus“). Wir „formen“ Gedanken, d. h., wir machen sie wahrnehmbar, auch für uns selbst, und auch wenn sie unausgesprochen bleiben, werden sie für den Denkenden ‚lautlos‘ wahrnehmbar. 58 Zuerst in Vermeer (1978a). 59 Linguisten haben schon relativ früh von „funktionalem“ Übersetzen gesprochen (vgl. z. B. Popovič 1977), meinten es aber in einem engeren Sinn als in der Skopostheorie und als in der vorliegenden Arbeit angestrebt wird. – Holz-Mäntääri (1988, 40) macht darauf aufmerksam, daß „Skopos“ bei Reiß + Vermeer (1984) und „Funktion“ bei Reiß (1976) nicht deckungsgleich sind. Bei jeder Nennung eines Terminus ist Vorsicht geboten. 72

Mit Sensitivität bezeichnet man die einem Phänomen innewohnende („intrinsische“) Eigenart als Bedingung für die Ganzheit eines Verhaltens aus „Form“ und „Funktion“. 60 Whitehead ([1927-1928] 1978), der Lehrer und Mitarbeiter Russells an den Principia Mathematica, sprach von „feeling“, Peirce vor ihm sogar von “Evolutionary Love”, der christlichen 2γ0πη. 61 Bohm spricht von einem „Quantenpotential“ als einer Art „unendlicher Empfindlichkeit“. Das Quantenpotential, das die Bewegung eines Elektrons vorschreibt, ist nichtlinear und wird in einer unvorstellbar komplizierten Art durch die gesamte Materie bestimmt. (zit. n. Briggs + Peat / Carius 2006, 280) Es handelt sich also um einen Prozeß. Wegen der extremen Empfindlichkeit des Quantenpotentials wird ein Elektron entlang seiner Bahn ständig in Bifurkationsstellen gestoßen, wo es in die eine oder andere Richtung weiterfliegen kann. Die Verschachtelung dieser Bifurkationen […] ist so komplex, daß sich dabei die Unbestimmtheit und Unvorhersagbarkeit ergibt, die die Bewegung eines einzelnen Quants wie eines Elektrons charakterisiert […]. Was Bohm betrifft, so ist bei ihm aber die Bewegung des Elektrons nicht zufällig und unbestimmt, sie ist vielmehr vollkommen determiniert – jedoch durch ein Potential so endloser Komplexität und Subtilität, daß jeder Versuch einer Vorhersage außer Frage steht. Für Bohm ist das Quantenpotential […] eine unendlich feine Rückkoppelung ans Ganze. (ib.) „Quantenganzheit“ besagt also, daß zwei Quantenteilchen, die einmal korrelierten bzw. korreliert wurden, stets korreliert bleiben. D. h. was immer man dem einen der beiden antut, wird von dem anderen ‚gefühlt‘ [vgl. die Sensitivität], und dieses wird entsprechend reagieren – selbst wenn die beiden im Raume weit getrennt sind. Bohm glaubt, die beiden Teilchen sind mit allen anderen Teilchen durch ihre nichtlinearen Quantenpotentiale gekoppelt. Diese Koppelung schließt auch die Teilchen in der Meßapparatur ein. (ib. 282). Für Bohm existiert eine „Holobewegung“ sogar „bevor es irgendwelche ‚Dinge‘ gibt, die Rückkoppelungsbeziehungen aufnehmen können.“ (ib.) Überhaupt wäre zu unterscheiden: Auf der mikrophysikalischen Ebene können elementare Elemente im momentanen ‚Sprung‘ von einem Moment zum nächsten als je anderes Element beschrieben werden. Verbindungen bilden Systeme (s. unten), z. B. Atome. Die grobe Meso-Ebene der 60 Statt Funktion sprach/spricht die Linguistik von „Inhalt“ oder „Bedeutung“ (s. unten). 61 Schon Anaxagoras glaubte, 2γ0πη (~ Liebe) bewirke die kosmische Attraktion (Furley/Honsel 2000a, 308 [ohne Quellenangabe]). Für Empedokles (Εµπεδοκλς; um 483/482) aus Sizilien war die Liebe (φιλτης) die Triebkraft der Harmonie. 73

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