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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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genau genommen die

genau genommen die Erinnerung an alle ihre früheren Strukturen in sich trägt. Riesenwellen wären solche Erinnerungen des Ozeans“ (ib. 186f). (Vgl. das Tout se tient, die DNA usw.) In Nervensträngen werden ‚Botschaften‘ wie Solitonwellen übertragen. Auch hier scheint eine Art Gedächtnis mitzuwirken (vgl. die Sensitivität). Einige Theoretiker haben das Nervensoliton als ‚Elementarteilchen des Denkens‘ bezeichnet.“ (ib. 190) Eventuell gilt es umzudenken: Nicht mit den höheren Organismen oder gar erst dem Menschen kamen Gedächtnis und Erinnerung in die Welt, sondern der Mensch ist eine (bisher) erreichte Stufe der Evolution, die schon immer Gedächtnis und Erinnerungsvermögen besessen hat. Erinnerung ist Weiterexistenz von Vergangenem auf andere Art. Aus Chaos kann unter bestimmten Bedingungen durch momentane Umschwünge Ordnung entstehen. Dabei wirken viele Elemente auf einmal streng ausgerichtet zusammen. Es entstehen „selbstorganisierte“ Systeme (vgl. die Autokatalyse; vgl. ib. 206). Beispiele: der Schleimpilz Dictyostelium discoideum 67 , Revolutionen, antike Steinkreise usw. (vgl. ib. 206f). – Vgl. das „phase locking“ (die „phasenstarre Koppelung“): „viele individu- 67 Zu diesem Schleimpilz schreibt Clark (1999, 71-73) sinngemäß: Zunächst gibt es einzelne, amöbenähnliche Zellen in einer sog. vegetativen Phase. Sie ernähren sich von Bakterien, wachsen und teilen sich. Wenn die Nahrung knapp wird, schließen sich die Zellen zu einem Pseudoplasmodium zusammen, das als vielkernige ‚Zelle‘ durch Wärme und Feuchtigkeit angeregt und angezogen langsam auf der Suche nach neuer Nahrung dahingleitet. Sobald neue Nahrung gefunden wird, bildet sich aus dem Pseudoplasmodium ein Stamm und ein Fruchtstand mit Sporen. Aus den Sporen entstehen neue Zellen usw. Clark (ib. 73) spricht von Autopoiesis und vergleicht das Plasmodium mit einer menschlichen Gesellschaft, die sich an äußere Umstände anpaßt. – Die Beschreibung kann ausgeweitet werden: Die einzelnen Zellen werden durch äußere Bedingungen stimuliert, die Stimulierung veranlaßt die Zellen, sich zusammenzuschließen und gemeinsam neue Bedingungen (Nahrung) für ihr Überleben zu suchen. Später zerfällt der (Pseudo-)Organismus wieder. Ähnlich eine menschliche Gesellschaft: Individuen schließen sich durch ihre Lebensverhältnisse bedingt zusammen, geben einen Teil ihrer Individualität zugunsten der Gesellschaft auf, kreieren ein komplexes ‚Oberhaupt‘ und bilden so eine geordnete Gesellschaft. Die Gesellschaft kann, durch innere und/oder äußere „Irritationen“ (Luhmann), z. B. einen aufgezwungenen Krieg, bedingt, zerfallen. Einzelne Individuen und Gruppen können sich abspalten und auf eigene Faust zu leben versuchen (vgl. die Gammler, „Terroristen“). Aus Untergruppen oder Einzelnen können durch Zusammenschluß mit Anderen neue Gesellschaften entstehen. Usw. Vergleiche schließlich auch den Zerfall eines toten Organismus, dessen Überreste in andere Zusammenhänge, durch Interpenetration auch in andere Organismen übergehen. Kommunikation, Translation sind ‚Auslöser‘ für Gruppen- bzw. Gesellschaftsbildungen oder ihre Auflösung. 84

ell schwingende Systeme [koppeln] sich […] zu einer gemeinsamen Schwingung […] oder in harmonischer Resonanz“ zusammen (ib. 283). (Vgl. die Maden auf dem Käse … und Massenhysterien.) – Quantensysteme generieren Raum und Zeit durch Kooperation (ib. 289). Auch Naturgesetze evaluieren nach Prigogine (Briggs + Peat / Carius 2006, 224). Damit wird der Natur Kreativität zugesprochen. Auf jeder Organisationsebene wird fundamental Neues geschaffen. (ib. 224) Neues ist angesichts der indefinit vielen einwirkenden Faktoren nicht vorhersehbar. Prigogine sprach von einem „Unbestimmtheitsprinzip“ und Briggs + Peat / Clarius (2006, 226) erinnern an Heisenbergs „Unschärfeprinzip“. Es scheint, daß Holistik Kooperation verlangt (Briggs + Peat / Clarius 2006, 234ff). Mehr Autonomie bedeutet […] zugleich immer größere und komplexere gegenseitige Abhängigkeit. (ib. 249) Kooperation wird zur Koevolution. Zu ihr gehört die koevolutionäre negative oder positive Rückkoppelung. Der Darwinsche „struggle for life“, im Deutschen irreführend als „Kampf“ übersetzt, sollte das angestrengte Zappeln in schwieriger Lage bezeichnen, also das Ringen ums Überleben. Was in englischen Worten fast freundlich als struggle for life bezeichnet wird und mit der Mühseligkeit des täglichen Existierens zu tun hat, die uns allen vertraut ist, wandelt die deutsche Gründlichkeit brutal in einen „Kampf ums Dasein“ um, der Sieger und Besiegte kennt […]. (E. P. Fischer 2003, 16) Wieder erinnere ich an die Subjekt-Objekt-Struktur bestimmter Sprachen und das Verhalten ihrer Sprecher und dazu z. B. an die Schwierigkeit, die geltende europäische Rechtspraxis zu reformieren (s. unten). Letztere beruht nach Lenkersdorf auf der sprachlich manifestierten Subjekt-Objekt- Struktur des gesellschaftlichen Verhaltens. – Natürlich gehört zur Holistik der Unbestimmtheit auch die Ungewißheit ihrer Folgen und Wirkungen. Wenn schon der sprichwörtliche Schmetterling einen Hurrikan auslösen kann, wieviel mehr bewirken dann moderne Phänomene (vgl. den Klimawandel durch menschliche Tätigkeit)! Systemtheoretiker haben Systemprinzipien entwickelt (Briggs + Peat / Clarius (2006, 170). Hiervon gehören in die vorliegende Diskussion (zur Translation!) u. a. folgende: 85

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