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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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In jedem System gibt es

In jedem System gibt es nur sehr wenige „Haupteingriffsstellen“ oder „Hebelpunkte“, an denen man eingreifen kann, um wesentliche dauerhafte Veränderungen im Gesamtverhalten des Systems zu bewirken. Weder die Hebelpunkte noch die richtige Art, dort anzusetzen, um ein gewünschtes Resultat zu erzielen, sind im allgemeinen hinreichend genau bestimmbar. „Erst schlechter, dann besser“, bleibt oft ein Wunsch, wenn man an einem Hebelpunkt Firmenpolitik in die „richtige“ Richtung zu bringen versucht. Jede Änderung der Planung, die unmittelbar zu besseren Ergebnissen führt, sollte verdächtig erscheinen. Eine Weltwirtschaft, die auf ständigem Wachstum in allen Sektoren (oder auch nur in einigen Sektoren) beruht, muß schließlich versagen und dabei wahrscheinlich irgendeine Art von katastrophalem Zusammenbruch bewirken. […] Der Grund liegt darin, daß alle Systeme der Welt in Rückkoppelungsschleifen zusammenhängen und daß die Ressourcen begrenzt sind. […] [D]ie nichtlineare Koppelung ökonomischer Faktoren [führt] unausweichlich zu dem Schluß [...], daß „kein Teil der Menschheit wirklich von anderen Menschen oder vom globalen Ökosystem getrennt betrachtet werden kann. Wir alle werden gemeinsam steigen oder fallen.“ (ib. 270f; das Zitat n. Meadows) Zukunft ist erwartbar, aber nicht vorhersagbar. Extrapolierung auf die Zukunft wird stochastisch. Mikrophysikalische Prozesse wirken sich im menschlichen Körper und, was uns hier besonders interessiert, in seinem neurophysischen Apparat (dem Gehirn) aus. Die Komplexität der Abläufe unter der indefiniten Menge ihrer Bedingungen läßt keine kausale Determinierung, allenfalls eine erwartbare Stochastik zu. Der Gipfel der Hilflosigkeit von Hierarchien zeigt sich aber dramatisch, wenn wegen des Versagens einer Schraube, die zwei Dollar kostet, ein Flugzeug abstürzt. Der Mensch, der die Schraube herstellte, befand sich am unteren Ende der Hierarchie all jener, die das Flugzeug bauten, und doch konnte er die ganze Hierarchie zu Fall bringen. (ib. 272) Der Einfluß mikrophysikalischer Prozesse auf neuronale Aktivitäten gilt als gesichert, doch eindeutige ein- oder gegenseitige Beeinflussungen mikrophysischer Prozesse auf menschliches Verhalten kann wegen der indefiniten Komplexität der Vernetzungen und Rückkoppelungen im Bereich des Verhaltens autopoietischer Systeme (hier: Menschen) bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden. 86

6. Neurobiologie In den vorigen Kapiteln ging es um die grundsätzliche Indeterminiertheit komplexer Ereignisse. In diesen Befund ist auch der neurophysische Apparat (verkürzt: das Gehirn) von Organismen, hier: des Menschen, eingebunden. Indeterminiertheit wird oft zu „Freiheit“ überhöht. Das Thema „Freiheit und Verantwortung“ soll daher noch einmal ‚neurobiologisch‘ aufgenommen werden. Argumentationen zu inner- und zwischenorganismischen Prozessen betreffen bei ‚höheren‘ Organismen neurophysische Fakten (Neuronenaktivitäten), evtl. soweit absehbar bzw. erwartbar deren Wirkungen und Folgen für das Verhalten eines Organismus (z. B. eines Menschen) in einem gegebenen Zeit- und Raumpunkt T 68 sowie der Verarbeitung(en) in Bewußtseinszuständen. Die Neurobiologie macht anscheinend rasche Fortschritte. Seit kurzem können nicht-materielle Prozesse, z. B., daß jemand (nach)denkt, sich emotional verhält sowie das Ich-Empfinden usw., durch ein kompliziertes Verfahren der „funktionalen Bildgebung“ des Gehirns geortet werden, ohne daß jedoch bisher erkennbar wird, was gedacht, empfunden usw. wird (Hagner 2008). Singer (2003, 309f) beschreibt, wie neuronale Prozesse und ihre Wirkungen beim Menschen zustande gekommen sein können: Es scheint somit, als ob unsere Gehirne ihre einzigartigen kognitiven Fähigkeiten der Iteration von immer gleichen Abläufen verdanken, die durch die Architektur des Kortex realisiert sind. Das einzige, was für die Herausbildung neuer Funktionen nötig zu sein schien, war offensichtlich das Hinzufügen von kortikalen Regionen, welche die Verarbeitungsergebnisse der bereits existierenden Areale auf genau die gleiche Weise behandeln wie diese die Signale, die direkt von den Sinnesorganen kommen. Zusammenfassend läßt sich also feststellen, daß die neuen kognitiven Fähigkeiten, die den Menschen von nichtmenschlichen Primaten unterscheiden, deshalb aufgetreten sind, weil die Evolution zusätzliche Areale im Kortex zur Verfügung gestellt hat, mit denen die Resultate der Verarbeitung erster Ordnung erneut bearbeitet und gebunden und damit Repräsentationen höherer Ordnungen geschaffen werden konnten – abstrakte, modalitätsinvariante Repräsentationen. […] Der Umstand, daß neokortikale Module Signale nach immer gleichen Rechenverfahren (Algorithmen) verarbeiten, hat die erwünschte Folge, daß die Resultate ihrer Rechenoperationen im selben Format vorliegen. Damit können die jeweiligen Verarbeitungsergebnisse in ständig wechselnden Konstellationen immer wieder erneut iterativ Prozessen derselben Art unterwor- 68 T möge für temporal und topisch stehen. 87

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