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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

fen werden. Hierdurch

fen werden. Hierdurch wird es im Prinzip möglich, Metarepräsentationen von beliebig hoher Ordnung zu generieren. Analog scheint auch die menschliche „Kultur“ und überhaupt die sog. Makro-Ebene emergiert zu sein und zu funktonieren. Die „ständig wechselnden Konstellationen“ neuronaler Aktivitäten in immer neuen iterativen Prozessen scheinen das Gedächtnis mit seinen immer neuartigen Erinnerungen auszumachen. Der „Geist“ (vgl. Wingert 2007) ist ein unermüdlicher Prozeß. – Übrigens meide ich das Wort „Geist“, wo immer es möglich ist. Es benennt ja nichts Außergewöhnliches. Wenn das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile (Nagel 1965, 225-235), ent- und besteht „Geist“ bzw. alles Makrokosmische durch und auf Neuronenaktivitäten so, wie eine Uhr sich aus vielen Teilen und Teilchen zusammensetzt und doch mehr ist als diese. Die Teilchen zeigen mir keine Zeit an, die Uhr wohl. Hirnphysiologen unterscheiden zwei „Schichten“ von Prozessen: eine für neurobiologische Aktivitäten repräsentative und eine darauf aufbauende „metarepräsentative“. Letztere Ebene habe ich die Makro-Ebene, die Ebene des menschlichen Denk-, ‚Einbildungs‘- und Generalisierungs-Vermögens und (sit venia verbo) ­Repertoires genannt. Früher sprach man von der „metaphysischen“ Ebene. Ich möchte dies vermeiden, weil die Rede dann leicht mit traditionellen Spekulationen über „Metaphysik“ als extramundanes, transzendentales Wolkenkuckucksheim in Zusammenhang gebracht wird. (Auch solche Spekulationen bleiben intramundan menschlich.) Auf der Makro-Ebene sind mehrere Subebenen unterscheidbar. Da menschliche Gehirne allemal auf ähnliche Art arbeiten, werden auf den Makro-Ebenen Abstraktionen verschiedener Art möglich: [1] das Denken als Vorstellung [1a] von (momentan) nicht raum-zeitlich gegenwärtigen Phänomenen (ich denke mir meine Vorlesung aus, und während ich sie halte, denke ich an den Geburtstag meiner Enkelin), [1b] von realiter als nicht real angenommenen Phänomenen (z. B. einem Einhorn); [2] das Denken von Verallgemeinerungen („Generalisierungen“): als [2a] Abstraktionen von mir individuell als real oder (nach [1]) nur gedacht (imaginiert) angenommenen Phänomenen (die Geburtstagsfeier meiner Enkelin), [2b] Abstraktionen als überindividuell „gesellschaftlich“ existierende Phänomene (Begriffe), z. B. das , der , der Intellekt). Zu letzteren Abstraktionen gehören u. a. auch Aussagen mit angenommener allgemeiner Geltung („Es gibt einen Einfluß der auf das “; „Wenn ich sage ‚Ich liebe dich‘, dann verstehst und weißt du genau, was ich meine“). Zu solchen Allgemeinheiten gehört auch die „reflexive Ko-Orientierung“ (Siegrist 1970), d. h. die Annahme, Menschen (usw.) wüßten übereinander 88

Bescheid. – Schon bei Dante heißt es „Io credo ch’ei credette ch’io credesse“ (Bosco + Reggio 1979; als Quelle wird auf Pier della Vigna, den Kanzler Friedrich II., verwiesen. – „Ich glaube, er glaubte, ich hätte [ihm] geglaubt.“). Der portugiesische Chronist João de Barros (Década 2, Buch 8, Kap. 5; ed. Baião 1946, 4.95) schreibt Mitte des 16. Jhs.: „Eu te entendo, que me entendes, que te entendo, que me enganas“ (Ich weiß, daß du weißt, daß ich weiß, das du mich besch…t). 69 Vgl. auch die „Theory of Mind“, die Fähigkeit, „sich vorstellen zu können, was im je anderen vorgeht, wenn sich dieser in einer bestimmten Situation befindet“ (Singer 2003, 304 2 ). Vgl. schließlich die „kulturelle Überformung“(s. Kultur). – Metaphern werden oft auf dieser Ebene angesiedelt (vgl. aber Netzel 2003, 15-23.) Auf der von der biologischen Meso-Ebene abhängigen Makro-Ebene ‚existieren‘ dann die genannten Generalisierungen (z. B. „Klassen“, „Gesellschaften“ usw.) und andere Denkfiguren als ‚reale‘ Iterationen von Prozessen (oder als iterierbare Prozesse) der soeben skizzierten Arten (vgl. Krüger 2004, 192; vgl. auch Vermeer 2006a, 195-294). Ich betone noch einmal, daß die Prozesse holistisch in individuellen Gehirnen existieren. Makro- Ebenen sind sozio-kulturell überformte (quasimomentane) Individua. Ihre ‚Dauer‘ ist eine mesokosmische reduktionistische Generalisierung. Die Makro-Ebene wirkt auf das Verhalten eines Menschen und das Sich- Bewußtwerden des Verhaltens ein. Nicht geklärt ist, ob und inwieweit biologisch (bisher) nicht verort- und erklärbare, oft noch als „Geist“ bzw. „geistig“ oder „mental“ bezeichnete, heute „kognitiv“, z. T. „(kognitiv­) rational“ genannte Phänomene zur ‚metarepräsentativen‘ Ebene gerechnet werden sollen oder nach der Ansicht einiger Wissenschaftler eine weitere Ebene erfordern. 70 (Letzteres wird z. B. außerhalb der Biologie von Theologen und z. T. Philosophen, aber durchaus nicht nur von diesen, angenommen.) In der vorgestellten Schichtung spiegeln sich vielleicht (evtl. 69 Eine Abart der reflexiven Ko-Orientierung findet sich in einer Situation, in der jemand (I1) auf jemanden (I2) reagieren soll/muß, der andere (I2) dies weiß und sich dementsprechend darauf vorbereiten kann (vgl. eine Handballsituation). Für I1 entsteht das sog. „double bind“ (vgl. Vermeer 2006b, 60-63). 70 Termini wie „psychisch“, „geistig“ oder gar „seelisch“ verwende ich nur als Zitate. Letzten Endes beruht das damit Gemeinte, wie bereits gesagt, auf physischer, neuronaler Grundlage. „[G]eben Sie […] die Unterscheidung zwischen ‚psychisch‘ und ‚organisch‘ auf. Das sind doch nur Bezeichnungen, um sich über irgend welche Besonderheiten des Lebens leichter zu verständigen, im Grunde ist beides dasselbe, beides denselben Hauptlebensgesetzen unterworfen, demselben Leben entsprungen.“ (Groddeck [1923) 2004, 134) In diesem Sinne kann man auch keinen Unterschied zwischen Körper und „Geist“ oder „Seele“ machen. Das Ganze macht den lebendigen Organismus (vgl. ib.) und nicht nur den Menschen. 89

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