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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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stufenweise erfolgte)

stufenweise erfolgte) Evolutionssprünge bis ‚hinauf‘ zur Komplexität des Denkens des Homo sapiens (sapiens). Zugleich soll die Forschung nicht hinter die von Singer (2004) erreichte Erkenntnis, daß zwischen mindestens fünf emergenten Phänomengruppen unterschieden werden müsse, zurückfallen. Gedanken sind keine physischen Phänomene; sie beruhen aber auf und entstehen durch physische (chemische und elektro-magnetische) Aktivitäten von Neuronen(netzen) und wirken auf diese ein. Im übrigen ist bisher nicht bekannt, wie Denken, Sprache, Perzeption und Speicherung von Eindrücken neuronal geschehen – mit anderen Worten: wie derartige Phänomene ins Neuronale oder aus dem Neuronalen ‚übersetzt‘ werden. Die Neurobiologie kann die Kette noch nicht verfolgen. Alle Phänomene, die in der traditionellen Metaphysik behandelt wurden, haben eine neurobiologische Grundlage, sind also „immanent“, auch der Gedanke an eine transzendentale „Metaphysik“. – Im Umgang mit Gehirnaktivitäten wäre eine ergative Struktur vielleicht angebrachter als die übliche Subjekt-Objekt- und „Täter“-Perspektive. Die Neurobiologie ist (noch) nicht imstande, das gemeinhin mit „Willensfreiheit“ bezeichnete Empfinden bzw. Verhalten von Menschen eindeutig nach- oder abzuweisen. Zu näheren Forschungen wären weitere Disziplinen einzubeziehen. So könnte z. B. an die Biologie die Frage nach einem Zusammenhang von Hormonen, Ernährung, psychischem Zustand und Verhalten, Tun und Handeln gerichtet werden. Man weiß ja um derartige Zusammenhänge, aber noch nicht, wie sie ineinandergreifen und sich gegenseitig beeinflussen. 7. Willensfreiheit Um die sog. Willensfreiheit hat die Menschheit wahrscheinlich schon seit langem, deutlich zumindest seit der historisch erkundbaren Antike gerungen. Schon Aristoteles konnte sich nicht entscheiden (vgl. Περ ρµηνείας IX; in lat. Übersetzung: De Interpretatione). An einer Stelle vertrat Aristoteles (Aristotle 1982, FN 28 c von Fyfe zu 6.24 = 1450b) deutlich die Existenz eines freien Willens: προαίρεσις is a technical term in Aristotle’s ethics, corresponding to our use of the term “Will,” the deliberate adoption of any course of conduct or line of action. It is a man’s will or choice in this sense that determines the goodness or badness of his character. 90

Der Streit ist somit uralt. Dietrich von Freiberg brachte es um 1300 n. Chr. auf den Punkt: Necessitas consequentiae non est necessitas consequentis. (zit. n. Flasch 2007, 541) 71 Zu Beginn der sog. Moderne suchte Hobbes ([1651] 1999, 146f) einen mittleren Pfad als Ausweg aus dem Dilemma, ob Willensfreiheit existiere oder nicht, […] because every act of mans will, and every desire, and inclination proceedeth from some cause, and that from another cause, in a continuall chaine, (whose first link is in the hand of God the first of all causes,) they proceed from necessity. So that to him that could see the connexion of those causes, the necessity of all mens voluntary actions, would appeare manifest. And therefore God, that seeth, and disposeth all things, seeth also that the liberty of man in doing what he will, is accompanied with the necessity of doing that which God will, & no more, nor lesse. […] And did not his will assure the necessity of mans will, and consequently of all that on mans will dependeth, the liberty of men would be a contradiction, and an impediment to the omnipotence and liberty of God. Hobbes war Skeptiker. For Sense, Memory, Understanding, Reason, and Opinion are not in our power to change; but alwaies, and necessarily such, as the things we see, hear, and consider suggest unto us; and therefore are not effects of our Will, but our Will of them. (ib. 256) Mancher Streit um das Thema „Willensfreiheit“ nährt sich von ungenauen und zu engen Klassen- oder „Begriffs“-Bestimmungen (vgl. Käuflein + Macherauch 2006). So wird „Willensfreiheit“ mit Bewußtseinsfähigkeit und damit der bewußten Entscheidbarkeit zu einem bestimmten Verhalten verbunden. Es fragt sich, ob „Willensfreiheit“ von Bewußtsein getrennt werden kann. Es lassen sich mindestens drei (quasi)momentane Verhaltensarten unterscheiden: 1. Automatische Reaktion, z. B. das Gesicht mit dem Arm als Verteidigung gegen einen erwarteten Schlag schützen 2. Gewohnheitsverhalten, z. B. bei einer Begrüßung „Hallo! Guten Tag!“ statt nur des einen oder des anderen sagen 3. Ins Bett gehen wollen, genauer: den bewußten Entschluß fassen, ins Bett zu gehen, weil man ‚der Welt überdrüssig‘ ist 71 „Es gibt eine Notwendigkeit der Abfolge, die keine Notwendigkeit des Abfolgenden bedeutet“ (Flasch 2007, 541) – oder freier: Aus einer Determination folgt [wegen der indefinit vielen Bedingungen] nicht notwendigerweise Determiertes. 91

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