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Hans J. Vermeer Translationen Grenzen abschreiten - Fachbereich ...

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zesse können wir nur in

zesse können wir nur in der uns geläufigen Sprache reden.) – Höffes Argumentation ist kein Beweis für Willensfreiheit. Das Gehirn läßt evtl. das Gefühl, wenn nicht gar nur die Illusion einer Möglichkeit bewußt werden. Das Gehirn denkt ‚menschlich‘. Es spiegelt die Illusion als real vor (vgl. oben zur Rezeption von Licht usw.; vgl. unten die Kontrollschleife). Die sog. Willensfreiheit ist in der öffentlichen Diskussion fast zu einem Kernproblem der Neurobiologie geworden. Eine unbewußte Freiheit hätte nie zu den heftig geführten Streitgesprächen führen können – weil man sie einfach nicht feststellen könnte. Es geht also nicht um Freiheit, sondern um eine bestimmte Art Bewußtheit. Entscheidungen, die ‚das Gehirn trifft‘, ohne daß sein ‚Besitzer‘ davon erfährt und erfahren kann, werden der Freiheit der Person nicht zugerechnet, können es ja gar nicht. Zur (angenommenen) bewußten Freiheit gehört die Empfindung einer Verantwortung, so daß wir von einer Einheit „Freiheit-in-Verantwortung“ sprechen können. Das nennen wir Ethik (doch vgl. unten). Wenn jedes Gehirn in die Gesamtheit des Universums eingebunden ist und sich in der bisherigen Forschung kein „metaphysisches“ oder genauer: (dem Universum) transzendentales Etwas nachweisen läßt, das zu einem Moment der Evolution von außen Ein-Fluß (im wahrsten Sinn des Wortes) auf das Universum genommen hat oder nimmt, dann müssen Willensfreiheit und ihre Folgen für „Schuld und Sühne“, d. h. Verantwortung und deren Folgen und Wirkungen, evolutionär(-biologisch) entstanden und an physikalische Gegebenheiten gebunden sein. Dann wäre aber, wenn ich richtig sehe, nicht zuerst nach einer Evolution der Willensfreiheit und ihrer Ursache oder nach ihrem Grund zu fahnden, sondern nach dem Werden einer Empfindung von Freiheit und Verantwortung im Laufe der biologisch-neuronalen Evolution. Die Annahme einer rein physikalischen Struktur des neurophysischen Apparats führt verständlicherweise zunächst zur Annahme einer deterministischen Funktion des Gehirns. Beachtet man aber, daß das menschliche Gehirn aus über einer Million Nervenzellen („Neuronen“) mit z. T. bis zu 100 Dendriten für die Vernetzung einer Zelle bestehen kann und daß sich der sog. neurophysische Apparat holistisch gesehen nicht auf das Gehirn beschränkt und jeder Organismus eine Ganzheit in (s)einem Umfeld bildet, so werden die Möglichkeiten der Interaktionen in diesem Bereich so groß, daß Determinismus die Abläufe nicht mehr korrekt beschreiben kann. Eine winzige ‚Ablenkung‘ vor einer Entscheidung aus welchem Grund auch immer kann eine entscheidende Weiche für die Zukunft stellen. Bei so 96

vielen Bedingungen für jede Entscheidung kann der Mensch die nächste Entscheidung nicht vorhersagen. Prinz (2006, 27) argumentiert in einem (vitiösen) Zirkel: Versuche, die Freiheit des Willens mit der Unschärferelation der Quantenphysik oder der Nichtdeterminierbarkeit chaotischer Systeme in Verbindung zu bringen, [müssen] auch zum Scheitern verurteilt sein. Sie beruhen nämlich auf dem Missverständnis, die Freiheit des Willens sei nichts weiter als die Abwesenheit von Determination. In Wahrheit geht die Zumutung viel weiter. Die Idee der Willensfreiheit verlangt uns ab, menschliche Subjekte als Verursacher ihres Handelns anzusehen – ausgestattet mit einem je eigenen Willen, der autonom determiniert, ohne selbst determiniert zu sein. Kaum jemand dürfte die Willensfreiheit, wie sie üblicherweise beschrieben wird, aus der Quantenphysik (allein) ableiten. Prinz (ib. 31) spricht von „Präferenz“. Präferenz kann physikalisch zustande kommen: Zwischen zwei Elementen können Nähe, Geschwindigkeit, Energie-Intensität usw. sowie die raumzeitlichen Umweltbedingungen usf. zur Attraktion (oder Repulsion) führen (vgl. die „Sensitivität“). Wird auf höherer Ebene ein „Skopos“, d. h. eine Funktion, für eine Entscheidung angesetzt, so verschärft sich das Problem: Die Wahl eines Skopos unterläge (und unterliegt) selbst wieder einer Entscheidung auf Grund indefinit vieler Bedingungen. Handlungswissen ist Wissen über Handlungs-Wirkungs-Zusammenhänge (ib. 31) Aber dieses Wissen setzt kein Bewußtsein voraus und kann nicht exhaustiv sein. Prinz (2006, 32f) meint, das Bewußtsein eines Organismus von sich selbst, sein „Selbstbewußtsein“, entstehe in Lernprozessen als Wissensstruktur, ähnlich wie z. B. das Wissen eines Menschen „über den Mond, den Eiffelturm oder die Straßenverkehrsordnung“. Der Vergleich erstaunt. Über den Mond erfährt das Schulkind etwas von den Eltern oder vom Schullehrer und durch eigene ‚nach-denkliche‘ Anschauung. Bewußtsein gäbe es demnach, weil man es so gelernt hat. Aber Prinz beläßt es nicht dabei. Selbstbewußtsein entwickelt sich nach ihm im „Selbst-Konstruktivismus“ „gemeinsam mit den Strukturen für Präferenzen, Handlungswissen und Situationsbewertung“ (ib.). Die aber hängen von Erfahrungen ab. „Das Selbst wird mit und in diesen Strukturen erzeugt“ und existiere dann nach Prinz als „wahrgenommene[s] Selbst“; es sei für „die Rolle des Autors von Handlungsentscheidungen“ „in einem kulturell genormten Interpretationsrahmen […], welcher die Sozialisation von Individuen steuert“, „gemacht“ worden (ib. 33f). Willensfreiheit ist also eine Annahme, eine Empfindung und (als angelernte) eine gesellschaftlich gewordene zudem. Der Rahmen 97

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