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Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

610 sein System

610 sein System identifizieren zu können. Scheibmayr (2004) braucht Umwelt(en), um Luhmann kritisieren zu können. Luhmann identifiziert Systeme durch den Differenzbegriff. Scheibmayr erkennt bei Peirce in der Umwelt ein „dynamisches Objekt“, das im logisch-abstrakten Zeichensystem als „unmittelbares Objekt“ (also als ) auftreten muß, um eine Verbindung zwischen realer Umwelt und theoretischer Zeichenwelt herstellen zu können. Die Existenz der Umwelt und darin die notwendige Differenzierung zwischen beiden Objekten werden nicht logisch, sondern vorläufig (vgl. oben den „finalen Interpretanten“) systemfremd praktisch begründet. Luhmann und Scheibmayr müssen dabei jeder auf seine Weise „Bewußtsein“ und „Kommunikation“ zur Relationierung einführen (vgl. Scheibmayr 2004, 340). Eine weitere, nicht explizierte Schwierigkeit bei Luhmann, vor allem aber bei Scheibmayr, ist die Existenz anderer Systeme in der Umwelt und die Erkennung ihrer Existenz. (Vgl. oben das Problem mehrerer langues bei Saussure.) Das System, von dem ausgegangen wird, muß also nicht nur andere Systeme in seiner eigenen Umwelt erkennen, sondern auch anerkennen, wie sie, z. B. ihm selbst analog, strukturiert sind und funktionieren, d. h., daß sie ihm z. T. gleiche und z. T. ungleiche Systeme sind. Bei Luhmann ist dazu „Kommunikation“ mit Interpenetration nötig. Peirce’ Theorie soll ‚die Welt‘ darstellen. Dazu müssen Bewußtsein und Kommunikation(sfähigkeit) von außen (!), nämlich vom System „Theorieautor“ her eingeführt werden. Nur er erkennt kontingent seine kontingente Erkennung dessen, was ‚ist‘, kann kontrollieren, was vor sich geht (‚wird‘), und überträgt die Erkennbarkeit auf seiner Ansicht nach eigentlich nicht-agentiale Systeme. Ich glaube nicht, daß der Theorieautor glaubt, Zeichensysteme agierten wirklich. Dann aber ließe sich nicht ein universales System, sondern nur eine Systematik von Herren- und Dienersystemen aufbauen. Nach einer (oben skizzierten) Interpretation bilden die Saussureschen und Peirce’schen Zeichensysteme jeweils eine determinierte, statische, d. h. unveränderliche, Einheit. Es kann also nicht angenommen werden, daß ein Element eines der Systeme agiert. Dazu müßte es zuvor aus dem System ausscheren oder/und würde das System, zu dem es selbst gehört, zu einem anderen System machen. Perzeption geschieht unbewußt. Erst die Apperzeption hebt einen Teil ins Bewußtsein. Perzeption bedeutet Sinnzuerkennung und ­interpretation. Aus Bewußtsein entsteht bewußter „Sinn“, der kommunikabel wird, und aus Kommunikation entsteht sozusagen der dritte Sinn usw. (vgl. die Memetik). Bei Scheibmayr (ib. 341 9 ) entsteht Sinn durch die Fähigkeit des

611 Zeichensystems zur „Relationierung von Relationen“. Im Hinblick auf den erstgenannten Sinn durch Perzeption (im weiten Sinn) kann akzeptiert werden, daß diese Fähigkeit bereits seit Anbeginn der Welt existiert und praktiziert wird (vgl. die Sensitivität). Insofern braucht man zum Funktionieren der Welt kein Bewußtsein. Gibt es es dennoch ab einer bestimmten Evolutionsstufe, so wird es eine andere Funktion haben, z. B. die einer Kontrollschleife-für. Mögen die hier vorgebrachten Gedanken auch „in die Büsche“ führen, sie zeigen hoffentlich etwas von der Möglichkeit und Unmöglichkeit von Translationen und ihren Weiten und Grenzen sowie Grenzüberschreitungen, „wenn sich ein Raum des Unvorhersehbaren, Unerwarteten öffnet, wenn ein Ereignis stattfindet.“ (Dizdar 2006, 195).

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