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Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

520 brauch eines

520 brauch eines Phänomens ausnahmslos in einer Situation erfolgt, die unerläßlich zu seinem rationalen und vor allem auch emotionalen Verstehen beiträgt (was auch Quine in seinem „Gavagai“-Beispiel vergaß, obgleich er von Situation sprach). According to Bertrand Russell, “no one can understand the word ‘cheese’ unless he has a nonlinguistic acquaintance with cheese.” [FN: Russell 1950, 18] If, however, we follow Russell’s fundamental precept and place our “emphasis upon the linguistic aspects of traditional philosophical problems,” then we are obliged to state that no one can understand the word “cheese” unless he has an acquaintance with the meaning assigned to this word in the lexical code of English. Any representative of a cheese-less culinary culture will understand the English word “cheese” if he is aware that in this language it means “food made of pressed curds” and if he has at least a linguistic acquaintance with “curds.” We never consumed ambrosia or nectar and have only a linguistic acquaintance with the words “ambrosia,” “nectar,” and “gods” – the name of their mythical users; nonetheless, we understand these words and know in what contexts each of them may be used. The meaning of the words “cheese,” “apple,” “nectar,” “acquaintance,” “but,” “mere,” and of any word or phrase whatsoever is definitely a linguistic – or to be more precise and less narrow – a semiotic fact. Against those who assign meaning (signatum) not to the sign, but to the thing itself, the simplest and truest argument would be that nobody has ever smelled or tasted the meaing of ”cheese” or of “apple.” There is no signatum without signum. The meaning of the word “cheese” cannot be inferred from a nonlinguistic acquaintance with cheddar or with camembert without the assistance of the verbal code. An array of linguistic signs is needed to introduce an unfamiliar word. Mere pointing will not teach us whether “cheese” is the name of the given specimen, or of any box of camembert, or of camembert in general or of any cheese, any milk product, any food, any refreshment, or perhaps any box irrespective of contents. Finally, does a word simply name the thing in question, or does it imply a meaning such as offering, sale, prohibition, or malediction? (Brower 1966, 232) 362 362 „Nach Betrand Russell ‚kann niemand das Wort «cheese» verstehen, wenn er noch keine nichtsprachlichen Erfahrungen mit Käse gemacht hat‘ (1930, 18). Wenn wir jedoch Russells grundlegende Regel befolgen und unser ‚Hauptaugenmerk auf die sprachlichen Aspekte traditioneller philosophischer Probleme‘ richten, müssen wir feststellen, daß niemand das Wort ‚cheese‘ verstehen kann, wenn er nicht die Bedeutung kennt, die diesem Wort im lexikalischen System der englischen Sprache zugeordnet ist. Jeder Vertreter einer Kultur mit ‚käse-loser‘ Küche wird das englische Wort ‚cheese‘ verstehen, wenn er weiß, daß es in dieser Sprache die Bedeutung ‚food made of pressed curds‘ besitzt, und wenn er zumindest über sprachliche Erfahrungen mit ‚Quark‘ verfügt. Wir haben noch nie ‚ambrosia‘ oder ‚nectar‘ verzehrt und verfügen lediglich über sprachliche Erfahrungen mit den Wörtern ‚ambrosia‘, ‚nectar‘ und ‚gods‘ – dem Namen ihrer mythischen Konsumenten;

521 Wir brauchen die Argumente nicht durchzugehen. Ein kleines Kind lernt seine Erstsprache, ohne die zu erlernende Sprache schon zu beherrschen; möglicherweise auch eine Zweit- und Drittsprache (als Muttersprache) ohne dauernden Rekurs auf eine Erstsprache, die ja gleichzeitig erst mit letzterer gelernt wird. Sobald das Kind eine Sprache hinlänglich (wieviel das auch sein mag) beherrscht, nimmt es bestehende Kenntnisse zu Hilfe, um die Sprache weiter auszubilden. Wie kann man eine Sprache lernen, wenn man sie hierzu bereits beherrschen müßte! Aber jedermann und jedes Kind nimmt die Situation zu Hilfe, um den Gebrauch sprachlicher Einheiten, z. B. das Wort „Mama“ oder „Papa“ oder später eine syntaktische Fügung, z. B. den Satz „Wo ist Mama?“, zu erlernen. Und zur Situation gehören dann bald auch die kulturellen Lehren der hinlänglich Erwachsenen, z. B. die Mutter oder ein älteres Geschwister usw. Von der realen Anschauung in gegebener Situation lernt ein Kind auch allmählich, ein Sprachelement richtig zu verwenden, z. B. „Käse“ zu sagen, wenn Käse gemeint ist (später auch den metaphorischen Gebrauch) usw. So lernt auch das Kind, Funktionen zu verbalisieren. Jakobson muß umgedreht werden: nicht von der Sprache zur Welt, sondern von der Welt zur Sprache. Even-Zohar (1990, 195), um nur ein Beispiel zu nennen, glaubt an das metaphysische Sein von Zeichen, beschreibt aber das „fundamental principle which governs the relations between functions and means, or signs and sign-carriers“ gegen Saussure als Prozeß: Once it was postulated that the relations between these are not symmetrical, and that they may be relatively independent of one another (that is, func- dennoch verstehen wir diese Wörter und wissen, in welchen Zusammenhängen sie gebraucht werden können. Die Bedeutung der Wörter ‚cheese‘, ‚apple‘, ‚nectar‘ ‚acquaintance‘, ‚but‘, ‚mere‘ und jedes beliebigen Wortes oder Satzes ist definitiv eine sprachliche – oder genauer und weniger eng – eine semiotische Tatsache. Das einfachste und einleuchtendste Argument gegen jene, die Bedeutung (signatum) nicht dem Zeichen, sondern dem Gegenstand selbst zuweisen, wäre, daß niemand je die Bedeutung von ‚cheese‘ oder ‚apple‘ gerochen oder geschmeckt hat. Es gibt kein signatum ohne signum. Die Bedeutung des Wortes ‚cheese‘ kann nicht ohne Zuhilfenahme des sprachlichen Kodes aus einer nichtsprachlichen Erfahrung mit Schweizerkäse oder Camembert abgeleitet werden. Ein großes Aufgebot an sprachlichen Zeichen ist erforderlich, um ein unbekanntes Wort einzuführen. Bloßes Zeigen sagt uns nicht, ob ‚cheese‘ die Benennung für das betreffende Stück Käse, für jede Camembertschachtel, für Camembert allgemein, für Käse überhaupt, für sämtliche Milchprodukte, für alle Nahrungsmittel, für jede Art von Imbiß oder vielleicht für jede Schachtel ungeachtet ihres Inhalts ist. Schließlich, benennt ein Wort nur den betreffenden Gegenstand, oder impliziert es eine Bedeutung wie Angebot, Verkauf, Verbot oder Verwünschung?“ (Jakobson/Freigang 1981, 189f)

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