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Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

530 (Interpretat),

530 (Interpretat), wahrscheinlicher auf die Dreiheit von Interpret(ans), Interpretat und Benennung (des Interpretats) hin. Ähnlichkeit von Phänomenen oder Phänomenteilen als Erfahrung eines Individuums unter als ähnlich angenommener Perspektive usw. in als ähnlich angenommener Situation für eine ähnliche Funktion führt bei Iteration(en) zu einer Gewohnheit. Gewohnheit kann durch ‚Gewohnheit‘ auf andere Perspektiven, Situationen und Funktionen ausgeweitet werden. Sie führt zu einer Speicherung des Erkannten als „Begriff“. (Eigentlich müßte ich an Stelle der Buchstabensequenz „Begriff“ für ein Gemeintes die Abbildung eines Individuums der gemeinten Art hersetzen, um Mißverständnisse zu vermeiden. Ich meine nicht die Benennung „Begriff“.) Die Gewohnheit, die gemeinte Art zu bezeichnen (!) und dadurch ein Exemplar der Art zu nennen, sind zweierlei Gewohnheiten. – Wird auf Grund einer zur Gewohnheit gewordenen generalisierten Perspektive der Betrachtung des Verhaltens eines Miglieds einer bestimmten Spezies die Eigenschaft habituell und auf Grund des Verhaltens eines Menschen bzw. von Menschen die Benennung „bissig“ ebenfalls auf ein mehr oder weniger bestimmtes Verhalten von Menschen oder eines Menschen angewandt, so kann die Benennung „Hund“ durch einen Vergleich des tierischen und eines als ähnlich angenommenen menschlichen Verhaltens auf Menschen übertragen werden. Dann gibt es entweder zwei Begriffe oder (das ist wohl die geläufige Ansicht) zwei Gebrauchsgewohnheiten der Benennung (!) mit Hilfe der Form „Hund“. Begriff und Benennung sind aber zweierlei. Erwartungen stärken die Speicherung um so mehr, je mehr sie bestätigt werden. Habitūs der erwähnten Art entstehen nicht nur für Menschen. Ein Begriff wird Kurzformel für das Resultat von einer als Gewohnheit gespeicherten {Iteration}. – Ähnliches gilt für komplexe Formen, z. B. Merksätze, nur daß wir sie nicht „Begriffe“ zu nennen gewöhnt worden sind, wahrscheinlich wegen der Äußerlichkeit, daß sie nicht in einem Wort zusammengeschrieben werden. Daß keine „Bedeutung haben“, weiß man seit Jahrhunderten. Als Beispiel sei Hobbes ([1651] 1999, 194) angeführt: For the significations of almost all words, are either in themselves, or in the metaphoricall use of them, ambiguous, and may be drawn in argument, to make many senses; […]. Doch dann verfällt Hobbes wieder in die übliche Meinung, es gebe einen “literall sense”, z. B. den, “which the Legislator intended, should by the letter of the Law be signified”. Wer aber ist „der“ Gesetzgeber?

531 Der buddhistische Upāyahrdaya oder Prayogasāra („The Essence of Method“) kennt ebenfalls eine inferierende Generalisierung, indem von einem Element auf das Ganze geschlossen wird (s. oben). Das Denken von Organismen, wie z. B. Menschen, die gesellschaftlich leben und sich daher überindividuell als geltend angenommene, jederzeit veränderliche Regelinventare zum Zusammenleben schaffen (wir nennen sie „Kulturen“), speichert Iterationen evozierbar in der Annahme, daß ähnliche Speicherungen in allen in Frage kommenden Gehirnen derselben Kultur stattfinden und erinnerbar sind. Dabei bleibt offen, wie weit die Extension einer Kultur reicht. Das So-Sein der Organismen wird durch ihre (jeweilige) Umwelt beeinflußt. Insoweit werden Ähnlichkeiten als überindividuell, eben gesellschaftlich (sozial), angenommen. Das braucht nicht zu besagen, die Makro-Ebene sei eine gesellschaftliche Ebene. Jeder Organismus ‚hat‘ seine sich stets verändernde Makro-Ebene; doch die Makro-Ebenen der (meisten) Organismen der gleichen Kultur sind sich in manchem ähnlich. Daß Formen und Funktionen nicht fest miteinander verbunden sind, erhellt aus der häufigen Schwierigkeit, für eine Form eine adäquate Funktion oder umgekehrt zu finden. 367 Zeichen gelten als untereinander vernetzt. (Die Vernetzung von Zeichenelementen wird unten bei Peirce besprochen, wo zu einem Repräsentamen ein Interpretant gehört, der wieder zu einem Repräsentamen wird usw. – Vgl. zur indischen Philosophie Ganeri 2001, 44-46.) Zweierlei Arten Vernetzungen sind denkbar: Vernetzungen auf derselbe Ebene (z. B. der Meso- Ebene) und Vernetzungen zwischen den Ebenen (vgl. die Makro-Ebene als ‚Emanation‘ der Meso-Ebene und die Einwirkung von Makro-Phänomenen auf mesokosmisches Verhalten). – Systeme sind theoretische Konstrukte, Virtualitäten. Es ist denkbar, daß jemand eine Menge von erdenkt und zu einem mehr oder minder komplexen, erdachten System, einem Zeichenspiel, zusammensetzt (vgl. unten Saussure und Peirce). Systeme als geltend angenommene Konstrukte ‚sind‘ theoretische, iterierende Mengen momentaner Mengen. Wiederum gilt: Repetition […] is not the repetition of the same, […] re-production, but a creative production which pushes ahead, which produces as it repeats, 367 Hobbes’ “distinctive theory was that our thoughts and mental life are constituted by material objects. Such things as mental images and other ‘ideas’ [...] were for Hobbes simply part of that world. [...] We can, however, have confidence in the truth only of propositions which relate to the final perceptions [die bewußte Apperzeption?], since we have direct acquaintance only with them, the rest of a natural science must remain hypothetical.” (Tuck in Hobbes 1999, xxiv)

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