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Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

has been virtually

has been virtually banished from the realm of linguistics. (Even-Zohar 1990, 10) 554 Dabei überrascht, daß stets von la langue die Rede ist, wo es doch indefinit viele gibt. Offenbar verstand Saussure die Virtualität langue als eine für alle parole-Realisierungen, gleich welcher Formen, jeweils gültige Einheit (doch vgl. FN 79; die Einheit sollte die langage garantieren). Damit wäre zugleich die grundsätzliche Einheit aller Sprachen (gegenüber diem Nicht- Sprachlichen) behauptet. Doch heißt es andererseits wieder: La langue est un ensemble de conventions nécessaires adoptées par le corps social pour permettre l’usage de la faculté du langage chez les individus . La faculté du langage est un fait distinct de la langue, mais qui ne peut s’exercer sans elle. Par la parole on désigne l’acre de l’individu réalisant sa faculté au moyen de la convention sociale qui est la langue . (Saussure, zit. n. Mauro 1995, 419 63 ). Saussure bestimmt die Grenze(n) der einzelnen langues nicht. Langue als Konvention hätte keiner Systemhaftigkeit gebraucht (vgl. das Verhältnis von Idio- und Dia- und Dia- zu Para-Kultur[en]). Ein streng synchrones, abstraktes System kann in einem Moment als vollkommen und in der Enge dieses So-Seins exhaustiv geltend gedacht werden. Nach jedem unausweichlichen ‚Quantensprung‘ entstände allerdings im nächsten Moment sogleich ein anderes System und damit eine andere Theorie. Soll corps social nicht die gesamte Menschheit umfassen, so muß la langue gesellschafts- (wir würden heute sagen: kultur-)spezifisch begrenzt sein. Dazu heißt es im Cours (Saussure 1995, 30): En séparant la langue de la parole, on sépare du même coup: 1° ce qui est social de ce qui est individuel; 2° ce qui est essentiel de ce qui est accessoire et plus ou moins accidentel. Saussure macht einen klaren Unterschied zwischen dem gesellschaftlichen abstrakten, „essencial“ Phänomen langue und der individuellen „accessoire“ parole. Für Saussure ist die virtuelle langue gegenüber der „accidentelle“ parole das ‚Wesentliche‘ (im Doppelsinn des Worts). Hier übernimmt Saussure die lange vorherrschende Meinung vom Primat des Geistigen/„Metaphysischen“ und zugleich Rationalen, während die Holistik sowieso außen vor bleibt. Der Makrokosmos kann aber nur eine Emanation des Mesokosmos sein. Als Emanation ist er abhängig; jede Wandlung/Veränderung der mesokosmischen parole muß zu einer anderen langue führen. Das wäre konseuqent und doch paradox, denn die Emanation gehört zur Diachronie, auf die Saussure ja nicht eingehen will. Der Makrokosmos kann sich streng genommen nicht wandeln; jede Veränderung kommt von

555 außen und führt zu einem anderen Makrokosmos. – Kühe sind reale Existenzen im Mesokosmos. Der Begriff ist eine Virtualität. Angenommen, zu einem Zeitpunkt t träten hörnerlose Kühe auf. Es genügt, den Begriff als Gesamtheit aller Kühe auszuweiten, es sei denn, man schaffe und unterscheide (verbal) jetzt zwei Sorten: die und die (vgl. Saussure 1995, 36f.). Die Entscheidung ist letztlich willkürlich.– Zur Schwierigkeit des Räsonnements vgl. folgende Fußnote (Mauro 1995, 428 81 ; Lit.-Angabe im Original): Une opinion répandue dit de la parole que, parce qu’elle est „das ständig Wechselnde“, elle „nicht Gegenstand der Wissenschaft sein kann“ (Bröcker 1943, 382). Wenn Saussure die langue als „code“ bezeichnet (ib. 31), müßten ihre Elemente, z. B. die Wörter, damit tatsächlich als eindeutige Einheiten mit 1:1- Entsprechung von signifié und signifiant verstanden werden (vgl. Dizdar 2006, 76-80, zu Shannon + Weaver 1949). Auf der Mikro-Ebene ist Eindeutigkeit der Relation gegeben. Elemente sind sistierte Prozeßmomente. Das signifié ist „un concept“ (Saussure 1995, 98). Das signifiant wird als „une image acoustique“ erklärt und schwankt mit dieser doppeldeutigen Metapher zwischen einem ontischen Reale und einer Virtualität. Zur Existenz einer „reinen Theorie“ heißt es bei Nāgārjuna 1.3, zit. n. Garfield 1995, 110): If their is no essence, There can be no otherness-essence [parabhāvah; vgl. Meta-Physik]. Garfield (ib. 112) interpretiert die Verse u. a. als Without individual essences there are no substantial differences. Without substantial differences, there are no absolute differences. […] in order to characterize phenomena as essentially different from their conditions, it is important to be able to characterize them independently. Theorie „depends more on our explanatory interests and language than on joints nature presents to us.“ (Garfield 1995, 113). Die Gefahr ist groß, von der Virtualität in die Realität und umgekehrt abzugleiten. Vergleiche z. B. den Gebrauch von „langue“ und „utiliser“ im folgenden Zitat (Mauro 1995, VI): […] regardant non pas notre façon d’utiliser, mais notre façon d’apprécier la langue que nous utilisons, est justement dans le discours concret que […] nous reconnaissons d’une occurrence à l’autre les différentes répétitions […] précisément comme des répétitions, autrement dit comme variations d’une certaine chose qui, pour varier, doit bien rester identique d’un quelconque point de vue.

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