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Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

558 nau das wird

558 nau das wird gemeint, wenn behauptet wurd, der Begriff habe allemal bei allen Schattierungen die Bedeutung „Kuh“. Unterschiede in der Aussprache, den Schriftzügen (vgl. die Type), den Konnotationen und dem mit einem signe extralingualen (?) Bezeichneten gehören dann nicht zur „Sprache“ (langue), sondern werden als Umwelt- /Situations-/Kontext-Phänomene ignoriert oder der „Rede“ (parole) zugeordnet. Langue-Einheiten sind Ideale. Sprache (langue) und Rede (parole) werden tatsächlich, wie Saussure es mit der Unterscheidung von synchroner (atemporaler) Theorie und diachronem (temporalem) Sprachgebrauch behauptete, inkommensurabel (wie Einhörner und Narwale unter einer gewissen Perspektive). Signes unterscheiden sich in dieser Theorie durch ihre signifiants und signifiés voneinander. Funktion gehört nicht zur langue und damit nicht zur Theorie. Reduktionistisch. In der Theorie gilt die Relation von signifiant und signifié eines signe dann nicht mehr als „arbitraire“. Arbitrarität gilt in ihr nur „synchron“, d. h. aber zeitlos. – Eine andere Interpretation läßt zu, daß das nach außen geschlossene System in sich offen ist, d. h., es kann in einem Zeitpunkt einmal indefinit viele Elemente aufnehmen. Allerdings würde sich der „concept“ (Begriff) jedes signe auch mit jeder inneren Veränderung ändern. Was von außen ‚dasselbe‘ System ‚ist‘, bleibt es von innen gesehen über einen Augenblick hinaus nicht. Das System wird zu einem Prozeß. Nun hatte Saussure die vorgenannte Determination aber nicht im Sinn, als er von der Arbitrarität der Relation von signifié und signifiant sprach. Er argumentierte in dieser Hinsicht auf der Ebene konkreter Vorkommen, also außerhalb seiner Theorie. Le lien qui relie une image acoustique donnée avec un concept déterminé et que lui confère sa valeur de signe est un lien radicalement arbitraire. (vgl. Stetter 1994, 160) Die image acoustique bekommt ein concept, das vorher schon existierte („déterminé“ ist Partizip der Vergangenheit) und wird dadurch in einem geradezu souveränen Akt einer „Verleihung“ zu einem signe erhoben. Ersetzt man concept durch „Funktion“, dann stimmt die Sache. Was der Begriff [! – also eine Virtualität] „sœur“ meint, was also darunter zu verstehen ist, wenn ein sich des Französischen bedienender Sprecher das Wort „sœur“ verwendet [eine konkrete Handlung], um über seine Schwester zu reden, sei durch keine ‚interne‘ Relation mit der Lautfolge, genauer gesagt dem „korrespondierenden“ Lautbild s + ö + r verbunden. Und wie üblich rekurriert er hierbei auf das Argument der Übersetzbarkeit. Derselbe [!] Begriff – so die Unterstellung –, der in einer Sprache als „hippos“ bezeichnet werde, werde in einer anderen als „equus“, in einer dritten als „Pferd“ repräsentiert usw. (Stetter ib. 161)

559 Wieder sind zwei Dinge zu unterscheiden: Die Arbitrarität der Lautfolge ist synchronisch willkürlich wie das Aussehen des Ordens, der jemandem an die Brust geheftet wird. Die Verschiedenheit von Lautfolgen mit angeblich demselben oder zumindest gleichem (hinreichend ähnlichem) Inhalt von Elementen verschiedener Sprachen wird offenbar hingenommen und nicht als arbiträr eingestuft. Das müßte heißen, daß es nicht arbiträr ist, daß es verschiedene Sprachen gibt. Saussure arbeitet mit la langue, nicht mit les langues. Nur relativ arbiträr ist die Relation von Form und Funktion aus historischer (diachronischer) Sicht. Für den Erstgebrauch einer Form für eine Funktion dürfte es auf jeden Fall eine Motivation, gleich welcher Art, gegeben haben. Auf Onomatopoietika und anderes mehr weist Saussure selbst hin (vgl. Stetter 1994, 167). 391 Onomatopoietika und ähnliche Formen können nur zu einem konkreten Gemeinten (Sache, Ding, Objekt, …), z. B. bei der Nachahmung des Kuckucksrufs durch die Lautform „Kuckuck“ oder der Erinnerung einer Photographie Wilhelm Buschs an den real gewesenen Wilhelm Busch, eine nicht-arbiträre Relation behaupten. Zur Erkennung einer Form als lautnachahmend (onomatopoietisch) muß die entsprechende Sprache bereits bekannt sein. Saussure behauptet auch für Onomatopoietica Arbitrarität. Saussure hatte anderes im Sinne: Saussure unterscheidet systematisch „signification“ und „valeur“; „signification“ wäre näherungsweise mit „Äußerungsbedeutung“ [also Bedeutung im konkreten Gebrauch] des betreffenden Wortes zu übersetzen. […] „valeur“ meint dagegen die zentrale Konstruktion, auf die das linguistische Interesse zielt: den semantischen Wert, wie er sich unter Abstraktion vom konkreten Sprachgebrauch als Eigenschaft des Sprachsystems ergibt [also „valeur“ als Erhebung zu einer Virtualität]. (Stetter ib. 161 11 ) Kritisch heißt es weiter (ib.162): Doch ist zu fragen, ob Saussure mit dem Prinzip der radikalen Arbitrarität nicht hinter die eigene Einsicht zurückfällt, daß die sprachliche Einheit eine qua Artikulation erzeugte „Wittgensteinsche Tatsache“ ist, eben das „fait linguistique“, daß ein bestimmter Ausdruck dies oder jenes bedeutet bzw. diesen oder jenen Wert hat. 391 Wenn die Verschiebung von Theologe zu Thealogin [sic!], die ich neulich las, kein Druckfehler ist, haben die Feministinnen ihren Irrweg doppelt abgeschritten. Im Griechischen gibt es zum θεός masculini generis (nicht: sexūs) episch und poetisch eine θεά feminini generis. Allgemein heißt eine Göttin auch () θες. Lohnt der Aufwand des Genderns den Nutzen? Dann muß auch ein Thealoge gekürt werden (wenn auch nicht gerade im Christentum).

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