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Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

578 schaftler etwas

578 schaftler etwas wissen will. Wie allemal wird ein infiniter Regreß in der Praxis irgendwann abgebrochen, wenn der Abbruch als Funktion für jemanden Sinn macht. – Die Einsetzung einer Funktion stimmt mit Luhmanns Ansicht von der „Kommunikation“ und ihrer Funktion(alität) als Interaktion durch „Sinn“ zusammen. Nur möchte ich wieder nicht sogleich von Zeichen sprechen. Die bloße Wahrnehmung oder auch Perzeption einer Existenz macht noch kein Zeichen in letzterem Sinn, wenn Wahrnehmung und Perzeption denn funktionslos existieren (können). Es sind also zwei Zeichenauffassungen zu unterscheiden: [1] Das Zeichen à la Peirce, Saussure, Luhmann etc., das [a] ein materielles oder immaterielles Phänomen perzipieren läßt und [b] dieses perzipierte Etwas (‚während‘ der Perzeption) ebenfalls zum Zeichen-für/-als und (das bestreite ich) [c] zu einem „Begriff“ macht, sowie [2] das Phänomen, das als Hinweis auf etwas angenommen/interpretiert wird, wodurch die Form des Hinweises mit einer Funktion versehen/verbunden (markiert) und dadurch als Zeichen interpretiert wird. Bei Peirce (etc.) ‚macht‘ ein Zeichen ein Phänomen, ein Phänomen wird. Damit kann es selbst zu einem Zeichen als Hinweis auf etwas (anderes) werden. Ein Phänomen wird durch eine ihm zuerkannte Funktion (als das Phänomen X) perzipierbar. Diese Behauptung kann mit der Peirce’schen etc. verbunden werden, indem behauptet/angenommen wird, die Perzeption eines Phänomens sei immer mit einer Funktion als Bedingung sine qua non verbunden / müsse … sein (wobei die jeweilige Funktion momentan von indefinit vielen Bedingungen abhängt), wodurch jedes Phänomen (momentan) als Zeichen perzipiert werde und es daher für den Menschen eben Zeichen (geworden) sei. Existenz wird zu einem Zeichen, wenn sie auf etwas hin interpretiert wird; da jede Interpretation als Etwas dessen (u. U. gedachte, behauptete, erlogene usw.) Existenz voraussetzt, wird das Interpretatum Zeichen. Jeder Vergleich muß generalisieren und „schematisieren“ (vgl. Lenk 1994, bes. 38). – Man nennt einen Stuhl nicht „Stuhl“, weil er ein Stuhl ist, sondern weil damit in gegebener Situation eine bestimmte Funktion des Gegenstands mitkommuniziert wird (auch in Gedanken und im Selbstgespräch). Diese Funktion kann, wie oben gesagt, durch Iteration prototypisch konventionell werden. Dann geschieht es, daß man der Meinung wird, ein Stuhl heiße „Stuhl“, weil er einer ist. Auf einem Stuhl kann man sitzen, stehen, Bücher stapeln; man kann sich mit ihm verteidigen oder Brennholz daraus machen. Wiederum wird ein Zeichen-im-Gebrauch. Bei Peirce ist [besser: wird … zu] dieser Vorgang Zeichen für ein . Dann kann Peirce sagen, es würden nur Zeichen von perzipiert. Ich sage, es werden Phänomene perzipier-

579 bar, weil der Mensch ihnen eine Funktion zuordnet. Funktion bedeutet, wie angedeutet, Sinn aus etwas machen. Wenn es bei Scheibmayr (2004, 285 405 , mit einem Zitat aus Oehler 1995) heißt, es gebe „überhaupt keine bedeutungslosen Objekte“, so trifft dies das soeben Dargelegte auf seine Weise. Gäbe es bedeutungslose Objekte, könnten sie vom Menschen nicht perzipiert werden. 407 Es kann ‚Dinge‘ geben, die Menschen nicht oder nicht auf ihre Weise wahrnehmen können (vgl. die Farbwellenbereiche bei Tieren). Das bedeutet, daß eine Seins-Ontologie durch eine Funktionsphilosophie ersetzt werden müßte, denn Existenz bedeutet Deutung-zu (d. h. ­alsfür-, Funktion, Interpretation). Das dem Menschen Eigenartige ist, daß er Benennungen für als funktional geltende Phänomene aus einem von ihm selbst gemachten Repertoire zu holen meint: dem Repertoire makrokosmischer Virtualitäten, den Begriffen. Analog können Peirce’ Systemphänomene aus seiner Kategorientafel interpretierbar werden. So werden Zeichen als Hinweise im Gebrauch zu (­Begriffen) der Makro-Ebene, die auf der Meso-Ebene ‚realisiert‘, d. h. gebraucht, werden können. Aus jedem Gebrauch kann wieder ein ‚neues‘ Zeichen entstehen, das seinerseits generalisiert werden kann. Scheibmayr (ib. 285) spricht an einer Stelle von „den universellen Zeichenprozessen und denen in einem bestimmten Zeichensystem“. Anscheinend ist mit den universellen Prozessen die Fähigkeit des Menschen gemeint, materielle und immaterielle Phänomene (funktional) sinnvoll auf die Makro-Ebene zu versetzen, zu „Begriffen“ zu erheben und wiederum „im Gebrauch“ auf der Meso-Ebene als (soziale oder individuelle) Realia zu perzipieren. Durch Perzeption wird/werden noch kein(e) System(e) gebildet. Mit „bestimmten Zeichensystemen“ ist gemeint, was Peirce und Saussure als Theorie verstanden. Ihr Systemcharakter ist ungewiß. Daher sollte es statt Zeichensystem besser Zeichenklasse heißen. Eine Klasse braucht kein System zu bilden. Klassen sind in der makrokosmischen Potentialität individuelle, kultur- und darin u. U. wiederum sprachspezifische, teilweise strukturierte Gebilde, die sich im Gebrauch verändern, indem sie Elemente aufnehmen (vgl. die [Inter­]Penetration) oder in ihre Umwelt abgeben oder indem sich ihre Umwelt ändert und dadurch neue Relationen zwischen ihr und der Klasse geschaffen und neue Grenzen gezogen werden. So werden auch die vorgenannten Prozesse auf ihre je eigen-artige Weise dargestellt und dadurch verändert. Was bedeutet dann aber „Wahrheit“, die für Peirce so wichtig ist? Durch Sozialisation/Enkulturation einschließlich Sprach- 407 Man kann annehmen, daß etwas schemenhaft wahrnehmbar sein kann; dadurch wird es aber noch nicht perzpiert.

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