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Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

580 erwerb (sowohl der

580 erwerb (sowohl der langage als einer langue) werden Perspektiven konventionalisiert und kulturspezifisch regelhaft. Man erkennt, was man zu erkennen gewöhnt (worden) ist. Generalisierte Namen (das ist kein Busch, das ist ein Strauch) wirken auf individuelle Perzeptionen ein (man perzipiert die Differenz, die dadurch zu einem meso-makrokosmischen Zwitter wird). Der oft beschworene Einfluß der Sprache (allgemein und jedenfalls in Form von Einzelsprachen) wird deutlich. Man erkennt, was man benennt / benennen kann, wie man es benennt. Hinzu kommen die Spuren der Vergangenheit. Konventionen sind zählebig. So geschieht es, daß nicht mehr geltende Zeichen immer noch auf die Realität und die individuelle Perzeption einwirken können. – Die Sonne geht auf; es kostet Mühe, sich den wirklichen Prozeß klarzumachen. – Spuren wirken lange nach. Auch in den Wissenschaften. (Vgl. die Diskussion um die Ansicht/Theorie, das Universum sei keine als Kugel, sondern eine flache „brane“ [deutsch: Bran; vgl. Membran – Mem-Bran] zu denken; vgl. Greene/Kober 2006, 547.) Ein existiert nach Peirce nur relativ zu allen anderen (vgl. Saussure), genauer: Es gibt keine isolierten , keine „Individuen“. Erst alle bilden das System. Es gibt nur ein System. Dies gilt für eine allgemeine Theorie; von sprachspezifischen Systemen zu reden ist bereits eine unzuläassige Hybridisierung. Die ‚reine‘ Theorie wird, ähnlich wie bei Saussure bzw. dessen Nachfolgern, durch den Versuch, sie auf die Realität anzuwenden, widersprüchlich und daher von Scheibmayr (2004) zugunsten einer realistischeren Umdeutung aufgegeben. Doch die Widersprüchlichkeit bleibt. In der Theorie werden einem eine Form und eine Funktion sowie „Bedeutung“ zugeschrieben. In der Realität des Mesokosmos kann eine Form mehrere Bedeutungen tragen bzw. eine Bedeutung von mehreren Formen getragen werden (vgl. die Synonymik, Homonymik und Mehrdeutigkeit), d. h. die Relation von Form und Funktion wird selbst wieder funktional. Werden Zeichen (wie bei Scheibmayr) aus der Virtualität des Makrokosmos als Realia auf die Meso- Ebene geholt, so werden sie durch pragmatische Differenzierung unterscheidbar (vgl. auch den Einfluß des Ko- und Kontexts). Durch die Wirkung der Kultur werden sie in gewissem Sinn zu ‚sozial-individualisierten‘ Zeichen(-im-Gebrauch), d. h. sie werden untereinander differenziert und individualisiert und bleiben zugleich doch innerhalb einer Gesellschaft (Kultur) für alle Mitglieder reduktionistisch ‚dieselben‘, genauer: hinreichend gleich/ähnlich. werden zu Zeichen (ohne Klammern) individualisiert.

581 Zeichen (im Sinne von Peirce und Saussure) und Bezeichnetes („Objekte“ als Hingewiesenes, seien es Zeichen oder andere Phänomene) sind verschiedene ‚Dinge‘, Benennungen ein Drittes. Betrachtet man Zeichen als Prozeß, was Peirce neben ihrer logischen und realen, je nachdem indefiniten, temporalen oder momentanen Existenz auch tut, so gibt es Zeichen und gibt es sie nicht, oder es gibt beides, Werden und Sein zugleich. Offenbar ist es wichtig, Meso- und Makro-Ebene zu unterscheiden und zu entscheiden, wo eine Theorie angesiedelt werden soll. Zeichen werden (und sind für einen menschlichen Beobachter u. U. zugleich werdend und seiend oder seiend dadurch, daß sie geworden sind). Wenn Peirce seine Zeichenwelt als theoretisches System darstellt, wird/ist (?) sie temporal (weil Peirce und die Welt Grenzen haben) und atemporal (weil Zeit in der Virtualität keine Rolle spielt); stellt er sie als Prozeß dar, so sieht er darin eine temporal-historische Sequenz oder beobachtet einen Moment, dessen punktueller ‚Inhalt’ atemporal ist. Die Sequenz ist (nach Scheibmayr nach Luhmanns Terminologie) durch rekursive Anschlußfähigkeit selbstreferentiell, indem ein Interpretans zu einem Repräsentamen zu einem Interpretans zu einem Repräsentamen ... wird (s. unten). Jeder Anschluß führt zu einem veränderten, also neuen, anderen Zeichen und damit Zeichensystem. Bei Luhmann wird Selbstreferenz durch implizite Referenz auf Whitehead verständlich. Die Peirce’sche Zeichenwelt wird in Unter- usw. Zeichen geteilt. So wird einem Interpretanten Emotivität im „Emotionalen Interpretanten“, reale Wirkung im „Energetischen Interpretanten“ und Reflexionsfähigkeit im „Logischen Interpretanten“, der auch „finaler Interpretant“ genannt wird, zugedacht. Reflexion bedeutet zum einen allgemein Erkenntnisfähigkeit, zum anderen Selbstreferenz. PeirceZeichen bekommt anthropomorphe Züge. Reflexion/Beobachtung bedeutet handeln und kann in Folgehandlung(en) umgesetzt werden. Reflexion strukturiert und konditioniert die Welt der Zeichen und damit die Welt. Dabei kann eine Reflexion in einer Dreistufigkeit als Potentialität, Intention und Durchführung (das reale Handeln) und Generalisierung allgemeine Regelung bedeuten. Generalisierung ruft Erwartung und damit Vertrauen auf Dauer hervor. Der Peirce’sche Interpretant wird zum Weltbeweger, Demiurg, Evolutionär. Evolution vollendet sich am Ende der Zeiten. Peirce unterscheidet zwischen einem „rhematisch“ fungierenden Zeichen, „das nur die Aufmerksamkeit auf sein Objekt lenkt“, und einem „dikentisch“ fungierenden, „das zusätzlich Informationen über sein Objekt liefert“ (Scheibmayr 2004, 216 209 ) bzw., wie Oehler (1993, 128) schreibt, „das der

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