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Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

582 Übersetzung in eine

582 Übersetzung in eine Aussage fähig ist“. Diese Teilung kann mit der Unterscheidung von einem Reiz als Aufmerksamkeitserregung und Auftakt zu einer Interaktion (der Dirigent hebt den Taktstock, der Professor betritt das Podium, ....) und der folgenden Weiterführung vom Stimulus bis zur Perzeption, also einer Folge von Translationen verglichen werden. Bei der Entstehung eines Systems ist nicht immer ein Stimulus auszumachen. Die meisten Reize und Stimuli bleiben unbewußt. Ein „Argument“ schließlich wird ein ‚vernunftnotwendiges‘ Zeichen. In seiner als universal und exhaustiv gedachten Kategorientafel stellt Peirce insgesamt, später erwähnte Unterunterteilungen nicht gerechnet, 9 Zeichenklassen in eine Matrix aus 3 Kategorien (Potentialität, Realität und Gesetzmäßigkeit oder Regelhaftigkeit) mit jeweils 3 Relationen (eine formale/virtuelle, konkrete und interpretative) auf (Scheibmayr 2004, 19). Kategorie Repräsentamenbezug Objekt- bezug Interpretantenbezug Erstheit Qualizeichen Ikon Rhema Zweitheit Sinzeichen Index Dikent Drittheit Legizeichen Symbol Argument Scheibmayr (ib. 17) interpretiert die Kategorien als „real“ und zugleich als „die logische, phänomenologische und ontologische Grundstruktur des Seins“. Damit steht Peirce, der Begründer des US-amerikanischen Pragmati[zi]smus, von Anfang an sozusagen mit einem Bein auf der Meso- und dem anderen auf der Makro-Ebene. Wenn sich Peirce’ Ausdruck „Phaneroskopie“ (Apel 1975, 212 138 ) auf die Tafel anwenden läßt, scheint für ihn die Makro-Ebene als die Ebene der Phänomenalität den Vorzug zu haben. Die Elemente der Kategorientafel können jeweils selbstreferentiell auf sich und fremdreferentiell auf andere Elemente der Tafel angewandt und jeweils auch iteriert werden, sie sind „in sich selbst und ineinander wiederholt einbettbar“ (Baltzer 1994, 14). In analoger Weise bestimmen die Beziehungsleistungen der Kategorien die Art der Relation zwischen Relaten, […]. Jedes Relat könnte demzufolge wieder als eine bestimmte Relationsstruktur dargestellt werden, die als Relationsstruktur durch einen Komplex kategorialer Beziehungsleistungen rekonstruiert werden kann. (ib.) Die Zeichen können reale, z. B. materiale, oder virtuelle relativ einfache oder komplexe Phänomene sein (vgl. ib.).

583 Die Tafel kann ähnlich wie Saussures Theorie auf zweierlei Weise gelesen werden. Zum einen kann sie in sich geschlossen interpretiert werden. Es gibt keine Relation zu etwas außerhalb. Andererseits wird aber der Bezug zur ‚Welt‘ durchaus thematisiert. Unklar bleibt beidemal, daß es außerhalb des Zeichens kein Zeichen geben soll und die Welt selbst das Superzeichen darstellt. Erläuterungen durch Beispiele verfälschen angeblich die Theorie, so Scheibmayr, obgleich er selbst Beispiele aus dem Mesokosmos des Menschen nennt. So wird der Zeichenbegriff, ähnlich wie oben bei Saussure angedeutet, fraglich. Die obige Tafel läßt sich folgendermaßen interpretieren (vgl. Scheibmayr 2004, 19-23, z. T. abweichend): Die Kategorien steigen von angenommener Potentialität der Erstheit über eine prozessuale Differenzierung, einen Bezug-auf-Etwas, zur Interpretation(-als, evtl. auch ­für), d. h. eine Funktion, in der Drittheit auf. Auf der waagerechten Ebene der Dreiteilung kommt dem Repräsentamen atemporale Potentialität zu, die im Qualizeichen offenliegt, im Sinzeichen eine momentane Realisierung als Ereignis gewinnen kann und im Legizeichenbereich (wieder [?] zu einem Begriff) generalisiert wird. Ein Qualizeichen soll eine erscheinende Qualität, das Sinzeichen eine singuläre Existenz und das Legizeichen eine ‚gesetzmäßige‘ Funktion, besser: eine Generalisierung (vgl. den Begriff) ausdrücken (vgl. Oehler 1993, 128). Da ein Begriff, wenn das Legizeichen wie angegeben ausgelegt wird, wieder eine Potentialität darstellt, schließt sich die Dreiteilung zu einem Kreis – oder besser: einer Spirale, denn der „Begriff“ steht in der traditionellen Linguistik ‚höher‘ als eine bloße Potentialität und kann zu neuen Interpretationen führen. Er ist die wieder zur Potentialität oder Virtualität erhobene oder zumindest gewordene Möglichkeit mit eigener Mächtigkeit zum Eingreifen in das mesokosmische Leben der Menschen. Hier spielt die Unterscheidung und gleichzeitige Vernetzung von Meso- und Makrokosmos ihre Rolle, wobei letzterer aus ersterem hervorgegangen ist, indem reale Individuen (dieser Hund da) zu Begriffen () metastasiert und Begriffe im Handeln (im Gebrauch) re-realisiert werden. Die Existenz individueller Prozesse gilt als momentan und kann durch Iteration aus menschlicher Perspektive ‚Dauer‘ gewinnen. Momentanität gilt für die Mikro-Ebene. So ‚durchläuft‘ das Repräsentamen die drei ‚Kosmoi‘ oder gehört ihnen in anderer Perspektive zugleich oder (quasi)momentan an. Sinzeichen und Objektbezug der Zweitheit lassen eine doppelte Interpretation zu: Innerhalb einer ‚reinen‘ Zeichentheorie wird ein Bezug zu einer Funktion möglich (vgl. das abstrakte signifié bei Saussure). Der Bezug soll statisch und eindeutig sein. Das Etwas, auf das

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