Aufrufe
vor 4 Jahren

Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

Teil 3 Von und Zeichen-im-Gebrauch Saussure und Peirce

584 bezogen wird, bleibt

584 bezogen wird, bleibt Teil des Zeichens. Andererseits kann hier ein Bezug auf eine ‚Welt‘, gleichgültig, ob sie materiell-real oder als imaginäre ‚Realität‘ verstanden bzw. gesucht wird. Die Bezeichnungen „Ikon, Index, Symbol“ der Zweitheit steigen in ihrer Anordnung in der Tafel von „materieller“ (vgl. Scheibmayr 1975, 139) Abbildung (genauer: „Mimesis“ bis µίµησις) 408 zu abstrakter Symbolisierung auf. Das ist aber nicht nötig, Apel (1975, 205) deutet eine holistische, dabei evtl. individuelle Interpretation an, indem er Ikonizität als „Gefühlsqualität“ versteht. Hierher könnte dann auch die „Phonästhetik“ gesetzt werden, gleichgültig, was man von ihr hält. Materialität wird durch immaterielle Emotionalität ersetzt. Dies würde zur doppelten Interpretation der Tafel als Darstellung [1] einer momentanen individuellen holistischen Theorie auf der Mikro-Ebene oder/und (!) [2] einer generalisierten Theorie auf der Makro-Ebene, die per definitionem nicht materiell sein kann, führen. Apel (ib. 211) faßt beides auf seine Art zusammen, wenn er im Hinblick auf diese Dreiheit des Objektbezugs der Tafel von der „Intuition des Einzelbewußtseins, die eo ipso allgemeingültig sein soll“ spricht. – Gefühlsqualität als Ikonizität könnte auch auf die Vernetzung des gesamten Universums hin verstanden werden: jedes Element des Universums (oder darin der ‚Welt‘) empfände analog, ikonisch zu und mit allen anderen Elementen (vgl. evtl. Apel 1975, 215). 409 Ein „Stern“ ist ein Stern ist ein . Aber there is no assertion except that there are certain seemings; and even these are not, and cannot be asserted, because they cannot be described. Phenomenology can only tell the reader which way to look and to see what he shall see. (Peirce, zit. n. Apel 1975, 216) Apel (ib. 216-218) schaudert’s: Phänomenologie hätte dann ja „nicht mehr mit der realen Welt zu tun […], sondern allenfalls mit dem Charakter der 408 Zum Unterschied von µίµησις und Mimesis (Nachahmung) vgl. Kristmannsson (2005) und meine Rezension des Buches (2008). – Jede µίµησις/Mimesis ist vage und weicht von dem Nachgeahmten ab. 409 Wenn die Mikrophysik das tout se tient ernst nimmt, läßt sich die Frage nach dem „Sein“ der Zeit auch umkehren: Nicht die Zeit läßt uns Nacheinander und Kausalität erkennen oder daran glauben, sondern die Vernetzung aller Elemente des Universums zu einer „Netzkugel“ läßt den Eindruck von „Zeit“ entstehen, z. B., weil die Entfernungen zwischen Verbindungen vom Menschen als ungleiche Zeit perzipiert werden, wie andererseits ein solches „Nacheinander“ Entfernungen schafft. Ein Quantensprung wird als raum-zeitlicher energetischer Prozeß interpretiert. „Ob diese Zeit im Sinne einer Dauer real oder nur formalistisch ist […], ist unklar.“ (Wikipedia: Quantensprung) Zur „Kausalität“ vgl. Abel (1994, 30-32). Zu „Entfernung“ vgl. Leibniz’ Gedankenexperiment von der Relationalität der Größe und Proportionen (vgl. Vermeer 2006a, 76f). Es gibt intra-universell keinen absoluten Maßstab.

585 ‚Realität‘ im Unterschied zu anderen ontologischen Charakteren“. Es wäre besser, die Phänomene als „Begriffe“ auf die menschengemachte Makro- Ebene der Virtualitäten zu versetzen, von wo sie bei Bedarf auf die reale Meso-Ebene ‚heruntergeholt‘ werden können, wobei sie reale Wirkungen zeitigen (vgl. die Schloßgespenster, die Schlaflosigkeit erzeugen). Jedenfalls setzt Apel, folgt man dem obigen Zitat, den „Charakter der ‚Realität“, also die Phänomenalität und damit erst recht ein Phänomen als ontologischreal. Denkt man daran, daß jede Beobachtung (Wahrnehmung usw.) nicht das Objekt direkt beobachtet, sondern seine Vorstellung von ihm, so schiebt sich die Phänomenologie als Theorie des Beobachteten (einer Vergangenheit) zwischen die (gewesene) objekte Realität der Welt und den subjektiv-individuellen Beobachtenden. Peirce’ Dreiheit. Die widersprüchlichen Schwankungen, das Hin und Her in der (Be­) Deutung der Kategorien zeigen sich deutlich in der Formulierung von Apels (1975, 180f) Bemerkung, „Drittheit“ sei als Kategorie der unendlichen Kontinuität als des realen Allgemeinen […] für Peirce primär auf die Zukunft bezogen, in der sie als regulatives Prinzip menschlichen Handelns die Vollendung der realen Gesetzmäßigkeit des Universums verbürgt. Sie kann den mit ihr zugleich postulierten Prozeß des unendlichen „Wachstums der konkreten Vernunft“ nicht selbst als Vergangenheit begreifen, ohne ihn dadurch auf ein „Faktum“ im Sinne der „Zweiheit“ zu reduzieren und sich selbst aufzuheben: So bleibt angesichts der unendlichen Zukunft, die letzte Sinnorientierung menschlicher Praxis auf eine ästhetische Vision angewiesen[.] (Fußnote weggelassen) Auch alles Zukünftige, das für den Menschen lediglich eine Probabilität darstellt, ist nach Apel in der Drittheit ontisch, d. h., es existiert jetzt real. Das führt zu Widersprüchen. Die Meinung Anderer wird abgelehnt (ib. 214f). Peirce wende sich gegen die Vorstellung, daß die dritte Kategorie die beiden ersten in sich „aufheben“ könne, indem sie die Welt in ein Faktum verwandelt, das der Vergangenheit angehören würde. (Fußnote weggelassen) Hier ließe sich quasi Derrida’isch die Hegelsche Aufhebung in ihrer zweifachen Bedeutung verwenden: Verschwinden (in einem anderen Doppelsinn) die erste und zweite Kategorie in der dritten, so gehören jene der Vergangenheit an. Das muß die dritte affizieren, wenn „aufheben“ hier Interpenetration bedeutet, denn die drei sind nach Peirce nur gemeinsam möglich (vgl. Scheibmayr 2004). Werden die erste und zweite aber in der dritten zu Höherem geführt, und das hieße gleichzeitig: zu einem Qualitätssprung, also zu Neuem, dann führt die Gesamtheit (oder Ganzheit; vgl.

3 ANTALIS – ERKENNEN SIE DIE ZEICHEN DER ZEIT 3 UmwELT ...
Teil 3, Seite 79 - 106 - Münchner Baumkletterschule
Teil 3: Umwelterklärung zum Nachhaltigkeitsbericht - Vinnolit
LaTeX Teil 3 - Wissenschaftliche Texte mit LaTeX
Teil 13: Die Gattung Stenodynerus SAUSSURE
Teil 3: Zahlen und Zeichen - Neues vom Rosenberg
Gebrauchs - und Verbrauchsmaterial 3
Zeichen der Zeit – Teil 3: Es werden schlimme Zeiten kommen In ...
Anmeldebedingungen 28. März – 3. April 2011 Noch zu gebrauchen ...
Lernszenarien Teil 3
Download Teil 3 Anwendung - IVU Umwelt GmbH
TuV Teil 3: Das Schlusskapitel mit dem ... - traditio.de
31. WAHRSCHEINLICHKEITSRECHNUNG - 3.TEIL - WEINDLFAMILY
Orchideenkultur – Theorie und Praxis Teil 3 von Uwe ... - Ofnds.de
Thema 3: Der Gütermarkt (Teil 2) - JKU
Teil 3 Analysis einer Veränderlichen - imng