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Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

[J]e n’ai avec le

[J]e n’ai avec le propre d’autrui, avec la présence à soi d’autrui que des rapports d’apprésentation analogique, d’intentionnalité médiate et potentielle. 201 275 Einem Organismus muß materielle und (u. U.) nicht-materielle Energie von außen zugeführt werden (zur nicht-materiellen Energie vgl. u. a. die Meme; s. unten). So braucht der Mensch z. B. Nahrung oder „Informationen“, um sich in seiner Umwelt positionieren zu können. Die brasilianischen Brüder Augusto de Campos (1978) und Haroldo de Campos (1981) sprachen von „antropofagia“ (vgl. Vieira 1992; Vieira /Wußler 1997). Oswald de Andrade initiierte den Ausdruck in seinem literarischen Manifest („Manifesto Antropófago“, 1928 in der Revista de Antropofagia) als „Programm einer freien, klassenlosen, an matriarchalischen Urzeiten orientierten Gesellschaft […]. Als Methode wurde das ‚Verschlingen‘ der kulturellen Werte der Industrieländer postuliert, also die kulturelle Einverleibung des Fremden, um sich gegen die Kolonisierung zu behaupten“ (M. Wolf 1997, Einleitung, 13, FN weggelassen). Só a Antropofagia nos une. Socialmente. Economicamente. Filosoficamente. (Andrade [1928], zit. n. Abdala Junior + Campedelli 1986, 220) 202 Die Gebrüder de Campos griffen diese kannibalistische Theorie vierzig Jahre später auf und entwickelten daraus ein Übersetzungsmodell für die „Dritte Welt“: Die Metapher des „Verschlingens“ steht dafür, das Fremde im Text nicht zu negieren oder unberücksichtigt zu lassen, sondern es zu absorbieren und, mit autochthonen Elementen versehen, neu zu produzieren. Ursprünglich eine Form von Widerstand, wird Kannibalismus damit zur Metapher für eine bestimmte Verhaltensweise gegenüber kulturellen Vormachtstellungen und zu einer „Übersetzungsphilosophie“, die in der postmodernen Übersetzungstheorie eine neue Bedeutung erlangen wird. (M. Wolf 1997, 14) Friedlicher klingt „Aufnahme“. Allerdings gibt es auch Zwangsaufnahmen. Wenn Systeme als geschlossen betrachtet werden, entsteht die Frage, ob und gegebenenfalls wie sie mit ihrer Umwelt in Kontakt treten können. Es gibt für sie, wie oben angenommen wurde, keine Möglichkeit eines direkten Kontaktis mit der Umwelt, also auch nicht mit anderen Systemen darin. Nach Luhmann werden Kontakte einer mehr oder minder radikalen Umwandlung von Reizen bzw. Stimuli (als Weiterverarbeitung von Reizen) unterworfen. Um- oder Anverwandlung heißt, das System muß solche 201 „[…] habe ich zum Eigenen des Anderen, zur Selbstgegenwart des Anderen nur Bezüge analogischer Appräsentation, ermittelter und potentieller Intentionalität.“ (Derrida/Gondek 2003, 55) 202 „Nur der Kannibalismus eint uns. Sozial. Wirtschaftlich. Philosophisch.“

276 Reize bzw. Stimuli in eine ihm akzeptable kompatible Art umwandeln (vgl. Nahrungsaufnahme und Symbiose, aber auch Wahrnehmung, wie Sehen, Hören usw. als Interpretationen; durch sie wird neues „Wissen“ im Organismus erzeugt). Für als geschlossen angesehene Systeme ist der Zoll für eine Öffnung eben diese Umwandlung des von außen ins rezipierende System Eingeführten. Ein System wäre also insofern geschlossen, als es keine Elemente ohne „Translation“ aufnehmen kann. Paradoxerweise trifft dies gerade auch für die Kommunikation zu, die Luhmann möglicherweise als Ausnahme zu seiner Theorie und als mögliches Indiz für eine Offenheit der involvierten Systeme ansah. Die Um- und Anverwandlung nennt Luhmann (1985), wie bereits erwähnt, Penetration* bzw. Interpenetration*. (Man könnte bei Erinnerungen von diachron-interner Penetration sprechen.) – Beispiele für Penetration: Eine Pflanze nimmt Sonnenlicht (Photonen) auf und wandelt es mit Hilfe von durch seine Wurzeln aufgenommenes Eisen in Chlorophyll um, das seinerseits Kohlensäure assimiliert. Photonen werden in chemische Energie, anorganische Stoffe in organische umgewandelt. Usw. – In den Menschenwelten nimmt die Penetration oft den Umweg über die Makro- Ebene: Inkulturation geschieht mit der Zuhilfenahme potentieller/virtueller Phänomene: der , und Meme. Eine besondere Art von Penetration ist die „Interpenetration“. Luhmann (1985) versteht darunter eine gegenseitige (reziproke) Assimilation des eindringenden Objekts an das aufnehmende Objekt (vgl. z. B. die Symbiose; die evolutionäre Entstehung des Körpers durch Umwandlungen von Einzellern über Superorganismen 203 zu einem Organismus). – Beispiele für Interpenetration: die Symbiose zweier Organismen, z. B. Mensch und Bakterium; vgl. auch Mensch und Gesellschaft; Individuum und Kultur, evtl. auch Mensch und Sprache. Letzteres würde voraussetzen, daß Sprache als ein vom Individuum gesondertes ‚kollektives‘ Gebilde aufgefaßt wird (s. dazu unten Saussure und Peirce; zu kollektiv s. oben). Einverleibung /Aufnahme kann mehr oder minder gründlich erfolgen. Penetrationen können nützlich oder schädlich sein. Jede Aufnahme besagt Umwandlung des aufzunehmenden Objekts und des aufnehmenden Subjekts. Durch Meme 203 Vgl. die Staatsqualle Marrus orthocanna, die aus mehr als einem Dutzend spezialisierter Einzeltiere besteht. Als längstes bisher bekanntes Tier erreicht eine andere Staatsqualle, die Praya dubia, eine Länge bis zu 50 m. Sie besteht aus Tausenden Polypen und ist doch ein Tier (Schuh 2008).

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    200 ihm ähnliche Individuen gibt,

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    Au cours d’analyses subtiles et d

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    448 /Virtualität, geht nach dieser

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    450 1. Wir unterscheiden zwei Sorte

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    454 minder genau übereinstimmen od

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    456 hängt werden, damit sein Wert

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    458 Konnotation. Blackmore/Niehaus-

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    460 aus Memsubsystemen auf verschie

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    462 Zu möglichst holistischem Vers

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    464 Neuzeit hinein galt auch im Abe

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    say, in saving the world, helping o

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    472 versuchen. Sie würde Mäßigun

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    474 des „uneigennützigen / sich

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    476 1997).“ Vgl. auch Kristmannss

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    480 Ich will die Extension der Tran

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    482 P’s Intention durch R in R’

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    484 Reaktionen. Nach verbreiteter M

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    A tradução, como a leitura, deixa

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    vollem segel an das gestade jenseit

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    496 Ein Text (und damit ein Textem)

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    […] a qualidade do texto poético

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