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Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

287 Man hat mehrfach

287 Man hat mehrfach darauf verwiesen, daß zwischen Kultur und Sprache zwar enge Bindungen, aber kein 1:1-Verhältnis herrscht. Destro (1987, 17) meint sogar „l’Europa rappresenta un caso, il caso paradigmatico di un’entità spaziale divisa e frammentata sul piano linguistico ma fortemente unitaria sul piano culturale“. 210 Die besprochene „Überfremdung“ einer Sprache lenkt den Blick auf die Kulturen (s. unten). Auch hier sind Hybridisierungen deutlich auszumachen, u. U. zusammen mit einem Generationenunterschied. – Deutsche Jugendliche verhalten sich ‚US-amerikanisch‘ oder genauer: so, wie sie glauben, es US-amerikanischen ‚Vorbildern‘ abgeguckt zu haben (vgl. Gesten, Moden usw.; die Benehmensunkultur dürfte weitgehend Nachwehen der ‚68er‘-Zeit sein). – Letztere Bemerkung verweist auf eine Metapher Destros (ib. 15), der Kulturvergleiche mit einer Kette vergleicht. Er spricht von „anderen“ Kulturen und fragt, was das heiße: altre forse allo stesso modo degli anelli d’una catena, che sono certo reciprocamente altri, distinti, ma anche, presi uno per uno, desolatamente inutili[.] 211 Hybridisierungen von Sprachen und Kulturen im Gefolge der (vor allem wirtschaftlichen) Globalisierung scheinen unvermeidlich geworden zu sein. Die betroffenen Phänomene (Sprache bzw. Kultur) und ihre Benutzer (die Menschen) wären mit einem Versuch, den Andrang von außen zu stoppen und die penetrierenden Phänomene kulturell und sprachlich zu assimilieren, überfordert. Und was ist Schlechtes an einer Hybridisierung in dem hier gemeinten Verständnis? Allenfalls in einer ewig national-konservativen Ansicht. Hybridisierung erweitert den kulturellen Horizont (vgl. auch in diesem Zusammenhang Gadamers „Horizontverschmelzung“) und die Fähigkeit, sich via Sprache mit ihr klar und deutlich auseinanderzusetzen. Si è già detto in termini generalissimi della ineliminabilità, e anzi dell’accresciuta indispensabilità, nell’epoca elettronica, dello scambio culturale, dell’ apertura, della curiosità. 212 (Destro ib. 17) Die Vergangenheit und deren Einwirkung auf eine Zukunft haben keinen angebbaren Anfangs- und Endpunkt. Ihre Folgen und Wirkungen in einem 210 „Europa stellt einen Fall, den paradigmatischen Fall eines geographischen Raumes mit starker sprachlicher Zersplitterung bei kultureller Einheitlichkeit dar.“ 211 „andere vielleicht wie die Glieder einer Kette, die jeweils andere, verschiedene, aber einzeln genommen hoffnungslos unnütz sind“. 212 „Ganz allgemein war bereits die Rede von der Unvermeidbarkeit und dagegen dem unentbehrlichen Zugewinn an kultureller Veränderung, Öffnung und Neugier im Zeitalter der Elektronik.“

288 Organismus hängen von seinem momentanen situationellen „Zustand“ (funktional: seiner Disposition), vor allem dem seines Gehirns, im Moment der Einwirkung ab. Einwirkung wirkt auf Einwirkung ein. Usw. Eindrücke kommen sozusagen aus verschiedenen „Ebenen“: die der Umwelt z. B. aus der mesokosmischen, die der Sprache u. U. zudem aus der makrokosmischen, elementare Einwirkungen aus der mikrokosmischen Ebene. – Man denke z. B. an die Momentanität von Entscheidungen: Ähnlich ist es mit der Erkenntnis und dem Verstehen: Es handelt sich um momentane Erkenntnisse usw. Das Bewußtsein zieht sie sozusagen in die Länge (vgl. auch hierzu die notwendige Kontrollschleife). – Gehirne bilden neuronale Netzwerke, die sich als lebende Systeme auf Grund innerer und äußerer Einflüsse (u. a. Erfahrungen) kontextsensitiv stetig verändern (z. B. das Lernen), wobei die Veränderung erst in Zeitspannen zum Bewußtsein kommt. An dieser Stelle sei eine Bemerkung zu Interaktion* und Kommunikation* nachgeholt (zu Einzelheiten vgl. u. a. Loenhoff 2001). Unter „Interaktion“ sei jedliche(r) Kontakt(aufnahme/versuch) zwischen zwei Organismen verstanden. Tun mehrere Organismen etwas zusammen oder handeln zusammen, indem sie eine Aufgabe gemeinsam zu lösen versuchen (z. B. als eine Mannschaft Fußball zu spielen) oder als ‚Gegner‘ usw. um einen Preis wetteifern, spricht man von Interaktion. Bloßes Zusammensitzen ist noch keine Interaktion. Es kann aber dazu werden, wenn das Zusammensitzen z. B. im Rahmen einer Meditationsübung stattfindet. „Kommunikation“ sei die Sondersorte der Interaktion, bei der verbale Handlungen (nach allgemeiner und linguistischer Meinung) im Vordergrund stehen. Kommunikation verläuft ganzheitlich (holistisch). Die Partner beobachten sich gegenseitig und reagieren auf das gesamte Verhalten des Gegenübers / der Gegenüber (vgl. Loenhoff 2001, 151ff). – Es gilt in der westlichen Kultur als unhöflich, den Kommunikationspartner nicht anzuschauen. – Auch am Telefon (vgl. Pausen, Räuspern, Hintergrundgeräusche, selbst paralinguale Gesten usw.) verläuft die Kommunikation ganzheitlich. Sympathie und Antipathie („Ich kann ihn nicht riechen“), Emotionen, Ausdrücke der Angst, Macht, Scherze (vgl. die Kulturspezifik!), das körperliche und psychische Befinden usw. beeinflussen den Verlauf der Kommunikation (vgl. das Verhör). Überhaupt spielen die jeweiligen Umfelder bzw. Situationen, in denen sich die Partner befinden (und zu befinden glauben) eine mitentscheidende Rolle. Dies alles gilt mutatis mutandis auch für die schriftliche Kommunikation hinsichtlich der Produktion und

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    460 aus Memsubsystemen auf verschie

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    462 Zu möglichst holistischem Vers

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    472 versuchen. Sie würde Mäßigun

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