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Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

313 dezu auf dem anderen

313 dezu auf dem anderen Extrem nimmt Dillon/Killisch-Horn (2000, 83) als Subjekt „alles Existierende“ an. Held (1980; vgl. Neumann 2006, 82 54 ) sieht in dem Einwortsatz στιν die Nicht-Unterscheidung zwischen „Sein“ und „Seiendem“. Die Unterscheidung scheint sich bei Parmenides allenfalls anzudeuten, vielleicht nachdem Heraklits „Werden“ in die philosophischen Anstrengungen einbezogen wurde. Was Parmenides dachte und sagen wollte (vgl. Neumann 2006, 29-34), wissen wir nicht und können es bisher nicht rational, geschweige denn holistisch erfassen (vgl. auch Heitsch 1970). Wenn wir uns mit ihm beschäftigen, beschäftigen wir uns mit uns selbst. Der philosophische Terminus technicus „(das) Sein“ kann dreifach interpretiert werden: 1. „Sein“ (als ‚metaphysischer‘ Begriff) wird als raum- und zeitlos infinit und unveränderlich gedacht. 232 Als solches ist „Sein“ a. „ewig“ oder „grenzenlos“ (also zeitlos) oder/und (!) b. „momentan“ (vgl. Leibniz’ Tempelmetapher), weil Raum und Zeit für dieses „Sein“ nicht existieren. 2. „Sein“ ist (zumindest bei Parmenides [nur/auch?]) immanent real und hat daher einen indefiniten Anfang (und Ursprung) und ein indefinites Ende; dieses Sein wird später als „das Seiende“ bezeichnet. – Damit entsteht aber das Problem, ein individuelles Seiendes und Begriff dieses Seienden auseinanderzuhalten. 3. Berti/Killisch-Horn (2000, 611) faßt Parmenides’ Sein als bloßes Prädikat in einem Satz auf. Zu 1a vgl. antike Götter [?] und später verabsolutiert den christlichen Gott. – Wenn Parmenides (Diels + Kranz 1996, 1, 28 [16], B 8, V. 42) das infinite Sein als „Kugel“ (σφαρα) auffaßte und von einer „Grenze“ (περας) sprach, so ist eben nicht infinit als ewig, sondern infinit als unbegrenzt wie eine (in sich gekrümmte) Kugel gemeint. Berti/Killisch-Horn (1996, 613) verweist darauf, daß Begrenzung bei einer Kugel Vollkommenheit und oder eine adverbiale Phrase voraus. Weinrich (1993) nennt dieses „es“ aus mir nicht ganz verständlichem Grund das „Horizont-Pronomen“. 232 Locke ([1700] 1975, 209f [2.17.1]) hat große Mühe, das „Infinite“ zu beschreiben. Mit Recht spricht er vom Infiniten als einem grenzenlosen Prozeß (Progression; „which has no Bounds“; ib. 214f [2.17.8]) jenseits von Raum und Zeit; nur so lasse sich das Gemeinte gedanklich nahebringen. Ähnlich unvorstellbar sei das Gegenteil des Infiniten, das absolute Minimum; Menschen brauchen Grenzen. „He that thinks he has a positive Idea of infinite Space, will, when he considers it, find that he can no more have a positive Idea of the greatest, than he has of the least Space. […] our comparative Idea […] hath no bounds“.

314 Vollendetheit in sich ausdrückt. (Bezüglich einer Kugelgestalt vgl. Neumann 2006, 39f und 45-47. Bis vor kurzem wurde dem Universum Kugelgestalt zugesprochen; neuerdings nehmen Physiker stattdessen auch an, es sei flach.) 233 – Zu 1b hat man die Metapher von einem Punkt angeführt. – Zu 2 gehört die Existenz überhaupt. So kann man im Deutschen sagen, „werden“ sei (!) auch eine Art des (Da- oder So-)Seins. Das Sein braucht nicht materiell zu sein; auch Gedanken ‚sind‘. – In 3 zählt Berti/Killisch- Horn das Verb als Objekt zu einem (hier nicht genannten) Subjekt. Er faßt also jedes Prädikat als Objekt eines Satzsubjekts auf. Damit sucht er einen Anschluß an Aristoteles’ (Metaphysik V 7) Behauptung, jedes verbale Prädikat vom Typ „der Mensch schreitet“ oder „der Mensch schneidet“ sei auffaßbar als [statisches] „der Mensch ist schreitend“ oder „der Mensch ist schneidend“. Was im Deutschen gekünstelt klingt, würde im Englischen (und etlichen anderen Sprachen) einen Funktionsunterschied (auch zu Aristoteles’ Vorstellung) machen. Außerdem versteht Berti/Killisch-Horn jedes prädikative Sein und überhaupt jedes Prädikat als Wahrheitsbehauptung. Das alles wirft mehrere Probleme auf: Erstens gibt es hinreichend Sprachen, die kein „Seins“-Verb haben. Zweitens müßte jede Aussage Wahrheitscharakter haben, womit Wahrheit nur ein anderer Ausdruck für Aussage und damit als Wahrheit leer würde. Da Parmenides aber behauptet, vom Sein könne man nicht sagen, es war oder es wird sein (vgl. Diels + Kranz 1996, 1.235, 28 [18], B 8), muß Bertis Gleichsetzung mit dem prädikativen Sein (des Dt., Ital. usw.) zurückgewiesen werden (vgl. unten zum Span. und Ptg). Scuto (2005, 110) nennt die oben von mir „objektiv“ genannte Realität in Übersetzung des parmenideischen Adverbs δοκίµως „wahr-scheinend“. Diese Welt nennt Parmenides nach Scuto δξα („Schein“), „die Ordnung der Seienden, der dem Werden und Vergehen ausgesetzten Gegenstände“ (ib. 113). Ausgesetzt, so möchte ich fortfahren, weil diese Realität menschengemacht, im Schein menschlicher Wahrnehmung gedacht wird. Unten werde ich jedoch annehmen, daß das Sein (ςτιν) des Parmenides zu dieser Schein-Welt gehört und kein „zugrunde liegendes“ „Wahr-Sein“ benennen kann. Ich will auch behaupten, der finite Mensch könne ein Phänomen überhaupt erst (relativ) erkennen, wenn er es, ihm eine Funktion zudenkend, benennt. Also muß er funktional relativ benennen (s. oben). Benennen kann er nur innerhalb seiner finiten Natur, und nur in ihr kann er Benennungen (Namen) erfinden und denken. Folglich kann das Sein auch nur in der Finitheit 233 Die Erdscheibe kehrt als dickere Universumsscheibe zurück ….

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    462 Zu möglichst holistischem Vers

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    472 versuchen. Sie würde Mäßigun

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diagnose 2013-2-MSF-AT - Ärzte ohne Grenzen
VIELFALT HAT GRENZEN - HaysWorld
Studienbuch KinderuniWien Teil 2
DIN 18025, Teil 1 und 2
Teil 2 - LichterZauber.org
Teil 2 - Arbeit und Leben
Seelenpartner-wenn Liebe alle Grenzen sprengt Leseprobe 2
2·2012 - Österreichisches Bibliothekswerk
DIN 18025, Teil 1 und 2
Teil 2 - Heilkunst Yoga – Yogatherapie heute
Download Teil 2 - AIDS-Hilfe Stuttgart eV
das teil 2/2011 (pdf) - BDKJ im Erzbistum Köln
kriZ 2 - BUNDjugend Baden-Württemberg
Teil 2: Impulse für die Seelsorge (8.8 MB) - Renovabis
Grenzen der Globalisierung
Programm2006-07 Flyer Teil 1 ohne Skizze
Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze
Grenzen in der Medizin 2 - Uhlich-Online.de