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Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

355 Beobachter

355 Beobachter „zweiter Ordnung“, der die Beobachtungen des „ersten“ individuellen Beobachters (natürlich wiederum kontingent-perspektivisch) dia- und/oder parakulturell zu einem Durchschnittswert zusammenfaßt. Stellen wir uns folgende Situation vor: Drei Personen A, B und C kommen zusammen. A stellt zuerst C dem B und dann B dem C vor. Falls es sich um drei Personen deutscher Kultur handelt, könnte die Vorstellung etwa folgendermaßen ablaufen: Zuerst wird der Herr der Dame und der Jüngere dem Älteren vorgestellt. A nennt B Cs Namen und danach C Bs Namen. Je nach den Personen und ihrem Stand wird der volle Name oder es werden nur die Nachnamen mit Frau … bzw. Herr … und evtl. mit Titel oder (vor allem bei jungen Leuten) nur die Vornamen genannt. (Weitere Varianten sind möglich.) Bei einer formellen Vorstellung im deutschen Kulturraum gilt folgende Standardversion: Wer wem zuerst vorgestellt wird und wer gegebenenfalls zuerst die (rechte) Hand reicht, hängt vom Stand und Alter usw. der einander vorzustellenden Personen ab. Ein Herr darf sich bei der Prozedur leicht verneigen. Nach der geltenden Regel sagen beide Interaktanten … nichts, kein „Sehr erfreut!“ oder was es sonst sein mag (vgl. Asfa-Wossen Asserate 2005). – Begegnen sich Bekannte auf der Straße, so grüßt in Deutschland zuerst der Herr die Dame. In Britannien ist es umgekehrt (wie meine Wiener Kollegin Mary Snell-Hornby immer wieder zu betonen pflegte, wenn ihr ein Mann schon von weitem sein zahnpastaweißes Lächeln entgegenstreckte). – Ein amüsantes und instruktives Beispiel bringt Snell-Hornby (1987, 91f) aus Süd-Indien. Die Autorin wurde auf der Straße mehrfach von Einheimischen mit der Frage „Where are you going?“ angesprochen. Sie gibt, etwas verdutzt ob der Frage, eine genaue Antwort, z. B. „I’m just off to the bazaar“. Der Einheimische wendet sich „indignantly“ ab. Schließlich wird die Autorin aufgeklärt: „the local ritual of greeting“ würde in Südindien auf Englisch folgendermaßen verlaufen: „A: Where are your going?“ / B: „Just up there.“ / A: „What for?“ / B: „Just so.“ Die ganze Szene entspricht einem europäischen ‚freundlich-aneinander-vorübergehen‘. (Heute, 20 Jahren später, verbürge ich mich nicht mehr für die Gültigkeit der Szenerie.) – Man kann nur nonverbal kommunizieren; man kann nicht nur-verbal kommunizieren. A propos, kennen Sie den Film „Canaris“? Hauptfigur ist ein deutscher Marineoffizier, der während des zweiten Weltkriegs als Spion in die französische Marine eingeschleust wird. Der Mann war absolut zweisprachig, aber nicht bikulturell (was ihm nicht bewußt war). Er wurde entlarvt, weil er sich ganz leicht verbeugte, als er mit einem französischen Offizier bekanntgemacht wurde. Beide waren in Uniform. Ein französischer Offizier

356 macht keinen Diener! – Hier handelt es sich nicht um eine Translation zwischen zwei Sprachen, sondern um das unterschiedliche Verhalten in zwei Kulturen. Wenn Sie dolmetschen oder übersetzen, vergessen Sie das nonverbale Verhalten als Teil des holistischen Verhaltens nicht! Bei Bedarf sollen/müssen Translatoren ihre Kunden rechtzeitig kulturell ‚briefen‘, also als Kulturberater auftreten. (Vgl. das Problem der Pünktlichkeit.) Kultur wird als Verhaltensprozeß und dessem Resultate oft gegen die „Natur“, dem ‚Ursprünglichen‘, Unbearbeiteten usw. abgegrenzt. Der Terminus „Kultur“ hat im Laufe der Zeit unterschiedliche Bedeutung(en) bekommen. Kultur in diesem Sinn umfaßt mehr oder weniger emotionales und rationales, auch magisches und okkultes Verhalten (vgl. auch Sheldrake in Dürr + Gottwald 1997). Formal ähnliche Termini in anderen Sprachen und damit Kulturen weichen funktional vielfach voneinander ab (vgl. die civilization; vgl. u. a. Lipiansky 1989, 103-116). – (Zur Relation Translation – Kultur vgl. früh Toury 1987a; 1987b.) Die Eigenständigkeit eines Individuums gegenüber gesellschaftlichkulturellen Vorteilen, Zwängen, Verführungen usw. und der Grad des Einflusses, den eine Kultur auf das betreffende Individuum ausüben kann bzw. ausübt, muß in jedem Einzelfall situationsspezifisch (mikrokosmisch) und in Bezug auf (meso- und makrokosmische) Verallgemeinerung festgestellt werden. Makro-Ebenen existieren aber nur in individuellen Köpfen. Mit dem Schlagwort kulturelle Überformung* meine ich zweierlei: Jedes Individuum wird von seiner Umwelt, in der es andere Phänomene, z. B. Individuen der gleichen oder anderer Art, gibt, beeinflußt. Das Individuum lebt in einer Gemeinschaft bzw. Gesellschaft mit anderen Phänomenen, u. a. ähnlicher Individuen. (Ähnlichkeit ist Sache der beobachtenden Perspektive.) Das Zusammenleben bedingt Regeln als seine Möglichkeit. Diese Regeln beeinflussen jedes Individuum der Gemeinschaft bzw. Gesellschaft. Regeln müssen gelernt und eingeprägt werden. Sie werden oft als Zwang empfunden. (Warum darf ich nicht in der Nase bohren?) Hegel (Phänomenologie des Geistes) spricht sogar von einem Kampf auf Leben und Tod. Kultur betrifft also die holistische Überformung eines Individuums in einer (eben auch durch die Überformung) als relativ einheitlich („homogen“) angenommenen Umwelt einer Gesellschaft und die daraus für das Individuum und generalisierend die Gesellschaft folgenden als ähnlich angenommenen Verhaltensweisen. Kultur ist Sondersorte einer gesellschaftlichen Organisation; die kulturelle Überformung ist Sondersorte gesellschaftlicher Überformung, d. h. Anpassung oder „Parallelisierung“ (Hejl

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    166 Eingezahlte. Zeit vergeht, Wiss

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    168 Angesichts der Vielfalt und Man

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    174 (1996, 142) faßt ein Fragment

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    Von hier ab lerne hingegen die ster

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    178 Individuell bleibt die Wahrnehm

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    180 physische Apparat geht über da

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    186 Kommendes. (Vgl. zur Zeitwahrne

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    188 151), Israels Vorgehen gegen Pa

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    192 ster, und komplexe virtuelle Ph

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    194 Die drei oben genannten Ebenen

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    196 ten. Grenzen zwischen einem Sys

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    200 ihm ähnliche Individuen gibt,

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    202 zwar ‚von außen‘ gegeben;

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    19. Perzeption* 222 Ein einen Organ

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    226 Die moderne Wissenschaft führt

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    240 gel‘ „extrapolieren“, 175

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    Au cours d’analyses subtiles et d

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    432 sicht in evolutionäre Prozesse

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    Herr N mit seinen Sprachgenossen

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    postulado de que a ordem do discurs

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    442 den Begriff eines Begriffs usw.

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    444 zu beispielhaft vorgeführt: In

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    Being, but what has this Essence, w

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    448 /Virtualität, geht nach dieser

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    450 1. Wir unterscheiden zwei Sorte

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    that a copy (not necessarily exact)

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    456 hängt werden, damit sein Wert

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    458 Konnotation. Blackmore/Niehaus-

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    460 aus Memsubsystemen auf verschie

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    462 Zu möglichst holistischem Vers

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    464 Neuzeit hinein galt auch im Abe

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    466 [II.iii.26]) selbst an ein hist

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    468 Sekundärliteratur finden sich

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    say, in saving the world, helping o

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    472 versuchen. Sie würde Mäßigun

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    474 des „uneigennützigen / sich

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    476 1997).“ Vgl. auch Kristmannss

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    478 Es geht also um die Interpretat

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    480 Ich will die Extension der Tran

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    482 P’s Intention durch R in R’

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    484 Reaktionen. Nach verbreiteter M

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    A tradução, como a leitura, deixa

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    488 (Vgl. auch ib. 184-188.) - Zur

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    vollem segel an das gestade jenseit

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    494 die Mimik, Stimmführung und wa

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    496 Ein Text (und damit ein Textem)

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    498 erst dessen Rezeption als ander

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    […] a qualidade do texto poético

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    (Gaspar de Seixas Vasconcelos + Jos

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    504 lernen müsse oder ob jedermann

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    506 Niemand hat je erklärt, was

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    508 stenmal zur Nachahmung gereizt.

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