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Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

385 Dem Geschilderten

385 Dem Geschilderten nicht ganz unähnlich geschieht es also mit den Luftwellen („Schwingungen“), fälschlich auch „Schallwellen“ (s. unten) genannt, die jemand durch seine Muskelspiele im Mund-, Nasen- und Rachenraum erzeugt, wenn er spricht, schreit, flüstert oder singt. (Übrigens ist bei allem Verhalten immer der ganze Körper beteiligt; vgl. z. B. daß jemand beim Singen den Takt mit Handbewegungen angibt.) Mögliche Media der Übertragung sind Luft oder Wasser, auch Festkörper (vgl. die „Vibrationen“). Die Luft strömt ein wenig, aber kaum merklich aus. Auf drei Meter Entfernung kann man den Sprecher sehr wohl hören, aber nicht mehr bemerken, ob er zum Frühstück Knoblauch gegessen hat. Die Schwingungen aber können sehr weit hinausgelangen. Kurz und gut, was da hinaus- und auf der Hörerseite als Anderes (oft z. B. durch Windstöße verzerrt oder Lärm übertönt) heranschwappt, sind nur Wellen. Die verbreiten sich in der Luft nicht nur flächenhaft, wie die auf dem Teich, sondern mehr oder minder kugelförmig um den Sprecher herum. Auch das ist merkwürdig. Jemand spricht in eine Richtung vor sich hin, und hinter ihm hören die Leute zu. Der Sprecher selbst hört; er hört die Vibrationen, die er erzeugt, auf doppelte Weise: durch den Mundraum und seine Ohren. So nimmt weder er noch ein anderer Rezipient die ‚Realität‘ wahr, sondern eine bereits veränderte, relativierte Realität. – Es gibt andere Organismen ohne Hörapparat, die die Wellen trotzdem auf ihre Weise wahrnehmen können. Es gibt Wesen, die mit den Haaren hören. Ihre Welt ist still, aber nicht stumm. (Solche Organismen gibt es auch.) – Weitere „Übersetzungen“ werden beim Telefonieren usw. nötig. Damit eine Interaktion bzw. als deren Sondersorte Kommunikation zustande kommt, sendet der, der beginnt bzw. beginnen will, (wie oben bereits erwähnt) einen Reiz aus, gewöhnlich an einen oder mehrere Adressaten (intendierte Rezipienten); doch können Andere, Nicht-Intendierte u. U. mitempfangen. Der Reiz kann mancherlei Gestalt annehmen: Schwingungen, auch Räuspern, oder Hand- oder Körperbewegungen usw. Der/die Empfänger müssen den Empfang, zumindest bei sich, ‚bestätigen‘ (sie können nicht nicht-reagieren) und, damit die Kommunikation weitergehen und evtl. glücken kann, ihr Einverständnis verbal und/oder nonverbal signalisieren (z. B. indem sie signalisieren, zuhören zu wollen oder gehört zu haben). Bei mündlicher („oraler“) Kommunikation werden Gedanken und Intentionen zur funktionalen Äußerung in („Schall-“)Wellen umgesetzt, die bei einer Rezeption wieder in Lautfolgen verwandelt werden. Zum Schreiben erinnere ich an die Theorie des Sehstrahls und die

386 Photonen. Immerhin geht ein Wunsch auch durch die Augen ein (und mitunter wirkungsvoller …). Vielleicht ist sich der Sprecher, wenn er zu sprechen, und der Schreiben, wenn er zu schreiben beginnt, erst teilweise dessen bewußt, was er sagen bzw. schreiben, und noch weniger, wie er sich ausdrücken will. Manche „Rede“ und erst recht Schreibe wird in der frohen Hoffnung oder bangen Sorge um die grammatisch-syntaktisch und funktional korrekte Weiterführung begonnen. Sicherlich wird der Redner (und auch der Schreiber) die Äußerung mit Gesten begleiten. 280 So geht es auch dem Translator (Dolmetscher und Übersetzer). Der naive Übersetzer ist sich, genau wie der naive Sprachbenutzer, der Mechanismen nicht bewußt, die sein Verhalten bestimmen; er hat kaum Kontrolle über die kognitiven Prozesse, die beim Übersetzen stattfinden, und kennt die Bedingungen nicht, die sie beeinflussen. (Kirchhoff 1974, 139) Doch bald nach Beginn einer Äußerung beginnt eine mehr oder minder bewußte Selbstkontrolle des Sprechers/Schreibers (vgl. unten zur „Kontrollschleife“) über das zu Äußernde. Die Luftwellen (eine atmosphärische Störung), von denen die Rede war, gelangen also zu den Ohren eines Hörenden. Der Mensch braucht zwei Ohren, um einkommende Schwingungen lokalisieren zu können. Die ‚Störung‘ (oder neutraler: der Reiz) durch die Schwingungen wird von den Hörorganen aufgenommen (Übersetzung4) und in einer höchst komplexen Weise physikalisch und elektro-chemisch an den gesamten neurophysischen Apparat des Hörenden und vor allem dessen Zentrale, das „Gehirn“, gemeldet, wo Neuronen in Aktivität gesetzt werden (Übersetzung5). Vergleiche hier Re- und Protentionen als Übergänge von einer momentanen Präsenz zu Erinnerungen und Erwartungen. – Wer einen Satz hört, hört momentan einen Laut, erinnert sich an unmittelbar zuvor gehörte Laute und erwartet weitere zur Vervollständigung des Satzes. Rezeption ist eine Kette von Erinnerungen bis Erwartungen. – Die eingehende ‚Mitteilung‘ wird mit bereits gespeichertem und (unbewußt) evozierbarem ‚Wissen‘ und desgleichen Emotionen abgeglichen, evaluiert und auf eigene Weise unbewußt ‚verstanden‘ („perzipiert“), d. h. wiederum interpretiert (Übersetzung6). Die Perzeption* kann z. T. bewußt (Übersetzung7) 281 und in einer Apper- 280 Vgl. Vermeer (1986a, 382-489). 281 Mancher mag sich vielleicht wundern, daß ich die Perzeption und ihre Bewußtwerdung zwei Interpretationen und damit Übersetzungen zuordne. Bei der Bewußtwerdung werden oft neue oder stärkere Emotionen wach; die Evaluierung des Rhythmus und überhaupt der Lautwerdung wird intensiver oder setzt erst ein: usw. – Eigentlich müßte hinter jeden Satz ein „usw.“ stehen.

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    460 aus Memsubsystemen auf verschie

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    472 versuchen. Sie würde Mäßigun

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    480 Ich will die Extension der Tran

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    482 P’s Intention durch R in R’

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    A tradução, como a leitura, deixa

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    vollem segel an das gestade jenseit

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    […] a qualidade do texto poético

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VIELFALT HAT GRENZEN - HaysWorld
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Teil 2 - Arbeit und Leben
Teil 2 - LichterZauber.org
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