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Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

393 sprechen und meinen

393 sprechen und meinen gibt es enge Verbindungen. “[T]he perception is ‘thought and sensation fused’.” (William James, zit. n. Putnam 1995, 67) Ein Text ist kein festes Gebilde. Ich muß das bedruckte Papier, das für mich ein Textem darstellt, als einen potentiellen Text und zwar als meinen potentiellen Text-jetzt (d. h. in diesem Moment) interpretieren. Jede Erkenntnis ist eine / entstammt einer Interpretation, und da Interpretationen immer auch Abweichungen und Neuformulierungen mit sich bringen, ist jede Lesung und jede Weitergabe des Gelesenen bzw. Gehörten eine Übersetzung (Translation). Es entsteht jedesmal Anderes, Neues. Der Sinn, den mir ein Text macht / den ich in einen Text hineininterpretiere, ist meine Interpretation-jetzt. Wenn ich mir das Textem am nächsten Tag noch einmal vornehme, stelle ich fest, daß der Text, den ich jetzt hineininterpretiere einen anderen Sinn als der vom Vortag macht. (Vgl. die Emotionen! Man kann keinen Film zweimal sehen. Es wird ein anderer Film. Er gefällt mir besser oder nicht mehr. – Vgl. das Schicksal des Reichen in Leanders [1871 (1922, 132-138)] Märchen Von Himmel und Hölle.) Von solchen Wandlungen leben ja die Literaturwissenschaftler; manchmal streiten sie heftig und jahrhundertelang über „den“ Sinn – sie meinen ihren jeweiligen individuellen, aktuellen Sinn –, den sie in ein Textem bzw. in den von ihnen dahineingelesenen Text legen. Die Bandbreite möglicher Interpretationen hängt holistisch längst nicht nur von der jeweils beabsichtigten bzw. verstandenen (interpretierten) Intention ab. Ein Fachtext(em), z. B. ein Arbeitsvertrag, läßt weniger Raum zu individuellen Interpretationen (sollte es jedenfalls) als ein literarischer Text / ein literarisch sein sollendes Textem, der/die geradezu zu Interpretationsspielen einlädt. – Nicht nur Texte aus dem Bereich der Diplomatie werden nicht selten absichtlich mehrdeutig verfaßt. Entsprechend können die entstandenen Texteme auf mannigfaltige Weise interpretiert werden. „Nix ist fix“, pflegt mein Grazer Kollege Prunč zu sagen, und er hat recht und unrecht zugleich. Das verflixte „ist“, die Behauptung! Wenn nichts sicher ist, ist auch diese Behauptung unsicher. Beweisen können wir nichts (so meint Sir Karl Popper 1981), u. U. aber Geglaubtes „falsifizieren“ (womit die Falsifizierung nicht bewiesen ist). Alles wird „relativ“, „Annahme auf Zeit“. Auch meine Behauptungen sind nur Annahmen. Ich spreche von relativer Relativität, denn absolute Relativität wäre ein Widerspruch in sich (eine contradictio in adjecto 287 ). Calderón de la Barca (1600 – 1681; 1827 La vida es sueño, Jornada 2, Schluß) sagte, auch „los sueños sueños son“ [auch Träume sind nur Träume]. Brunschwig/Sedlaczek (2000, 287 So möchte der Duden den lat. Ausdruck geschrieben sehen.

394 108) meint, das Wissen um das nur relative Wissen sei im alten Griechenland schon vor Heraklits Zeiten bekannt gewesen und stelle vielleicht „den zentralen Gedanken der gesamten antiken Epistemologie dar“. – Wie kann man sich da ernsthaft streiten? – Heute mühen wir uns mit der gleichen Ungewißheit um ein Verständnis der damaligen Meinungen. Xenophanes (Ξενοφ0νης, um 560 – um 470; frg. 34, zit. n. Diels + Kranz 1996, 1.137) meint: δκος δ’ π π8σι τέτυκται, „Schein(meinen) [sic] haftet an allem“ (ib.). Dillon/Killisch-Horn (2000, 82) übersetzt: „bei allen Dingen gibt es nur Annahme [doxa].“ Annahme drückt Relativität des Wissens aus. Dabei kann ein Individuum persönlich eine mehr oder weniger feste Meinung, sogar eine Überzeugung, über den zur Debatte stehenden Sachverhalt vertreten. Aber auch feste Meinungen wandeln sich, sind Prozesse. Auch Fotografien sind keine bloße Reproduktionen eines Objekts (vgl. dazu Sträter 2006). Daher braucht niemand nach ihrem „Original“ zu suchen (vgl. Benjamin Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit 1991, 1.2, 431-508). Es gibt es nicht. Jede Fotografie stellt für jeden Betrachter je eine mögliche Perspektive einer Realität dar (nicht zu sprechen von Retuschen usw.), und weil sie in einer je anderen Situation unter indefinit vielen anderen Bedingungen betrachtet wird, ergeht es ihr wie einer Rede, einem Bild usw.: Sie werden jeweils anders rezipiert. Eine Fotografie ist stumm. Aber u. U. zeigt sie mehr, als der Beobachter des wirklichen Objekts sieht und sehen kann (vgl. das Optogramm). Les réalistes, dont je suis, […] ne prennent pas du tout la photo pour une ‘réel’ – mais pour une émanation du réel passé : une magie, non un art. (Barthes 1980, 17; zit. n. Sträter 2006, 186) 288 Wenn Geräusche, z. B. Gespräche oder Musik, aus mehreren Quellen zugleich auf das menschliche Gehör treffen, vermischen sie sich und können oft nicht mehr einzeln identifiziert werden. Gerüche kann der Mensch noch schlechter voneinander trennen und identifizieren. Beim Sehen ist das anders. Der Mensch kann seine Augen auf einen kleinen Ausschnitt seines Sehbereichs und sogar auf einzelne (Quasi-)Punkte oder Buchstaben usw. konzentrieren und sie in einer Masse anderer sichtbarer Phänomene fein säuberlich identifizieren. Man nennt das „selektives Sehen“. Und wieder überformt die Kultur die Interpretation des Lesers und macht sie zu einem halbwegs ähnlichen Verständnis auf überindividuell-gesellschaftlicher Ebene. Dadurch sind die Literatenkämpfe etwas gedämpfter 288 „Die Realisten, zu denen ich gehöre, […] nehmen die Photographie keineswegs für wirklich – sondern für eine Emanation der gewesenen Wirklichkeit: für Magie und nicht Kunst.“

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    168 Angesichts der Vielfalt und Man

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    192 ster, und komplexe virtuelle Ph

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    194 Die drei oben genannten Ebenen

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    196 ten. Grenzen zwischen einem Sys

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    200 ihm ähnliche Individuen gibt,

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    202 zwar ‚von außen‘ gegeben;

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    Ich möchte unterscheiden (vgl. hie

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    19. Perzeption* 222 Ein einen Organ

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    226 Die moderne Wissenschaft führt

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    230 dann kann der so Angegriffene n

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    trust, and believe, touching the tr

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    270 Die Extensionen einzelner Syste

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    288 Organismus hängen von seinem m

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    292 Jeder Organismus entsteht aus u

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    302 des iterierten Phänomens, das

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    312 Grundstock unserer oder gar ‚

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    318 lehre des 19. Jhs. verteidigen

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    320 umschreiben. - Beispiel: Das Pr

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    328 Verbal mitteilen kann man es an

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    448 /Virtualität, geht nach dieser

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    450 1. Wir unterscheiden zwei Sorte

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    456 hängt werden, damit sein Wert

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    458 Konnotation. Blackmore/Niehaus-

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    460 aus Memsubsystemen auf verschie

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    462 Zu möglichst holistischem Vers

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    464 Neuzeit hinein galt auch im Abe

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    468 Sekundärliteratur finden sich

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    say, in saving the world, helping o

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    472 versuchen. Sie würde Mäßigun

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    474 des „uneigennützigen / sich

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    476 1997).“ Vgl. auch Kristmannss

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    478 Es geht also um die Interpretat

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    480 Ich will die Extension der Tran

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    484 Reaktionen. Nach verbreiteter M

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    A tradução, como a leitura, deixa

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    488 (Vgl. auch ib. 184-188.) - Zur

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    vollem segel an das gestade jenseit

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    496 Ein Text (und damit ein Textem)

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    498 erst dessen Rezeption als ander

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    […] a qualidade do texto poético

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    (Gaspar de Seixas Vasconcelos + Jos

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    504 lernen müsse oder ob jedermann

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    506 Niemand hat je erklärt, was

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VIELFALT HAT GRENZEN - HaysWorld
Teil 2 - Arbeit und Leben
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Studienbuch KinderuniWien Teil 2
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Teil 2 Antisemitismus – immer noch? - Erinnern
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Teil 2: Impulse für die Seelsorge (8.8 MB) - Renovabis
das teil 2/2011 (pdf) - BDKJ im Erzbistum Köln
kriZ 2 - BUNDjugend Baden-Württemberg
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