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Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

427 (Nicht-verbale

427 (Nicht-verbale ‚Texte‘ werden gesehen, erfaßt, geschmeckt, gerochen …; vgl. Speisen, benutztes Parfüm usw.) Sicherlich möchte/hofft ein Autor (Produzent) in den meisten Fällen, daß die seinem Text zugedachte Funktion vom / von den Rezipienten möglichst genau erkannt (und verwirklicht) wird. Je näher die Kultur eines Rezipienten der des Autors steht, desto eher kann sich die Hoffnung erfüllen; je weiter die Kluft zwischen den Kulturen, desto prekärer wird die Erfüllung (vgl. das heutige ‚Verstehen‘ altgriechischer Sophisten; vgl. das Südtirol-Beispiel bei Weisgerber 1961 und den Kommentar dazu von Eichinger 1987). – Man hat vom „Glücken“ einer Handlung bzw. deren Intention gesprochen. Ein Urteil hierüber kann nur fallspezifisch gefällt werden. (Möglicherweise wird kein Protest bekannt.) „Funktionalität“ engt auf Perspektivität ein. Auf sie konzentriert sich der Handeln-Wollende/Handelnde und vernachlässigt dadurch selbstverständlich andere Potentialitäten. Ε δ το κινουµένου τέλος στν δι ν κινεται ατία ατ π0ντως στ τ δι ν γεγένεται κα στιν ατία. (Maximus Confessor [um 580 – 662 n. Chr.] Ambigua ad Iohannem MPG 91, 1257D, zit. n. Weiner 2007, 57 79 ) 302 Perspektivität beim Handeln bedeutet nicht, daß nur eine Perspektive durchgehalten wird und noch weniger, daß sie durchgehalten werden muß. Selbstverständlich können Perspektiven gewechselt werden. – Sobald man einen Satz geschrieben hat und ihn nochmals liest, hat sich die Perspektive auf den Satz und unter der dieser Satz betrachtet wird, geändert. Die Einheit von Form und Funktion erhält eine Benennung (z. B. „Wohnzimmer“). Die Dreiheit von Form, Funktion und Benennung läßt die Situation klar erkennen. Für die Benennung bedarf es eines Benenners, eines Benannten und eines benennenden Zeichens. (Derrida 1967: einer „voix“; vgl. Peirce’ „interpretant“; s. unten). Es wird […] nicht darum gehen, was Seiendes und was Nichtseiendes ist, sondern welche Gegenstände so bezeichnet werden, unabhäng davon, wie es sich ihrer Natur nach verhält. (Weiner 2007, 61, nach Johannes Scottus Eriugena Periphyseon) Der mesokosmische Prozeß der Erkenntnis läuft normalerweise unbewußt ab. Bewußtsein bestärkt ein Urteil und damit eine Erkenntnis (vgl. die Kontrollschleife), indem ihr sozusagen ein gedankliches oder auch materielles, z. B. schriftliches, Schild um- oder angehängt, ihr eine „Bezeichnung“ gegeben wird. Das heißt auch, daß die Form eines Phänomens durch 302 „Wenn so das Ziel des Bewegten die Ursache ist, durch die es bewegt wird, dann ist sie vollständig dasselbe wie die Ursache, durch die dieses en[t]steht und ist.“ (Maximus Confessor [~ 580 – 662, aus Konstantinopel], übers. v. Weiner 2007, 57).

428 einen Namenwechsel verändert wird. (Wird ein Wohnzimmer zu einem Salon, sieht man das Objekt ‚mit anderen Augen‘.) In der Sprachwissenschaft („Linguistik“) werden die von Saussure (s. unten) gebrauchten frz. Termini oft lehnübersetzt. So gibt es ein Zeichen (signe) aus einem Signifikanten (signifiant) [die Form] mit seinem Signifikat (signifié) [die Funktion]. Die Linguistik nennt die Funktion eines benannten Phänomens „Inhalt“, „Bedeutung“ oder „Sinn“. (Manchmal werden Unterschiede gemacht.) Die Einheit von Benennung und Bedeutung wird „Ausdruck“ („Terminus“) genannt. Terminologie. Gesamtheit der innerhalb eines wissenschaftliche[n] Systems definierten Fachausdrücke, die sich von umgangssprachlicher Verwendung durch exakte Definition innerhalb eines bestimmten Systems unterscheiden. (Bußmann 2002, 682) Funktionalität tritt auf zwei Ebenen in Erscheinung, [1] der Ebene eines Phänomens, z. B. eines Texts in seiner Umwelt, und [2] der Ebene eines Phänomenelements, z. B. eines Worts. – „Bedeutung“ wird meistens im Zusammenhang mit relativ elementaren Formen, z. B. Wörtern, verwendet, während „Sinn“ unterschwellig („tiefer“) geltenden Funktionen, z. B. eines Satzes, beigelegt wird. – Der Satz „Es regnet“ kann nach dieser Terminologie in einer gegebenen Situation die „Bedeutung“ Es regnet bekommen, wenn gesagt werden soll, daß es regnet. Er kann aber auch den „Sinn“ Nimm den Schirm mit oder Ich habe schlechte Laune usw. bekommen. (Bei Frege haben „Sinn“ und „Bedeutung“ andere „Bedeutungen“; vgl. Bußmann 2002.) Man kann nicht sagen, eine Form „habe“ Bedeutung; dann dürfte jeder Form nur eine Bedeutung oder es müßte ihr eine indefinite Menge von Bedeutungen und Sinnen zugeordnet werden, wodurch sie leer würde. Die Linguistik bezieht paralinguale Phänomene, z. B. Stimmführung, Mienenspiel usw., in ihre Betrachtungen mit ein. Kulturspezifische Gewohnheit läßt für jede Form nur eine begrenzte Zahl von Funktionen zu und umgekehrt. Meist wird allerdings angenommen, daß sprachliche Formen () auf der Makro-Ebene existieren und dort „Bedeutung“, also Funktionalität, haben. existieren demnach realiter; sie „sind-(da)“; es gibt sie. (Der DUW suggeriert, daß er hinsichtlich des Deutschen exhaustiv sei.) Sollte es im erwähnten Sinne geben, müßten sie irgendwo existieren. Können zur gleichen Zeit an mehreren Orten (z. B. innerhalb und außerhalb eines Wörterbuchs oder in mehreren Wörtbüchern) gleichzeitig existieren? (s. Begriff) Ein Zeichen ist irgendwann zum erstenmal für etwas gebraucht worden. Zeichen werden.

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