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Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

429 Möglicherweise

429 Möglicherweise findet sich der Benenner eines Phänomens schon bei Peirce als (engl.) „interpretant“, doch läßt sich das nicht eindeutig nachweisen (s. unten). Ich sprach von der Fünfheit Form, Funktion, Benennung, Benanntes und Benenner. Eine Form bekommt im Gebrauch als allgemeine Grundfunktion die Funktion „Hinweis“ (man könnte sagen: die Funktion „Funktion“). Auch die angeblich nur „konnotative“ Emotion muß in jedes Verhalten als vorrangig einbezogen werden. Es ergibt sich eine Siebenheit für jedes bewußte und unbewußte intentionale Verhalten, Tun und Handeln. Die Wissenschaft hat die Fünf- bis Siebenheit eines Zeichens(­im- Gebrauch!) seit Saussure auf die Zweiheit von Form und „Bedeutung“ beschränkt. Peirce kannte eine Dreiheit, weil er die mögliche Doppeldeutigkeit seines „interpretant“ nicht einbezog. Grenzen werden vom Gebraucher gezogen. Saussure meinte, die Grenzen würden durch eine Form-Inhalt-Relation gezogen. Gewiß spielt die Sprache bei der Interpretation der ‚Welt‘ eine wesentliche Rolle. Als Teil von Kultur überformt sie das menschliche Verhalten mit. Aber sie erschafft die Welt nicht. Sie zwingt sicherlich oft zu einer spezifischen Perspektive bei der Erkenntnis der Umwelt eines Sprechers/Hörers usw. (In diesem Abschnitt ist Sprache sowohl als Sprachfähigkeit (langage) als auch als Einzelsprache (langue) gemeint.) Ich weise immer wieder auf den bei einer holistischen Untersuchung unausweichlichen Unterschied aller Phänomene (auch und gerade der emotionalen) zwischen der ‚Welt‘ eines Produzenten und damit der Produktion und der ‚Welt‘ jedes Rezipienten und damit einer Rezeption hin. Auf der Meso-Ebene wird der Unterschied (auch in der Wissenschaft) zumeist ignoriert oder wird nicht erkannt. („Übersetz, was da steht!“.) Doch für eine Untersuchung zu Grundlagen der Translation darf nichts beiseite gelegt werden. Insofern ist Derrida (1998, 101f), der hier im Einklang mit Husserl argumentiert, kritikabel. – Wenn Derrida mitten in seinem französischen Text deutsche Termini verwendet, so verwendet er sie in seinem Verständnis. Genau das aber kann im deutschen Translat nicht mehr als ein Anderes sichtbar werden (vgl. Seel 2008). Kursivdruck zeigt an, daß ein Unterschied entstanden ist, aber er ‚übersetzt‘ nicht den Unterschied. (Im folgenden Zitat bekommt die Kursive im Ausgangs- und Zieltext jeweils heterogene Funktionen.) 303 – Auch in der Wissenschaft ist präzise Übersetzbarkeit unmöglich. 303 Als man für deutsche Texteme noch Fraktur gebrauchte, in der es keine Kursive und diakritische Zeichen gab, setzte man fremdsprachliche Ausdrücke und Zeichen (z. B.

Au cours d’analyses subtiles et décisives que nous ne pouvons suivre ici, la démonstration est faite de l’idéalité de la Bedeutung et de la noncoïncidence entre l’expression, la Bedeutung (toutes deux en tant qu’unités idéales) et l’objet. Deux expressions identiques peuvent avoir la même Bedeutung, vouloir dire la même chose et avoir pourtant un objet différent (par exemple dans les deux propositions « Bucéphale est un cheval » et « cette rosse est un cheval). Deux expressions différantes peuvent avoir des Bedeutungen différentes, mais viser le même objet (par exemple dans les deux expressions : « Le vainqueur d’Iéna » et « le vencu de Waterloo »). Enfin deux expressions différentes peuvent avoir le même Bedeutung et le même objet (Londres, London, zwei, deux, duo, etc.). (Derrida 1998, 102) 304 430 In der deutschen Übersetzung des vorstehenden Abschnitts (s. FN) möchte ich das frz. même statt mit „dasselbe“ mit „das gleiche“ wiedergeben. Mit dem „gleichen“ meine ich etwas für einen aktuellen Fall ‚hinreichend Ähnliches‘. Der vorgeschlagenen Korrektur steht allerdings das eindeutige « Deux expressions identiques » gegenüber. In einem Translationsversuch müßte man folgerichtig auch hier in die Rezipiententheorie translatieren: Zwei hinreichend ähnliche Ausdrücke … Im nächsten Absatz gibt Derrida (ib. 102) « l’absence d’objet" mit Gegenstandslosigkeit wieder, und wenige Zeilen später übersetzt Gondek « comment pourrions-nous conclure à l’absence d’objet possible ? » zu Recht mit „wie könnten wir dann auf die Abwesenheit eines möglichen Gegenstandes schließen?“ (Derrida/Gondek 2003, 132). Die oben erwähnte mögliche reale Abwesenheit eines Gegenstands, dessen Anwesenheit zum Verständnis einer Rede über ihn nicht nötig ist, besagt nicht Gegenstandslosigkeit. Diese kann zweierlei besagen: die Nicht-Existenz eines Phänomens oder das Denken eines in der Tat nicht-existenten Phänomens (z. B. ein frz. Wort, sogar einen Buchstaben, z. B. é) in Antiqua. Allerdings gab es in der Fraktur auch keinen Fettdruck, Kapitälchen wurden nicht verwendet. Selten wurde ein Wort in schwer lesbare Majuskeln gesetzt. 304 „Im Verlauf scharfsinniger und maßgeblicher Analysen, denen wir hier nicht nachgehen können, wird die Idealität der Bedeutung und die Nicht-Deckungsgleichheit zwischen dem Ausdruck, der Bedeutung (beide als ideale Einheiten) und dem Gegenstand nachgewiesen. Zwei identische Ausdrücke können dieselbe Bedeutung haben, dieselbe Sache bedeuten und dennoch einen verschiedenen Gegenstand haben (zum Beispiel in den beiden Sätzen ‚Bucephalus ist ein Pferd‘ und ‚dieser Karrengaul ist ein Pferd‘). Zwei verschiedene Ausdrücke können verschiedene Bedeutungen haben, aber denselben Gegenstand meinen (zum Beispiel in den beiden Ausdrücken ‚der Sieger von Jena‘ und ‚der Besiegte von Waterloo‘). Schließlich können zwei verschiedene Ausdrücke dieselbe Bedeutung und denselben Gegenstand haben (Londres, London, zwei, deux, duo usw.).“ (Derrida/Gondek 2003, 122)

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    168 Angesichts der Vielfalt und Man

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    170 auch in den Wissenschaften nich

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    194 Die drei oben genannten Ebenen

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    196 ten. Grenzen zwischen einem Sys

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    200 ihm ähnliche Individuen gibt,

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    240 gel‘ „extrapolieren“, 175

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1. ihre skizze 2. invido 3d-planung 3. ... und fertig ist ihr
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