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Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

463 Vernunft in den

463 Vernunft in den Vordergrund zu stellen.. (Das griechische Wort λγος schließt u. a. Ratio und Sprache ein.) Damit ging die „Holistik“, die Ganzheitlichkeit des Lebens, zu einem wesentlichen Teil verloren. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte trotz des einen oder anderen emotionalen Wellenschlags in der Philosophie, besonders in den sog. exakten Wissenschaften, zugunsten der Ratio immer weiter verdrängt. Darauf wies schon David Hume (1711-1776) hin. „Impressions“ rufen nach ihm im Organismus „sensations“ (~ Emotionen, d. h. „passions, emotions, desires and aversions“; Hume 1978, 33) hervor, die zu „ideas“ (Gedanken, Vorstellungen) führen (ib. 7). „Ideas“ sind nach Hume (ib. 33) vorwiegend rational. Werden sie aber als neuronale Ereignisse interpretiert, wiegt die Reduktion der Emotionen um so schwerer. Die Verdrängung der Holistik begann vermutlich mit dem Übergang zur Verschriftlichung. 322 Der Unterschied der Emotionen des Produzenten im Vergleich zu denen der Rezipienten wurde auf Grund der mit der Verschriftlichung größer werdenden Abstände zwischen dem Produzenten und seiner Produktion einer- und den Rezipienten und ihrer Rezeptionen andererseits größer und ungreifbarer. Schrift kann für gewöhnlich (außer in der spontanen handschriftlichen Form und mitunter dank der Schreibtechnik) die Emotionen des Schreibers und erst recht die der von ihm beschriebenen Figuren nicht unmittelbar darstellen. Man kann Tränen malen und Lachen beschreiben; sie bleiben Andeutungen auf Umwegen. Vor der genannten Zeit verhielten sich die Menschen, glaube ich, noch bewußter ganzheitlich. Wenn z. B. die Epen vom Untergange Troias oder Odysseus’ Irrfahrten vor ihrer Verschriftung vorgetragen wurden, wurden sie von Musik und gelegentlichem Tanz begleitet. (Zum Mittelalter und zur sog. Neuzeit vgl. Elias 1976.) – Ein Kollege wurde mir einmal spinnefeind, weil er meinen Vorschlag, man solle sich einen Translator wie Homer seine Arbeit singend und tanzend vortragend vorstellen, auf sich bezog. (Vgl. Vermeer 1983, 101f; so ganzheitlich würde es sich Şebnem Bahadır [2007] heute vielleicht doch und aus gutem Grund vorstellen.) Die vorstehenden Ausführungen sind noch lange nicht im einzelnen erforscht. Die besprochenen Schwierigkeiten sind bei „wissenschaftlicher“ Terminologie nicht anders. Es gibt nicht „die“ Wissenschaft, nicht einmal im selben Fach. Die Extensionen von „Wissenschaften“ wandeln sich stetig bzw. werden wie jedes andere Phänomen und ihre Sprache(n) immer wieder verändert. Und jedes neue Phänomen muß gelernt werden. – Bis in die 322 Zur Historie der Schrift vgl. u. a. Doblhofer (1964); Haarmann (2002).

464 Neuzeit hinein galt auch im Abendland die Astrologie als eine Wissenschaft. Bei der Alchemie hatte man anscheinend von Anfang an Bedenken: Man nannte sie „bescheißerey“ (Haage 1996), als sei das ein Fachterminus. – Das mit einer sprachlichen mündlichen oder schriftlichen Äußerung Gemeinte ist oft nur schwer zu erkennen. Mit Beschreibungen und sonstigen Erklärungsversuchen kommt man zu keinem Ende. Ich kann nur tropfenweise und nicht immer situations- und augenblicksgerecht Bruchstücke meiner Theorien „vorlesen“. Vielleicht aber erkennen Sie, daß das, was ich da erzähle, durchaus für die Translation wichtig ist – oder sein kann. 35. Freiheit, Verantwortung und Ethik (Ich sehe von einer Diskussion des Unterschieds von Ethik und Moral ab; zu Loyalität vgl. Nord 1986; 1989/2001; 2004; Prunč 2007, 165; 170; 331- 333; zu einer Kritik am Terminus „Loyalität“ vgl. Wußler 2002.) Oben hieß es, Kultur bilde ein Regulativ für soziales Verhalten. Kultur als Menge von Regeln, die befolgt oder ignoriert werden können/soll(t)en, setzt voraus, daß der Benutzer Entscheidungen fällen kann, gleich, womit und wie diese begründet werden (müssen). Ist diese Ansicht angesichts der von Neurobiologen geleugneten Willensfreiheit haltbar? Oben wurde, statt von einer bisher nicht nachweisbaren Willensfreiheit, von einer Empfindung als Willensfreiheit gesprochen und versucht, damit die sog. Kontrollschleife für neuronale ‚Entscheidungen‘ mitzubegründen. Die Empfindung, der Organismus könne Entscheidungen (z. B. via Kontrollschleife) treffen, zumindest akzeptieren, korrigieren oder ablehnen, löst die weitere Empfindung aus, ein Organismus übernehme für sein Verhalten Verantwortung* und müsse sie übernehmen, und dies wiederum setzt die Empfindung von Freiheit*, entscheiden zu können, voraus. Über Freiheit wurde oben kurz gesprochen. Verantwortung ist ein komplexes Feld. Das bloße Da-Sein und erst recht das einfache So-Sein (nicht nur des Menschen) bringen bereits Verantwortung gegen sich selbst und gegen seine, vor allem soziale Umwelt. Verantwortung setzt Freiheit voraus und schränkt das Verhalten, Tun und Handeln zugleich (ethisch) ein, zumal, wenn man das „respice finem“, die im wahrsten Sinn des Wortes unabsehbaren Folgen und Wirkungen jeden Verhaltens, einbezieht. So wie man auf einen Reiz bzw. Stimulus nicht nicht-reagieren kann, so kann man nicht nicht-verantwortlich für die Reaktion und überhaupt das eigene Verhalten sein.

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VIELFALT HAT GRENZEN - HaysWorld
diagnose 2013-2-MSF-AT - Ärzte ohne Grenzen
Studienbuch KinderuniWien Teil 2
Teil 2 - LichterZauber.org
Teil 2 - Arbeit und Leben
Teil 2: Impulse für die Seelsorge (8.8 MB) - Renovabis
DIN 18025, Teil 1 und 2
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Teil 2 - Heilkunst Yoga – Yogatherapie heute
das teil 2/2011 (pdf) - BDKJ im Erzbistum Köln
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2·2012 - Österreichisches Bibliothekswerk
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