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Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

473 reichend Stoff für

473 reichend Stoff für wissenschaftlichen Disput[.]“ (Zick 2008, 20) Ein eigenes Kapitel brauchte die militärische Gewalt. Der natürliche Anfang zur ethischen Verantwortung ist der Egoismus* 326 als sich immer iterierender Versuch und damit vor allem als emotionale Kompenente für gut gehaltenen Verhaltens. Egoismus 327 geht von der (vermeintlichen?) Freiheit aus, sich in eine aktuelle Situation einzulassen. Dazu braucht es Interesse, Ruhe, Abstand und Bewußtsein um den Platz ‚in der Welt‘ voller Anderer, den der Egoist einnimmt bzw. einnehmen will (vgl. die affektive Betroffenheit, auch im Rahmen der oben beschriebenen Kontrollschleife). – Es ist nicht möglich, sich zu entscheiden, schlecht zu sein. Wer sich zu Schlechtem entscheidet, meint, er tue es zu seinem (situationsspezifisch) Besten. – Egoismus verstärkt die Indivualität und diese wiederum, weil auf sich gestellt, die Verantwortung. Es scheint, als lasse die kulturelle Überformung die Mitglieder einer Kultur einander ähnlicher werden, doch heißt dies noch nicht, daß kulturelle Anpassung vor Egoismus geht. Das würde im letzten zur Masse Mensch führen. Vom Altruismus, der nie funktioniert hat, bis zum Egoismus, der stets und überall geblüht hat, und vom individuellen bis zum gesellschaftlichen Verhalten finden sich in der Philosophie der Ethik alle Schattierungen. Theunissen (1981, VII) sucht eine Sozialphilosophie „wie der Einzelne der Eine des Anderen sein kann“. Jeder handelt (handele), wie er es in gegebener Situation, also aktuell, für sich selbst als das ‚Beste‘ annimmt. Das ist eine natürliche Haltung aller Organismen, auch gegenüber der Welt, in der sie leben. Zu dieser Haltung gehört, daß es den Handelnden selbst nützlich ist / sein kann, für den anderen zu handeln, und schädlich, „das/den/die andere(n)“ nicht zu beachten oder zu schädigen, denn der Andere wird sich revangieren. Verantwortung für andere entwickelt sich aus der Verantwortung für sich selbst. Ich versuche, meine Umwelt für mich selbst so erträglich wie möglich einzurichten. Ich erkenne im anderen, daß er/es Teil meiner Umwelt, also Teil von mir, ist. Ich muß mich vor mir selbst verantworten (bzw. schützen). Ich würde mich selbst doch nicht im Stich lassen wollen. Kein normaler Mensch dürfte natürlicherweise so konstruiert sein, daß er sich aus lauter eigener Lust (!) für einen anderen opfert. (Mutterliebe und Verteidigung der Familie sind etwas anderes.) Sich opfern ist eine Sondersorte Egoismus (vgl. den Erhalt der Familie; vgl. das Gefühl 326 Vgl. zum Egoismus die „Ich“-Philosophie der Egologie. 327 Wie bei nation-al vs. nationalistisch müßte es zu „egoistisch“ ein *egoal geben; aber es gibt ja auch ein nicht-abschätziges „altruistisch“.

474 des „uneigennützigen / sich erbarmenden / mildtätigen“ Menschen). Es gibt keine Heiligen, die nicht egoistisch handelten. Wer seine Macht mißbraucht, nimmt Schaden, weil er die Gesellschaft bzw. die zu ihr gehörigen anderer Organismen und ihrer Umwelten zu seinem eigenen Schaden schädigt. Die „responsabilité pour l’autre“ funktioniert also, wenn sie egoistisch interpretiert wird. Man verstehe die egoistische Ethik nicht falsch. Sie kann nur als momentaner Entschluß auftreten und kann nicht auf Gesellschaften bzw. angeblich dauerhafte Kulturen übertragen werden. Ich „bin“ nicht ethisch, ich werde es in einer spezifischen Situation. Man will herausgefunden haben, daß Egoisten (und echte Altruisten) sich friedlicher geben als andere Menschen; dagegen ist parochialen Altruisten die eigene Gruppe am wichtigsten, auch gegen den Preis eines Kriegs mit anderen (Bowles 2008, 30). Diese bündlerische Feindseligkeit führte zum Nationalismus. Etwas Entscheidendes hat der Mensch anscheinend bis heute nicht gelernt: daß der Kluge sich sagen könnte, wenn ich hemmungslos egoistisch vorgehe, tun es andere auch. Das führt mich in die Katastrophe. Wenn ich mich etwas zurückhalte, wird der Andere vielleicht (?) einsehen, daß ich zu seinen Gunsten eine Katastrophe zu vermeiden suche. Er wird vielleicht kollaborieren. Hierauf beruht mein Egoismus, auch wenn er nicht immer funktiert. Ich weiß, daß er auf schwachen Beinen steht. Ich kann nicht anders. Derrida (2001, 176f) hinterfragt die wechselhaften Grenzen der Translation. Dizdar (2009, 91) nennt es die Bereitschaft zur „conversion“. Meine Meinung ist nicht ehern ewig. Ich bin ein Prozeß. Ich kann mich wandeln, muß bereit sein, mich zu wandeln, und wandle mich. Auch in meinen sog. ethischen Überzeugungen. Der Translator trägt Verantwortung für sein Handeln gegenüber den am translatorischen Handeln Beteiligten: dem Ausgangstextautor und evtl. ­sender, dem Auftraggeber (Besteller), evtl. weiteren Beteiligten (Designer, Graphiker usw.) und besonders dem/den Rezipienten des Translats (vgl. Holz-Mänttäri 1984). Bei letzteren unterscheidet Holz-Mänttäri (ib. 106) den Zieltext-Rezipienten und den/die Zieltext-Applikator(en). – Der Zieltext-Rezipient legt seinem Produkt z. B. eine Bedienungsanleitung bei, für die er verantwortlich ist; der Zieltext-Applikator, z. B. die Hausfrau, die eine Kaffeemaschine kauft, erfährt aus ihr, wie man das Gerät bedient. Zu diesem Thema gibt es eine komplexe Rechtslage und Rechtsgeschichte, auf die ich an dieser Stelle nicht eingehen kann. – Der Translator, der sein nach

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