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Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

Teil 2 Grenzen ausloten Terminologische Skizzen

251 ersterer bin ich

251 ersterer bin ich oder bin ich, ungeachtet dessen, wie und was diese Welt ‚ist‘ und woraus sie besteht und wer ich eigentlich bin. Es geht gar nicht um Wahrheit; Sicherheit bietet bereits mein Da-Sein. Ich weiß nicht mit Sicherheit, wie und was diese Welt ist. Ich weiß, daß es etwas in ihr gibt. Ich bin nicht sicher, wie andere Menschen sind und ob es sie so (ähnlich) gibt, wie ich sie mir vorstelle, und ob und wie etc. ihre jeweilige Welt ‚ist‘. Ich kann nicht erwarten, in Neuronen zu finden, was in mir gedacht wird / was ich denke (vgl. Hagner 2008). Andererseits kann man keine transzendent(al)e Eingießung des ‚Geistes‘ erwarten oder gar postulieren. – Manche verweisen auf Roboter, die miteinander und mit Menschen konversieren können, w e /ürden sie nur hinreichend komplex gebaut. Der Unterschied zwischen Mensch und Roboter ist nicht die Fähigkeit zu denken (die hängt von der Definition von „denken“ ab), sondern der Grad von Autopoiesis (vgl. das „Leben“) und die Möglichkeit, sich seines Denkens bewußt zu werden (und dabei gibt es einen graduellen Unterschied zwischen Organismen und zwischen ihnen und Robotern). Und wem diese Möglichkeit und in welchem Maße sie gegeben ist, wissen wir (noch?) nicht; schließlich sind wir Menschen geschlossene Systeme, und was Bewußtsein heißt, wissen wir auch nicht (Hempel 2007, 205). Das alles ist eine Frage des Grades und der Definition. Warum sollte man nicht einen Roboter bauen können, der so komplex ist, daß seine Reaktionen auf seine Umwelt, z. B. bei einem Gespräch mit einem Menschen, nicht mehr von menschlichen Fähigkeiten, z. B. bei Erinnerungen an frühere Erfahrungen, Lernfähigkeit usw., unterschieden werden können? Zu diesen Fähigkeiten gehören auch Unfähigkeiten. Erst wenn ein Roboter in gegebener Situation die indefinit vielen Bedingungen für eine Entscheidung weit besser überschaut und umsichtiger planen kann – wenn er also Fähigkeiten des Menschen merk- und meßbar übertrifft, können ihm auch ‚menschliche‘ Fähigkeiten attestiert werden. Ein Drittes wurde vernachlässigt: das Emotionale („feeling“). Es existiert vor dem Rationalen und dominiert es. Erst die Holistik macht den Menschen zu einem Menschen. Aber das macht die ganze Sache nur noch komplexer und rätselhafter. Die Emotion* und ihr Ausdruck wurden in der abendländischen Wissenschaft weithin beiseite geschoben, oft ignoriert, so daß wir heute mit unserem wissenschaftlichen Habitus kaum mehr einen Zugang zu ihr finden. In früherer Zeit war das Emotionale Teil der damaligen ‚Wissenschaft‘ (vgl. die Medizin mit Heilungsmethoden, die heutzutage den ‚Quacksalbern‘ verboten werden; die „weisen Frauen“ meiner Kindheit sind ein für allemal

252 tot; vgl. auch Mantik und Totenrituale; vgl. Stemich Huber 1996, 9-21). Flemming (1928, 427) meint, im beginnenden Barock des 17. Jhs. sei das Emotionale „Basis des Seelenlebens“ [im Original gesperrt] gewesen. Im Jahrhundert der Aufklärung mußte eben alles die Sprache der ratio sprechen, auch das Emotionale; daher berühren uns die Aufzeichnungen der Empfindsamkeit oft geradezu als Gefühlsrationalismus. Dazu kommt, daß im Barock Kunst ein Prozeß war (vgl. die gedrechselten Säulen, Figuren usw.). Vielleicht war diese überwältigende Unruhe nicht echte Emotion, sondern eher eine Reaktion auf die Kargheit und rationale Analyse der protestantischen und vor allem calvinischen Religion. Dabei ging es der Zeit nicht um Scharfsinn und Beweis. Diese Haltung gibt ihr eine andere, fast unseriöse Perspektivität. Wir engen unsere Überlegungen nicht nur auf die Ratio* ein, wir haben nur(mehr?) unsere Ratio für unsere ‚wissenschaftlichen‘ Forschungen, auch für Forschungen über die Emotion. Intuition mag mitunter eine glänzende Erkenntnis eröffnen; die Wissenschaft verlangt, sie logisch-rational als gültig (und manchmal sogar noch als „wahr“) zu erweisen. Weisen und wissen gehören wahrscheinlich zur selben Wurzel. – Monteverdi (1607; Text von Alessandro Striggio) kritisiert Orpheus, daß er zu emotional gehandelt und dadurch Eurydike für immer verloren habe. Orfeo vinse l’inferno e vinto poi / fu dagli affetti suoi. (4. Akt, Ende) 182 Der Einfachheit halber gebrauche ich den Ausdruck „Emotion“ und seine Derivate für alle Arten von Empfindungen, Gefühlen usw. (Zur Schwierigkeit, Emotionen zu beschreiben, vgl. Burke 1958.) Solomon (1992) zählt 33 Begriffsbestimmungen für „rationality“ auf, hat aber Schwierigkeiten, Emotionen zu beschreiben (vgl. Schwarz-Friesel 2007). – Auch Emotionen sind, wie zu erwarten, soziokulturell überformte individuelle Phänomene. Emotionen „sind“ nicht. Es laufen neuronale Prozesse ab, die unbewußt und evtl. z. T. bewußt emotional empfunden werden (vgl. Garfield 1995, 285). Die meisten Emotionen werden nicht bewußt. Solomon (1992 599) “regards emotional engagement in the world as fundamental to reason”. In der abendländischen Philosophie wird jedoch die Ratio spätestens seit Platon und Aristoteles für menschenwürdiger gehalten. What sounds like a rejection of rationality is, on closer inspection, only a shift from one meaning to another. Nevertheless, most traditional philosophical theories in the ‘West’ (although not only there) define and defend as central to philosophy and as a universal feature of human nature an overly 182 „Orpheus besiegte die Hölle und wurde sodann von seinen Emotionen besiegt.“

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    460 aus Memsubsystemen auf verschie

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    462 Zu möglichst holistischem Vers

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    say, in saving the world, helping o

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    472 versuchen. Sie würde Mäßigun

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    478 Es geht also um die Interpretat

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    480 Ich will die Extension der Tran

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    vollem segel an das gestade jenseit

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    […] a qualidade do texto poético

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diagnose 2013-2-MSF-AT - Ärzte ohne Grenzen
VIELFALT HAT GRENZEN - HaysWorld
Studienbuch KinderuniWien Teil 2
Teil 2 - Arbeit und Leben
Teil 2 - LichterZauber.org
DIN 18025, Teil 1 und 2
DIN 18025, Teil 1 und 2
Download Teil 2 - AIDS-Hilfe Stuttgart eV
das teil 2/2011 (pdf) - BDKJ im Erzbistum Köln
Seelenpartner-wenn Liebe alle Grenzen sprengt Leseprobe 2
2·2012 - Österreichisches Bibliothekswerk
Teil 2 - Heilkunst Yoga – Yogatherapie heute
kriZ 2 - BUNDjugend Baden-Württemberg
Teil 2: Impulse für die Seelsorge (8.8 MB) - Renovabis
Grenzen der Globalisierung
Programm2006-07 Flyer Teil 1 ohne Skizze
Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze
Grenzen in der Medizin 2 - Uhlich-Online.de