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Deutschland und Deutsches - Fachbereich Translations-, Sprach ...

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Deutschland und Deutsches Die Mauer erstreckt sich vom Pariser bis zum Potsdamer Platz und ist von einem starken Wurst- und Biergeruch umhüllt. Bunte Festbeleuchtung taucht die eindrucksvolle Menge in helles Scheinwerferlicht. Wenn man sich nicht verschlucken lassen will von dieser vielsprachigen Menschenmasse, in der nahezu alle europäischen Sprachen vertreten zu sein scheinen, sollte man das Brandenburger Tor umgehen und in die Eberstraße einbiegen, wo sich das Holocaust-Mahnmal befindet. Dort kann man endlich aufatmen und die einzigartige Natur des 20-jährigen Mauerfall-Jubiläums auf sich wirken lassen. Es ist ein Volksfest, vergleichbar mit Festen in italienischen Dörfern, bei denen der Schutzheiligen gedacht wird. Es gibt Karusselle, Orchester, Sänger, Scheinwerfer, die das kalte, herbstliche Dunkel durchschneiden, sowie Feuerwerk und Kinder, die huckepack getragen werden. Insgesamt ist es eine große, friedliche Veranstaltung, ein nationaler Gedenktag, der ganz ohne Militärparaden, Panzer oder Kunstflüge auskommt. In anderen nahen oder fernen Hauptstädten würde man, um ein Ereignis zu feiern, das zur nationalen Vereinigung geführt hat, die Streitkräfte präsentieren – konkrete und nach wie vor gültige Symbole der Nationalstaaten. Doch selbst an diesem Tag, an dem offizielle Feierlichkeiten stattfinden und zahlreiche Staatsmänner aus aller Welt zu Besuch sind, widersteht die Bundesrepublik Deutschland der Versuchung, ihre Armee zur Schau zu stellen. Diese Entscheidung ist nicht nur mit der außergewöhnlichen Natur dieser Veranstaltung zu erklären. Sie ist vielmehr eine Denkweise. Sie ist die Folge der deutschen Demokratie. Ein Volksfest ist für gewöhnlich etwas Unbeschwertes. Und genau das soll das Jubiläum des Mauerfalls sein. Kommentar Manchmal werden in Deutschland beleidigende Ausdrücke wie z. B. „Itaker”, „Mafiamann“ oder „Spaghettifresser“ verwendet, um die Italiener zu beschreiben. Aber wie werden die Deutschen in Italien beurteilt und was denken die meisten Italiener über die deutsche Kultur? Natürlich haben die Italiener gegenüber den Deutschen mindestens so viele Vorurteile wie die Deutschen gegenüber ihnen. Wenn man aber etwas genauer beobachtet, versteht man, dass fast alle diese Vorurteile falsch sind und dass die Italiener die Deutschen nicht nur wegen ihrer „klassischen“ Qualitäten (d. h. Effizienz, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit), sondern einfach wegen ihrer Denkweise schätzen. Meiner Meinung nach ist Deutschland nämlich ein sehr modernes Land, wo die Bevölkerung im Vergleich zu Italien viel aufgeschlossener ist, besonders gegenüber Homosexuellen, Patchwork-Familien und Einwanderern. In Italien werden diese Gesellschaftsgruppen noch nicht völlig akzeptiert, wahrscheinlich auch weil das Land sehr stark vom Vatikan beeinflusst wird. Meine Erwartung war, dass die Deutschen viel bornierter als die Italiener sein würden, und ich war positiv überrascht, als ich zum Beispiel erfuhr, dass die Homosexuellen auch in einem kleinen Dorf wie Germersheim akzeptiert werden. Diesen Aspekt der deutschen Mentalität kann man auch im Artikel beobachten, den ich übersetzt habe. Der italienische Journalist ist tatsächlich davon überrascht, dass die deutsche Regierung beschlossen hat, selbst am Tag des Mauerfall-Jubiläums nicht ihre Armee zur Schau zu stellen. Dieses Ereignis sah vielmehr wie ein friedliches Volksfest aus und diese Tatsache wird vom Autor als Zeichen einer wahren Einigkeit des deutschen Volkes interpretiert. Der Journalist schreibt sogar, dass Deutschland ein mehr als erwartet einträchtiges Land sei und dass heutzutage kein Unterschied mehr zwischen „Ossis“ und „Wessis“ bestehe. Das ist genau der Eindruck, den ich hier bekommen habe: Im Vergleich zu Italien, wo einige sogar behaupten, dass Nord- und Süditalien zwei verschiedenen Länder sein sollten, ist die deutsche Einheit viel spürbarer. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmefälle und manche Deutsche verspüren doch Sehnsucht nach dem Osten. Ich denke trotzdem, dass wir Italiener ganz viel von diesem Volk lernen könnten und besonders diejenigen zu akzeptieren, die „anders“ sind. 10

Deutschland und Deutsches Ins Deutsche übersetzt und kommentiert von Cecilia Bandolin. Quelle: «La sagra sulla porta di Brandeburgo: qui nessuno ha più nostalgia dell’Est» (2009). La Repubblica (19.11.09). ‹http://www.repubblica.it/2009/11/sezioni/esteri/muro-berlino/brandeburgo-senzanostalgia/brandeburgo-senza-nostalgia.html?ref=search› (09.04.10). Übersetzt und veröffentlicht mit freundlicher Erlaubnis von La Repubblica. Italien (III) Repubblica.it Italienisch-deutsche Task-Force gegen die Mafia Rom. In San Luca wird nach Giovanni Strangio gefahndet. Der mutmaßliche Täter des Blutbades von Duisburg könnte in einem ähnlichen Bunker wie dem, der Ende August 2007 in San Luca unter dem Haus einer der zwei im Dorf verfeindeten Familien entdeckt wurde, versteckt sein. Allein die Carabinieri von Reggio Calabria haben zwischen 2004 und 2007 fünfzehn Bunker gefunden, 6 davon im Zeitraum von Januar bis September 2007. Die Polizei hat dem damals 28-jährigen Strangio […] alle Fluchtmöglichkeiten versperrt. Sein Foto wurde an alle Grenzübergänge weitergeleitet; es erschien in allen deutschen und italienischen Zeitungen sowie auf den wichtigsten ausländischen Internetseiten. Für jegliche Informationen, die zur Verhaftung des Auftragskillers führen, wurde eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Dank der von der Antimafia-Direktion DDA (Direzione Distrettuale Antimafia) in Reggio Calabria eingeleiteten Operation wurde am 1. September 2007 ein anderer gesuchter Straftäter verhaftet. Er war an der Fehde zwischen den Familien Pelle-Vottari und Strangio-Nirta beteiligt, die seit 16 Jahren für den Tod vieler Menschen in San Luca verantwortlich war. Es handelt sich dabei um den 28-jährigen Emanuele Biviera. Mit dieser Verhaftung steigt die Zahl der von der DDA Festgenommenen auf 33 […]. Deutschland und Italien haben ein bilaterales Abkommen unterzeichnet, das eine Task-Force gegen die Mafia vorsieht. Jörg Ziercke, Präsident des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA), hat die Entscheidungsträger der italienischen Geheimdienste Ende August 2007 in Rom getroffen. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus erklärte er, durch die Task-Force sollten sowohl gemeinsam strategische Ansätze zur Bekämpfung der Mafia erarbeitet als auch in noch dichterer Folge Fallinformationen ausgetauscht werden. Ziel sei es, Verbindungen italienischer Clans zu Familienmitgliedern in Deutschland weiter aufzuhellen. Kommentar Eine Redensart sagt: „Deutsche lieben Italiener, achten sie aber nicht; Italiener achten Deutsche, lieben sie aber nicht.“ Das Bild, das viele Italiener von den Deutschen haben, ist nämlich das eines Volkes, das sich kaum beschwert, wenn es Verpflichtungen hat. Die Deutschen werden als diejenigen betrachtet, die ihre Pflichten anstandslos erfüllen, wirken somit auf die Italiener zuverlässig. Auf diese Weise haben sie den Respekt der Italiener verdient. Wenn ich mich mit Deutschen unterhalte, kommen wir oft zu dem Schluss, dass die Bewohner Italiens zwar sehr freundlich und nett sind, aber häufig Gesetze und Regeln nicht beachten. Ein solches Benehmen ist tatsächlich schon seit Jahrhunderten in der Mentalität der italienischen Bevölkerung verwurzelt: Nicht umsonst werden sie weltweit größten- 11

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