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Deutschland und Deutsches - Fachbereich Translations-, Sprach ...

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Deutschland und Deutsches von der Kolonialzeit Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts auf den afrikanischen Inseln São Tomé e Príncipe handelt. [...] Kommentar Portugal ist, wie meine Mutter immer behauptete, das „Zipfelchen“ Europas. Viele Urlauber kommen nicht weiter als Spanien und fragen mich, ob in Portugal auch Spanisch gesprochen werde. Umsäumt vom Atlantik und von Spanien, sind die Portugiesen ruhiger und besonnener als ihre spanischen Nachbarn, ein durchaus liebenswertes, authentisches Völkchen. 1986 ist Portugal in die EU eingetreten, Straßen wurden erneuert, Schulen gebaut, die Anpassung an die europäischen Standards war rapide und unübersehbar. Trotzdem ist Portugal sich selbst treu geblieben. Weiterhin gemütlich unorganisiert, geradezu chaotisch für deutsche Maßstäbe. Dass Deutschland einer der mächtigsten Staaten der EU ist, in dem das soziale System besser funktioniert, die Straßen besser sind und die Wirtschaft nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa vorantreibt, wissen die Portugiesen. Manchmal wird Deutschland als eine Art Horizont betrachtet, den man nie erreicht, wo man aber trotzdem gerne einmal wäre. Doch meistens sind die Portugiesen einfach nur stolz auf ihr kleines Fleckchen Erde. Stolz auf das Wissen, dass vieles einfach nicht funktioniert, dass man Ruhe bewahren und Geduld hegen muss, um bürokratische Dinge zu erledigen. Stolz auf ihre Strände, ihre Gastronomie, ihre Geschichte. Stolz darauf, das „Zipfelchen“ zu sein. Erwähnenswert ist außerdem, dass laut Auswärtigem Amt nicht nur die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Portugal ausgezeichnet sind, auch die deutsch-portugiesischen Wirtschaftsbeziehungen ziehen einen großen Nutzen daraus, dass deutsche Industrien sich Produktionsstandorte in Portugal aufgebaut haben. Zwei Goethe-Institute, 350 Hochschulkooperationen, eine deutsch-portugiesische Industrie- und Handelskammer sowie die Gründung einer Tochtergesellschaft der Fraunhofer-Gesellschaft sind ein Zeichen dafür, dass die Beziehung zwischen den zwei Ländern auch auf kultureller und bildungspolitischer Ebene freundschaftlich und stabil ist. Ins Deutsche übersetzt und kommentiert von Kia Herbers. Quelle: Sandra Gonçalves (2010). «Miguel Sousa Tavares quer escrever livro sobre Alemanha» (12. März 2010). Diário Digital ‹http://diariodigital.sapo.pt/news.asp? section_id=&id_news=440062&page=1› (15. Marz 2010). Übersetzt und veröffentlicht mit freundlicher Erlaubnis von Sandra Gonçalves, Diário Digital. Spanien (I) José Rodríguez Richard Zwei Deutschlandbilder in der spanischen Gegenwartsliteratur Neben anderen persönlichen Eigenschaften, die für Deutsche bezeichnend und für ihre Wesensart und Verhaltensweise typisch sind, streicht der spanische Schriftsteller Delibes besonders ihre Arbeitsfähigkeit, ihren allgemein bekannten Arbeitsgeist heraus. Auf dieser so einfachen, alten und grundlegenden Tugend basiert das deutsche Wirtschaftswunder, das also überhaupt nichts Übernatürliches hat, sondern das normale und vorhersehbare Ergebnis ständiger eifriger, zweckmäßig geplanter menschlicher Tätigkeiten ist: „Das deutsche Wirtschaftswunder ist mehr als nötig besprochen worden. Es versteht sich, dass man über solche Themen in denjenigen Ländern redet, wo noch immer organisierte politische Stammtischrunden von Intellektuellen stattfinden, wie z. B. in Spanien. Woanders werden Wunder 16

Deutschland und Deutsches vollbracht, und man redet nicht über sie. Überdies glaube ich, die Deutschen halten sich nicht für Vollbringer eines Wunders. Der Aufschwung dieses Landes entspricht – ihrer Meinung nach – einer logischen und durchaus voraussehbaren Entwicklung. Für Spanier ist das deutsche Wirtschaftswunder genauso ein Phänomen wie jenes, das wir vor einigen Jahren durch das Mammutwerk des Wissenschaftlers Gregorio Marañón unter dem Namen ‚Marañón-Wunder’ kennengelernt haben. ‚Woher haben Sie die Zeit, so viele Dinge gut zu machen?’, fragten die Journalisten Marañón immer wieder. In Deutschland passiert so etwas Ähnliches: ‚Woher hattet ihr die Zeit, nicht nur euer Land in fünfzehn Jahren wieder aufzubauen, sondern es auch dynamischer und stoßkräftiger zu machen, als es vor dem Zweiten Weltkrieg war?’ Die Antwort darauf gilt für beide Fälle: durch Arbeit. Lediglich durch Arbeit; indem Marañón um Mitternacht zu Bett ging und um sechs Uhr aufstand, indem er die oben erwähnten Stammtischrunden vermied (d. h. nicht redete, sondern eher handelte) und seine Aufgaben systematisierte, arbeitete er sein Werk aus, und auf dieselbe Weise machten es die Deutschen.“ Kommentar Die vorliegende Übersetzung enthält einen Auszug aus dem Buch „Europa, parada y fonda“, das 1960 vom spanischen Schriftsteller Miguel Delibes geschrieben wurde. Delibes liefert uns hier seine auf seinen Reisen durch Deutschland, Italien, Portugal und Frankreich gewonnenen Eindrücke. In Deutschland blieb er etwa drei Wochen. Acht Kapitel seines Buches beschäftigen sich mit seinen Beobachtungen der deutschen Realität im Jahr 1960. Delibes’ Deutschlandbild ist im Allgemeinen positiv, sogar bewundernd und voller Lob. Um das Verständnis des Textes zu erleichtern, halte ich es für angebracht, inhaltliche Angaben zum Verhältnis zwischen Spanien und Deutschland in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts zu machen. Dann erkläre ich, wer Marañón ist. Vor den 50er-Jahren gab es kaum Beziehungen zwischen Deutschland und Spanien. Obwohl Spanier und Deutsche während des spanischen Bürgerkrieges im Jahr 1936 (die Internationalen Brigaden, die Legion Condor) und während des Zweiten Weltkrieges (Blaue Division, 1941–1943) in Kontakt kamen, waren diese Ereignisse nicht von Bedeutung für die Bekanntschaft zwischen den beiden Ländern. Ab den 50er-Jahren begann die Wanderungsbewegung von spanischen Arbeitern nach Deutschland, die ihren Gipfelpunkt 1966 erreichte. In diesem Jahr arbeiteten 200.000 Spanier in Deutschland (A. Sorel [1974], „4º mundo. Emigración española en Europa“). Außerdem gab es ab den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts einen großen Reiseverkehr von Deutschen nach Spanien. Diese zwei Bewegungen verstärkten zum einen das Verhältnis zwischen Spanien und Deutschland und trugen zum anderen zum gegenseitigen Verständnis der beiden Kulturen bei. Zum Schluss möchte ich kurz über Marañón berichten. Der Spanier Gregorio Marañón y Posadillo (1887–1960) war als Mediziner, Schriftsteller, Philosoph, Historiker und ab 1931 Professor für Endokrinologie an der Universität Complutense Madrid tätig. Er schrieb zahlreiche Artikel und wissenschaftliche Monografien (mehr als 500) über Medizin, Geschichte und Philosophie sowie eine große Anzahl von Vorworten zu Büchern (ca. 220). Wegen seines umfassenden Mammutwerkes bezeichnet man Marañón in Spanien als „Marañón-Wunder“. Ins Deutsche übersetzt und kommentiert von Juan Rojas. Quelle: Rodríguez, José (1980). «Dos visiones de Alemania en la literatura española actual.» Hispanorama: Rundbrief des Deutschen Spanischlehrerverbands im Fachverband Moderne Fremdsprachen 25, S. 56. Übersetzt und veröffentlicht mit freundlicher Erlaubnis des Vorsitzenden des Deutschen Spanischlehrerverbands, Herrn Prof. Dr. Walther L. Bernecker. 17

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