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Protokoll zum Workshop Kulturwissenschaft und Landeskunde des ...

Protokoll zum Workshop Kulturwissenschaft und Landeskunde des ...

2 Deutungsmuster

2 Deutungsmuster und einer kritischen Reflexion über ihre Kohärenz und logische Stimmigkeit zu unterscheiden. Die Grundlagen dieser unterschiedlichen Formen von Verbindlichkeit in einer Kultur freizulegen und als Ergebnis von komplexen Kommunikationsprozessen verstehbar zu machen erscheint als zentrales Anliegen einer kulturwissenschaftlich inspirierten Landeskunde. Den zweiten Vortrag des Nachmittags hielt Claus Altmayer (Saarbrücken) über das Thema „Kulturelle Deutungsmuster und landeskundliches Lernen: Konzeptionelle Überlegungen zur kulturwissenschaftlichen Forschung und Lehre im Fach Deutsch als Fremdsprache“. Altmayer, der im Jahre 2004 eine umfangreiche Habilitationsschrift mit dem Titel Kultur als Hypertext. Zu Theo- rie und Praxis der Kulturwissenschaft im Fach Deutsch als Fremdsprache vorgelegt hat, stellte hier das dieser Arbeit zugrunde liegende Modell kulturwissenschaftlicher Forschung und Lehre vor, dessen zentrales Anliegen es ist, die Kulturwissenschaft im Fach Deutsch als Fremdsprache von einer problematischen Verhaftung an materialen Gegenständen zu lösen. Nicht die Gegenstände, so Altmayers dezidierte These, sondern die methodische Orientierung an einem spezifischen Erkenntnisinteresse definiert die kulturwissenschaftliche Landeskunde als distinkte Disziplin. Eine solche Landeskunde hat für Lerner mit einer spezifischen Fremdperspektive kulturenbezogenes Wissen bereitzustellen. Ziel ist es, jene interkulturellen Kompetenzen zu erwerben, die es dem Lerner ermöglichen, an den zentralen Kommunikationsprozessen und Selbstverständigungsdiskur- sen einer Kultur teilzuhaben. Altmayer suchte dieses Konzept anhand eines Auszugs aus einem Interview mit dem neugewählten Bundespräsidenten Horst Köhler im Nachrichtenmagazin Der Spiegel praktisch vorzuführen. Tatsächlich wurde in dem gut gewählten Beispiel deutlich, wie viele Ebenen kulturellen Vorverständnisses freigelegt werden müssen, um einem Studierenden die eigentliche Brisanz der analysierten Äußerungen in historischer, sozialer und verfassungsrechtlicher Perspektive verstehbar zu machen. Die an die Vorträge anschließende Diskussion machte deutlich, daß der Versuch einer methoden- und nicht gegenstandsorientierten Bestimmung der Landeskunde zwar bei dem Versuch einer sauberen disziplinären Abgrenzung der Landeskunde von etablierten Fächern wie Geschichtswissenschaft, Soziologie, Einzelphilologien etc. hilfreich scheint, daß die Frage nach dem Set der zu vermittelnden Gegenstände aber damit in der Praxis kaum vom Tisch ist. Der Hinweis auf die zu vermittelnde Handlungskompetenz erscheint angesichts des breiten Spektrums möglicher Handlungsfelder bei Dolmetschern und Übersetzern eine Definition von Gegenständen nur in sehr weiten Grenzen zu ermöglichen. Hinzu kommt, wie in den unterschiedlichen Plenumsanmerkungen betont wurde, daß die germanistische Landeskunde in Studiengängen für Deutsch als Fremdsprache nicht nur mit erheblichen sprachlichen Hürden, sondern vor allem auch einem äußerst knapp bemessenen Stundenkontingent zu kämpfen hat, in dessen Rahmen der Exemplarität des zu vermittelnden

3 Wissens erhebliche Bedeutung zukommt. Demgegenüber konnte Herr von Schilling in der Diskussion zu Recht darauf verweisen, daß in den Germersheimer Studiengängen mit ihrer im internationalen Vergleich deutlich überdurchschnittlichen Verankerung kulturwissenschaftlicher Lehrveranstaltungen das Festhalten an einem anspruchsvollen Konzept kulturellen Fremdverstehens und eine systematische Beschäftigung mit deutschen Selbstverständigungs- und Identitätsdiskursen durchaus eine erreichbare Realität und kein frommer Wunschtraum ist. Protokoll: Andreas Gipper

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