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der schiefe Turm zu Babel - Fachbereich Translations-, Sprach- und ...

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BA/MA-Studiengänge 6

BA/MA-Studiengänge 6 Symposium Germersheim 2004 Sigrid Kupsch-Losereit 6.2 Textsortenkonventionen Natürlich wird kein deutscher Geschäftsbrief anfangen mit „Im Namen Allahs, des Großen, Allmächtigen, Erhabenen...“ etc. sondern mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder mit der Namensnennung des Partners. Hochgradig differenziert ist die fr. Briefschlussformel, die eine Unterscheidung der Briefpartner sowohl nach Geschlecht, Alter, sozialer Stellung als auch nach Vertrautheitsgrad erlaubt, während im De. aus der Schlussformel meist nur der Bekanntheitsgrad ersichtlich wird: ‘Mit besten, freundlichen, herzlichen Grüßen’. Und ewig kämpfe ich, dass in Zeitungstexten – Berichten oder Kommentaren – das im Fr. übliche Monsieur vor der Namensnennung z.B. eines Politikers, nicht als ‘Herr’ in der de. Übersetzung auftaucht. 6.3. Diskursformen Unterschiedliche Gebrauchs- bzw. Diskursnormen, zu denen auch kommunikativ-angemessene Formeln gehören 17 , manifestieren sich in der Verwendung von Soziolekten (im Fr.) und Dialekten (De.), von Phraseologismen und Sprichwörtern, von Nominalisierungen und Aktiv- oder Passivformen. Die Partizippräsenzformen im Fr. zur Angabe der Beweggründe in einer Präambel stehen die de. präpositionellen Wendungen gegenüber: also ein souhaitant dem de. ‘In dem Wunsche’ etc. Die Aktivformen mit namentlich genanntem Handlungssubjekt in der fr. Textsorte arrêté stehen den Passivformen in der de. Verordnung/Erlass gegenüber, und die im Chinesischen übliche Benutzung von Sprichwörtern in Fachtexten ist im Deutschen unangemessen. 18 Hier entscheidet die jeweilige Rezipientensituation über die Formulierung des ZT. Was für den französischen oder den chinesischen Leser kohärent ist, braucht es noch lange nicht zu sein für den deutschen, der den Text aus seiner eigenen Geschichtlichkeit heraus versteht. 7. Translatorische Recherche und Dokumentation Ausgangsmaterial und Auftragsangabe reichen oft nicht aus, um übersetzerische Aufgaben zu lösen. Daher ist ein Recherchemittel oder Nachfrage bei Fachleuten notwendig. Diese Mittel sind direkt vom Kenntnisstand der ÜbersetzerIn abhängig und sollen nur summarisch aufgelistet werden. 7.1. Hier sind zum einen die klassischen Nachschlagewerke zu nennen, wie: Wörterbücher, Grammatiken, Enzyklopädien, Literatur zur Landeswissenschaft allgemein sowie zu Politik und Geschichte, Literaturgeschichten, Illustrationen, etc. 7.2 Und zum anderen die Elektronischen Hilfsmittel, die ich, der besseren Übersicht wegen, projizieren möchte und auf die ich nicht näher eingehe: 17 vgl. fr. craint la pluie vs. ne pas exposer à l’humidité. 18 So kann z. B. die formale Beibehaltung von chinesischen Argumentationsschemata, in denen das Argument der Begründung folgt, vom deutschen Leser als nicht kohärent empfunden oder falsch interpretiert werden. Die in Frankreich üblichen Glückwünsche zum Namenstag bonne fête (souhaiter à qn. sa fête) erfolgen in Deutschland üblicherweise zum Geburtstag.

BA/MA-Studiengänge 7 Symposium Germersheim 2004 Sigrid Kupsch-Losereit Textverarbeitungssysteme Bildschirmrepräsentation Sprachdatenbanken Datenbanken zur Dokumentation Translation-Memory-Systeme Software-Lokalisierung Wie wichtig eine Einführung in die adäquaten Hilfsmittel ist, weiß jeder Dozent, der sich in Seminararbeiten mit obskuren Quellen aus dem Internet herumschlagen muss oder in Übersetzungen mit unverständlichen Angaben, oder mit falscher, weil nicht domänenspezifischer Terminologie in Fachübersetzungen 19 . Das Thema Recherche sollte deshalb einen Schwerpunkt in der translatorischen Lehre bilden. Das Material muss detailliert und aktuell sein und sowohl die Kultur- und Situationsbezogenheit als auch den Status und Verwendungsbereich z.B. der Terminologie erkennen lassen. 20 8. Begriffliche Werkzeuge Der Translator braucht eine Kiste voller begrifflicher Werkzeuge. Diese Werkzeuge sollen dem Vorwurf begegnen, der Translator könne zwar „beschreiben“, lasse aber die nötige theoretische und kritische Reflexion vermissen. Sie ermöglichen die methodologische Reflexion, die der Übersetzer bei seiner konkreten Arbeit braucht. In diese Kiste gehören 8.1. Linguistische und literaturwissenschaftliche Grundbegriffe: von Aspekt über Diskurs, Register, Syntagma, Thema – Rhema bis hin zu Zielsprache sowie 8.2. Übersetzungswissenschaftliche und übersetzungstheoretische Grundbegriffe, die Begriffe zur TA – wie Senderintention, Kommunikationsanlass, Präsupposition, Zeit- und Ortsbezug etc. Oder übersetzungswissenschaftliche Begriffe wie Äquivalenz, Adäquatheit, Skopos, Scenes und frames 21 , bottom-up und top-down, oder auch die Termini der stylistique comparée, die unterschiedliche Übersetzungsverfahren beschreiben. Gerade diese übersetzungswissenschaftlichen Begriffe machen deutlich, dass die ÜW als eigenständige Disziplin und als eigenständiger Forschungsbereich bestimmt wird. 19 Zur Nützlichkeit von Datenbanken zur Bilddokumentation ein kleines Beispiel: Victor Hugo vergleicht sehr despektierlich das Pantheon in Paris, der letzten Ruhestätte der großen republikanisch-liberalen Persönlichkeiten Frankreichs, mit einem gateau savoyard. Die Studierenden im 6. Sem. argumentierten nun: Wörtlich geht nicht, denn kein Deutscher versteht, wie ein Savoyardischer Kuchen aussieht. Wir schreiben einfach Kuppelbau, denn der gebildete Deutsche weiß, wie ein Pantheon, z.B. in Rom, aussieht. Da verlieren wir aber den Witz und den mangelnden Respekt Hugos, denn vielleicht spricht er gar nicht von der Form, also schauen wir mal, ob wir als Bild etwas finden. Sie wurden fündig und daraufhin schlugen sie vor: ‘Das Pantheon sieht aus wie ein Gugelhupf’ oder: ‘das Pantheon ähnelt einem runden Napfkuchen’. 20 Vgl. Risku: 167. 21 Ein schönes Bsp. dafür, wie ein Übersetzer weitgehend die Szene-Struktur der Textvorlage erhält und versucht, die von der ursprünglichen Szene aufgerufenen Frames auch adäquat wieder zu geben, ist Kröbers Übers. Von U. Eco, s.o.

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