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BA-Arbeit-beinahe-druckreife Fassung - Fachbereich Translations ...

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Autoren, Namen bekannter

Autoren, Namen bekannter Persönlichkeiten sowie bestimmte kulturspezifische Handlungen. In geringerem Maße gilt dies für die „wirklichen Dinge“, wie sie Tippner nennt 26 (Tippner, 66), d.i. Bezeichnungen für Gegenstände und Sachverhalte, die in der Alltagskultur eines bestimmten kulturellen Raumes fest verankert sind. Hier können die übersetzerischen Strategien von Erläuterungen über Substitutionen, die teilweise selbst eine erläuternde Funktion übernehmen können, bis hin zur Eliminierung dieser Elemente reichen. Der Vergleich der Realisierungen der genannten Strategien in den beiden Übersetzungen, die nicht nur mehr als 20 Jahre auseinander liegen sondern auch unter ganz unterschiedlichen Rezeptionsbedingungen (ein unbeachteter Roman eines völlig unbekannten Autors vs. Entdeckung eines „verlorenen Meisterwerks“) entstanden sind, zeigt jedoch, dass das Sichtbarmachen des Fremden völlig unterschiedliche Formen annehmen kann. Bereits ein flüchtiger Vergleich der Übersetzung von PW und der von F zeigt, dass in der Übersetzung von PW viele „grobe“ Auslassungen bzw. starke Reduktionen vorgenommen wurden (z.B. die ganze Passage über Solženicyn (61- 64) oder die Stelle mit der Beschreibung von weiblichem Haar (74-75), um die auffälligsten zu nennen). Man kann natürlich nur vermuten, ob diese fehlenden Stellen nicht vielleicht auf die Differenz zwischen der Vorlage, die der Übersetzerin zur Verfügung stand, und dem russischen Text, den ich als Vorlage für meine Analysen benutze, zurückzuführen sind. Dass es sich dennoch um übersetzerische Entscheidungen handeln kann, legt die Tatsache nahe, dass, während die einen Elemente der russischen Ökokultur ausgelassen, die anderen mit sehr ausführlichen Anmerkungen und Erläuterungen versehen werden. Darüber hinaus ist auffallend, dass diese bei PW, trotz Auslassungen bedeutend umfang- und detailreicher ausfallen als bei F. Schließlich zeichnen sich die Anmerkungen sowie die in den Text selbst integrierten Erläuterungen bei PW durch eine stärkere „Ideologisierung“ aus. Damit ist gemeint, dass nicht nur 26 „Wirkliche Dinge“ sind bei Tippner eine Unterkategorie von Realien. Den letzteren Begriff benutze ich deswegen nicht, weil er zwar kulturgebundene Phänomene einschließt, nicht immer jedoch kulturspezifische, vor allem solche Elemente nicht, die eine fremde Perspektive auf nicht kulturgebundene Gegenstände und Sachverhalte signalisieren. Wenn beispielsweise in „Leto v Badene“ von „Švarcval’d“ die Rede ist, so wird damit nicht auf eine russische Realie verwiesen. Gleichwohl hat man hier mit einer spezifischen fremdkulturell geprägten Perspektive auf den gemeinten geographischen Raum zu tun, was weiter unten gezeigt werden soll. - 34 -

Fakten wie Daten, Orte oder Berufe genannt werden, deren Nennung an sich schon eine bestimmte ideologische Auslegung mitimpliziert, sondern dass darüber hinaus der Leser auf die ihm verborgenen Bedeutungen und Inhalte dieser Elemente aufmerksam gemacht wird. Hier sind einige Beispiele: Original Übersetzung (…) это был дневник Анны Григорьевны Достоевской, вышедший в каком-то мыслимом еще в то время либеральном издательстве – не то «Вехи», не то « Новая жизнь», не то что то еще в этом роде – (24). Es war das Tagebuch der Anna Grigorjewna Dostojewskaja, veröffentlicht in einem, nur in jener sagenhaften liberalen Zeit denkbaren Verlag – (…) (HPW, 7). (…) – es war das Tagebuch Anna Grigorjewna Dostojewskajas, herausgegeben in einem liberalen Verlag, wie sie zu der Zeit noch existierten, Wechi vielleicht oder Nowaja shisn – (…) (AF, 28). Während F das Adjektiv „liberal“ wie im Original auf den Verlag bezieht und dabei die Vermutungen des Erzählers bezüglich des Namens des Verlags wiedergibt, indem er die genannten Namen transkribiert, ohne sie allerdings zu übersetzen oder zu erläutern, wird bei PW die Zeit insgesamt als „liberal“ bezeichnet. Mehr noch, in ihrer Übersetzung wird diese Zeit mit dem Adjektiv „sagenhaft“ charakterisiert, wodurch eine gewisse nostalgische Haltung des Erzählers dieser Zeit gegenüber suggeriert wird. Die Namen der Verlage werden dabei als unwichtig, weil für den deutschen Leser „nichtssagend“, ausgelassen. Auch bei der Wiedergabe von Zeitungs- und Zeitschriftentitel, von denen im Original gleich mehrere vorkommen, zieht F es vor, im Text der Übersetzung nur die transkribierten russischen Titel stehen zu lassen und ihre Übersetzung ins Deutsche sowie Anmerkungen dazu außerhalb des Textes zu platzieren (AF, 73; 95; 109). PW dagegen integriert die übersetzten Titel in den Text (HPW, 42; 53; 64). Die Erläuterungen dazu sind im Vergleich zu denen von F wesentlich ausführlicher. So hält es die Übersetzerin für wichtig, den deutschen Leser darauf hinzuweisen, dass Alexander Herzen, der Herausgeber der Zeitung „Die Glocke“, „stark vom französischen utopischen Sozialismus [beeinflusst]“ war (HPW, 152). Eine ähnliche „Belehrung“ des Lesers ist bei PW in der Anmerkung 25 (HPW, 153, diese Anmerkung bezieht sich auf eine Textstelle auf S. 67, im Original S. 92) zu beobachten. Aus der Sicht der Übersetzerin ist es von Bedeutung, den - 35 -

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