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Die Funktion der Notation im Konsekutivdolmetschen

Die Funktion der Notation im Konsekutivdolmetschen

In den 60er Jahren wurde

In den 60er Jahren wurde von Seleskovitch die Théorie du sens (TS) als dolmetschdidaktisches Modell entwickelt. Seleskovitch stützt ihre Theorie auf ihre Beobachtungen der Verhaltensweisen von Anfängern in der Dolmetschausbildung. Die TS ist ein ausschließlich am Verstehen orientiertes Modell der sprachlichen Kommunikation (Seleskovitch & Lederer 1984). Der sens ist eine konzeptuelle Struktur, die durch die Satzbedeutung, den Kontext und die kognitiven Strukturen dessen, der versteht, entwickelt wird. So geht die TS davon aus, daß nicht Wörter, sondern allein der den Wörtern entnommene Sinn behalten und ggf. notiert werden kann. Nur so wird Dolmetschen in der Geschwindigkeit natürlicher Rede möglich, denn kein Hörer kann eine Aussage, die aus mehreren Sätzen besteht, wörtlich wiedergeben, d.h. Wörter hinterlassen keine verbalen, sondern kognitive Spuren. Davon ausgehend ist für die TS das Prinzip des Verstehens die Deverbalisierung, also das Loslösen von der Wortebene. Das Übertragen von Wörtern wird als Transkodieren und nicht als Translation angesehen. Transcodage ist nach der TS beispielsweise bei Zahlen, Namen oder Aufzählungen durchaus angebracht und ist somit auch Teil der Translation. Es hat aber eine eher negative Konnotation, denn es wird immer wieder betont, dass Paraphrase und der Verzicht auf Automatismen die bessere Strategie darstellen. (Seleskovitch 1975). Entsprechend postuliert Seleskovitch eine zielsprachenorientierte Notation, die auf dem sens und damit auf Verstehen beruht. Mischformen mit Drittsprachenelementen lehnt Seleskovitch ab und spricht in diesem Zusammenhang von „anarchie linguistique“ (Seleskovitch 1975:158). Sie betrachtet Drittsprachenelemente nicht als Sprache, sondern als Symbole, da es sich ihrer Meinung nach dabei um ständige feste Zeichen handelt, die spontan notiert werden. Diese Form der Notation ist nach Seleskovitch dem Verstehen abträglich. Der Zeitpunkt der Notizennahme hat mit zeitlichem Abstand zur Informationsrezeption zu erfolgen. Da nach der TS zwischen Verstehen, Wissen, Gedächtnisleistung und Informationsspeicherung ein enger Zusammenhang besteht, sind Notizen nach Seleskovitch hoch individuell und nicht vermittelbar. Seleskovitch sieht die Notation als reine Memorierungsstrategie für den Notierenden. Damit sind Notizen auch nur für den Augenblick konzipiert und nicht geeignet, langfristig Inhalte zu reproduzieren. [Heidelberger Schule] Matyssek postuliert eine sprachlose, auf Symbolen beruhende Notation. Dabei versteht er unter Symbol nicht nur das von jedem sprachlichen Bezug und jeder sprachlichen Erscheinungsform gelöste Zeichensymbol, sondern „jedes Notationszeichen, das in dieser oder jener Form als ,Sinnträger‘, als ,Bedeutungsverkörperer‘ auftritt, gleich ob es sich um das Wörtchen ,da‘ als Zeichen für die kausale Verbindung zweier Aussageteile oder [...] um den Buchstaben ,D‘ für ,Deutschland‘ [...] oder α als Ausgangssymbol für den Begriffssektor ,Arbeit‘ handelt“ (Matyssek 1989:157). Das Notieren nicht in Worten, sondern in Symbolen, die als Sinnträger fungieren, dient seiner Meinung nach einer freien Wiedergabe des Textes in der Zielsprache. Außerdem seien Symbole effiziente und knappe Notationselemente, eine Aussage, die angesichts der Kompliziertheit mancher seiner Symbolkombinationen mit einem Fragezeichen zu versehen ist. Als Zeitpunkt der Notizennahme empfielt Matyssek ein zur Informationsrezeption nahezu zeitgleiches Notieren, wobei er einräumt, dass dann ggf. auf eine logische Strukturierung verzichtet werden muß. Eine zielsprachenorientierte Notation ist seines Erachtens nur dann möglich, wenn die Zielsprache die Muttersprache ist. Grundsätzlich gilt damit für ihn das Prinzip der Notation in der Muttersprache.

[Divergenzen] Die oben angesprochenen Publikationen zum Thema Notation machen deutlich, dass die Meinungen über den möglichen Inhalt, bzw. die Didaktik einer Notationslehre auseinandergehen, dass sogar Uneinigkeit darüber besteht, ob eine Notationslehre überhaupt erforderlich ist. Es besteht ebenfalls Uneinigkeit darüber, wann Notizen gelehrt werden sollen, ob diese Notizen ausgangssprachlich oder zielsprachlich gehalten werden sollen, ob und inwieweit Symbole zu benutzen sind, wie abgekürzt werden soll, welcher zeitliche Abstand zwischen Informationsrezeption und Notation liegen und was überhaupt notiert werden soll. Wenn Seleskovitch in Bezug auf das Konsekutivdolmetschen schreibt "il n'est pas d'orateur trop rapide" (Seleskovitch 1975:116), und Kohn/Kalina ausführen "the interpreter is highly dependent on the rate of source discourse production" (Kohn/Kalina 1996:128) oder wenn es bei Seleskovitch heißt "dans mon enseignement, en effet, je conseille aux étudiants de prendre leurs notes dans leur langue d'expression, celle qu'ils parleront en interprétant" (Seleskovitch 1975:165) und Matyssek ausführt, daß "Notation in die und in der Muttersprache" (Matyssek 1989:138) zu empfehlen ist, so sind dies nur einige Beispiele dafür, dass individuelle Meinungen die Didaktik bestimmen, dass es an Einheitlichkeit und fundierten Erkenntnissen anhand empirischer Untersuchungen mangelt. Die Vielzahl der Beiträge zeigt aber auch, dass vor allem bei den Lehrenden Unsicherheit im Umgang mit der Notation herrscht. Insgesamt ist der Fülle der Beiträge zu diesem Komplex zu entnehmen, daß die Frage des Notationssystems auch diejenigen beschäftigt, die argumentieren, ein solches System brauche der Dolmetscher nicht. Auch in ihren Kommentaren werden dennoch immer wieder Hinweise, Anregungen oder gar Instruktionen zu bestimmten Vorgehensweisen gegeben oder Warnungen vor anderen Vorgehensweisen ausgesprochen. So entstanden präskriptive Dogmen und Polarisierungen, wo eigentlich die Meinungen gar nicht so weit auseinanderliegen. (Kalina 1998:245) [Gemeinsamkeiten] Bei näherer Betrachtung ist in der Tat festzustellen, dass es einen kleinsten gemeinsamen Nenner in den Aussagen über Notation gibt: Effizienz, Knappheit und Unverwechselbarkeit der Notizen sind die Grundprinzipien, die von den verschiedenen Autoren immer wieder als sinnvoll erachtet werden. Kusterer hat seinem Buch zwei Seiten aus seinem Notizblock, den er anläßlich des Abschiedsbesuchs von Adenauer als Bundeskanzler bei Charles de Gaulle in Rambouillet am 21. September 1963 benutzte, beigefügt (1995: Abb.2, dazugehöriger Text S.357). Er sieht sich in der Lage, anhand seiner Notizen das gesamte Gespräch zu rekonstruieren. Eine Analyse der Notizen ist sehr aufschlussreich, denn sie zeigt, dass eine Kombination aus Elementen der zahlreichen oben genannten unterschiedlichen Auffassungen ein durchaus brauchbares Notationskonzept entstehen läßt, das ganz wesentliche Grundprinzipien enthält, die im Folgenden dargestellt werden sollen. Es sei auch angemerkt, dass diese Grundprinzipien im wesentlichen den Erkenntnissen aus der empirischen Untersuchung von Andres (2000) zur Notation von Anfängern in der Dolmetscherausbildung und professionellen Dolmetschern entsprechen. Auszug aus Kusterers Dolmetschnotizen: gütig Das Original dazu lautet:

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