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Die Funktion der Notation im Konsekutivdolmetschen

Die Funktion der Notation im Konsekutivdolmetschen

==== Das ist

==== Das ist außerordentlich gütig von Ihnen. + I bewegt Ich bin tief bewegt und I feel strongly das fühle ich stark. Im allgemeinen – das habe ich in meinem g l (I life saw + exp) Leben mehrmals erfahren - wen pos einbüßt ziehen sich, wenn man eine Position γ zurückziehen einbüßt, die Menschen zurück. Ich habe es erfahren Nazis unter den Nazis, dann als mich UK chasst Kln die Engländer abgesetzt haben in Köln. so umso mensch bewegt Umso menschlicher bin ich bewegt words durch Ihre Worte. [Quantität der Notizen] Welche Grundprinzipien lassen sich nun in Kusterers Notizen wiederfinden? Kusterer hält sich an das Postulat von Effizienz, Knappheit sowie Unverwechselbarkeit. Dieses Postulat bedeutet, dass möglichst zeitsparend – so kurz und knapp wie möglich – und gut lesbar notiert werden soll. Dabei praktiziert Kusterer ein Mischsystem von Abkürzungen aus Wortanfängen, Wortanfängen mit hochgestelltem Endungsbuchstaben (g l ), einzelnen Buchstaben (I) und Symbolen (γ), nutzt gebräuchliche Abkürzungen für Ländernamen (UK) und aus der Mathematik (+). Doppelte Unterstreichung (gütig) steht für eine besonders starke Betonung, einfache Unterstreichung für einfache Betonung (bewegt), d.h. er greift sich aus dem, was von den unterschiedlichen Autoren proklamiert wird, das heraus, was seinen Bedürfnissen entgegenkommt. Dieses zeitsparende Notieren ist ein wesentlicher Faktor, um Verarbeitungskapazität freizusetzen, die für Analyse, Struktur und Vollständigkeit genutzt werden kann. [Notationssprache] Kusterers Notizen zeigen darüberhinaus, wie irrelevant die unterschiedlichen Aussagen über die Notationssprache sind. Kusterer notiert in Englisch und in Deutsch, d.h. in der Muttersprache sowie in einer Drittsprache, denn die Zielsprache ist Französisch. [Zeiten/Kohäsionsmittel] Der Notizenauszug von Kusterer zeigt darüber hinaus, wie wesentlich für die Reproduktion des Gesagten das Notieren von Tempusangaben und Kohäsionsmitteln ist. Wie problematisch die zeitliche Zuordnung ist, wenn ein Hinweis in den Notizen fehlt, hat bereits die empirische Untersuchung zu Konsekutivleistungen von Andres (Andres 2000) gezeigt. Häufig waren Fehlleistungen die Folge, die auch durch Wissen und Erfahrung mit ähnlichen Diskurstypen nicht kompensiert werden konnten. Die Zuordnung zur Vergangenheit erfolgt bei Kusterer durch saw und chasst. Durch die Klammer gehört damit exp ebenfalls in die Vergangenheit. Damit ist die zeitliche Zuordnung erfolgt und kann auch noch nach Jahren abgerufen werden. Die vom Redner hergestellte Kohäsion durch Textverknüpfungen wie ich habe es erfahren und dann als mich werden von Kusterer durch eine lange Verbindungslinie zur Wiederaufnahme des entsprechenden Textsegments und eine Schlängellinie unter Nazis mit der mathematischen Bedeutung „entsprechend“ notiert. Damit ist die Relation zwischen den Textsegmenten eindeutig und reproduzierbar.

[Räumliche Anordnung, Informationsstrukturierung] Auffällig ist bei Kusterer die räumliche Anordnung sowie die Strukturierung und Gewichtung der Notizen. Zusammengehörige Elemente werden vertikal gegliedert (Rozan 1959): bewegt und I feel strongly. Wobei die optische Anordnung dieser Notationselemente bereits deutlich macht, dass der Akzent auf bewegt als vorgerücktem Element liegt. Genauso optisch deutlich sichtbar erfolgt die Gewichtung durch Abstufung von links nach rechts, wobei Einschübe in Klammern gesetzt werden. Damit entspricht die Struktur von Kusterers Notizen dem, was auch Ilg/Lambert für eine sinnvolle Struktur halten: „Tiering - which Rozan typically calls 'verticalisme' - contributes to a 'visual' presentation of the ideas taken down [...]. The rationale of note-taking is to bring to light the structure underlying a speech and the general semantic orientation of paragraphs and sentences. This requires an explicit but economical (visual, graphic!) layout on the CI interpreter's notepad“ (Ilg/Lambert 1996:82). Für diese Informationsstrukturierung und –gewichtung ist Verstehen Voraussetzung. [Verstehen und Wissen] Verstehen bedeutet, auf textexterne Daten zurückzugreifen. Zum Verstehensvorgang heißt es bei Kalina: “[...] im Verstehensvorgang werden nicht nur explizit im Text in sprachlicher Form enthaltene Informationen verarbeitet, sondern auch non-verbale Informationen und solche, die der Hörer aktiv aus dem Text heraus, dem Kontext oder seinem Wissen selbst inferiert“ (Kalina 1998:82). Zum Verstehen gehört Wissen. Wissenserwerb und Wissensvertiefung sind somit wesentliche Bestandteile im Verstehensprozess. „Allgemeines Wissen wird benutzt, um partikulares Wissen zu verstehen; partikulares Wissen dient der Modifikation und Erweiterung des allgemeinen Wissens“ (Schwarz 1992:83). Zum Wissenserwerb gehört auch die Vorbereitung auf die Dolmetschsituation. Vorbereitung bedeutet nicht nur Kenntnis der Materie, sondern auch Kenntnis des Adressatenkreises. Letzterer gibt Aufschluß über den zu erwartenden Diskurstyp. Diese Kenntnis, dieses Wissen wiederum ist hilfreich für das Textverstehen und die Textanalyse. Wissen bedeutet auch Entlastung der Notizen. Wissen und Erfahrung sind im Langzeitgedächtnis gespeichert. Dieses Langzeitgedächtnis hilft beim Notizenlesen und Erinnern und damit bei der Rekonstruktion des Gesagten. Kusterer besaß Wissen und Erfahrung. Durch dieses Wissen und durch sein Gedächtnis, das sich wiederum auf dieses Wissen stützt, ergänzt er seine Notizen und konstruiert dadurch den richtigen Zusammenhang. Kusterer macht damit deutlich, dass erfolgreiches Konsekutivdolmetschen ein Prozess ist, der aus einem Zusammenspiel von Sprache, eigenem Bewußtsein, Strategiesensibilität, Wissen und Erfahrung sowie Kenntnis des gesamten Hintergrundes, Gedächtnis und Notizen besteht. Die Notation ist dabei nur eine Operation, wobei ein verläßliches Notationssystem den Verstehensprozess stützt und intensiviert und damit einen wesentlichen Einfluß auf die Qualität der zielsprachlichen Umsetzung nimmt. Literatur Andres, D., (2000), Konsekutivdolmetschen und Notation – Empirische Untersuchung mentaler Prozesse bei Anfängern in der Dolmetscherausbildung und professionellen Dolmetschern. Unveröffentlichte Dissertation, Wien. Herbert, J., (1952), Handbuch für den Dolmetscher. Leitfaden für den Konferenzdolmetscher, Genf. Ilg, G., (1959), L’enseignement de l’interprétation à l’Ecole d’Interprètes de Genève, in:

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