Aufrufe
vor 4 Jahren

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Diktatur dar (vgl. Franz

Diktatur dar (vgl. Franz 1981: 81). Der Franquismus, auf den ich in einem späteren Kapitel eingehen werde, entspricht demnach keiner totalitären Diktatur, sondern eher einem autoritären Regime, was jedoch ebenfalls sehr umstritten ist. Maurice Duverger erwähnt auch die „rohe Gewalt“, die als Grundlage der politischen Macht gilt. Diese sei typisch für konservative Diktaturen, da sie mit ihrer Illegitimität zu kämpfen hätten und sich dadurch auf die materielle Gewalt stützen müssten (vgl. ebd.: 86). Träger dieser Gewalt seien vor allem die Armee, wie auch die nach der Oktoberrevolution gegründete Rote Armee. Die Armee zeigt sich aber auch häufig als Konkurrent, was das blutige Vorgehen Stalins in den 30er Jahren erklären könnte, obwohl sich die Rote Armee absolut sowjetkonform gezeigt hatte. Weitere Träger sind die Polizei und Sondereinheiten sowie die Einheitspartei. Die Ideologie dient der Aufrechterhaltung einer bestimmten Ordnung, legitimiert die Führerorientierung und enthält den Nationalismus, der sich gegen die inneren und äußeren Feinde stellt (vgl. ebd.: 87). Auch Hannah Arendt bezieht sich auf Prämisse der Gewalt in Form von Terror als dem entscheidenden Faktor. „Im Terror auch nach der Eroberung der Macht und nach der vollständigen Unterwerfung der Bevölkerung sah Arendt das eigentliche Wesen der totalitären Regierung, die damit einen Zustand fortgesetzter revolutionärer Bewegung und permanenter Instabilität erzeugten“ (Bohn 2009: 272). Menschen, die in totalitären Regimen leben, müssen immer angestrengt im Einsatz bleiben. Sie dürfen nicht mehr diejenigen sein, die sie im Innersten sind, sondern haben in ihrer Freudlosigkeit und in ihrem Misstrauen eine Rolle zu spielen, die dem falschen Pathos gerecht werden muss, um damit ihre Loyalität zu beweisen. Sie dürfen sich in ihrem Wesen nicht entfalten und das Regime zwingt sie in ihrer Unfreiheit zur Überfremdung. Vor allem die Anhänger sind immer panisch darauf bedacht, sich gemäß der gerade in Geltung befindlichen Generallinie zu verhalten. Es befindet sich alles unter staatlicher Kontrolle, jeglicher Bereich des öffentlichen oder des privaten Lebens wird kontrolliert. Emotionale Gesten müssen künstlich produziert werden, denn Beifall, Entrüstung, Begeisterung und 10

Einsatzbereitschaft an der falschen Stelle können einen verdächtig machen und sogar in Lebensgefahr bringen. Totalitäre Regime entbehren weitestgehend jeglicher Authentizität und sind durch ihre Künstlichkeit und Inszenierung markiert (vgl. Buchheim in Sutor 1985: 34f). 2.1.2 Politische Biographie: Iosif Vissarionovič Džugašvili (Stalin) Stalin wird als Iossif Vissarionovič Džugašvili am 21. Dezember 1878 in der georgischen Stadt Gori in die Familie eines Schuhmachers und einer Waschfrau geboren. Den Beinamen Stalin wird er sich Jahre später nach diversen anderen Pseudonymen selbst geben. 1894 tritt er in das orthodoxe Priesterseminar in Tiflis ein. Schon dort beginnt er sich mit den Schriften von Marx zu beschäftigen. Russisch lernt er erst im Alter von 11 Jahren. 1898 wird er Mitglied der ersten Sozialdemokratischen Partei Transkaukasiens (Mesame-Dasi), die im selben Jahr in die SDAPR 2 einging und wird aufgrund seiner Beteiligung an revolutionären Aktivitäten 1899 vom Priesterseminar ausgeschlossen. Zwischen 1902 und 1913 wird er insgesamt sechs Mal verhaftet und verbannt, vier Mal gelingt ihm die Flucht. Als sich die SDAPR 1903 spaltet, schließt er sich den Bol'ševiki unter Lenin (Vladimir Il'ič Ul'janov) an. Kurz darauf wird er nach Sibirien verbannt, wo er 1904 Ekaterina Svanidze heiratet. Im selben Jahr gelingt ihm die Flucht und zwischen 1906 und 1907 organisiert er im Kaukasus Raubüberfälle für die Revolutionäre. 1907 stirbt seine Ehefrau und mit dem von ihm geplanten Überfall auf die Reichsbankfiliale in Tiflis gelingt ihm ein großer Coup. Die Beute sind 250.000 Rubel. 1912 wird er von Lenin ins Zentralkomitee berufen, da er als hervorragender Organisator geschätzt wird. Er führt sein Pseudonym Stalin ein, was der „Stählerne“ bedeutet. Zwischen 1913 und 1916 musste Stalin erneut in Sibirien in Verbannung leben. Erst nach dem Zarensturz (1917) kehrt er nach St. Petersburg zurück, bereitet in der Parteiorganisation mit anderen die Machtübernahme vor 2 Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands 11

Die Verschmelzung zweier gegensätzlicher Konzepte: Design und ...
Dubai und Ras Al Khaimah Zwei Emirate im Vergleich - FWU
Formen der Abhängigkeit im Vergleich
„So ist`s ja besser zu zweien als allein“(Pred 49) - Evangelische ...
VERGLEICH MENSCHEN PRAKTIKUM - Kantonsschule Sargans
zwei flüchtige begegnungen - Ein bisschen Meia
Gesammelte Schriften in zwei Reihen - booksnow.scholarsportal.info
Über die Grundlagen und zu den Fragen des Stalinismus
Zwei Methoden im Vergleich - Waldwissen.net
Vergleich zweier Spulensysteme zur Bildoptimierung im ...
Struktureller Vergleich zweier Lehrbücher zum Programmieren in Java
Herstellung und Vergleich zweier Tenside
Vergleich zweier Schwellwertalgorithmen zur Wolkendetektion in ...
Sonnenhaus / Passivhaus Vergleich zweier Baukonzepte für ...
Vergleich der Objekterfassung mittels zweier terrestrischer ...
Leben mit Demenz Vergleich zweier Tagesbetreuungseinrichtungen ...
Vergleich zweier optischer Techniken zur automatischen ... - Die GIL
Klangkunst - Analyse und Vergleich zweier Arbeiten - LARIFON ...
Eigennamen in Pressetexten. Ein Vergleich zweier Online ... - E-thesis
Stalinismus - Kennzeichen - DIE LINKE. Berlin
was ist stalinismus - Communist International (Stalinist-Hoxhaists)
Vergleich zweier Messverfahren zur ... - RWTH Aachen University
Sonnenhaus / Passivhaus Vergleich zweier Baukonzepte für ...
TZI und NLP – zwei Konzepte im Vergleich und ihre ... - KIBB
Schweiz Vergleich zweier Fitnessmärkte anhand ... - Aktiv Consult
Entdeckendes Lernen versus “Standardunterricht” Vergleich zweier ...
Minnesang und Hip Hop. Ein Vergleich zweier lyrischer ... - Start
Vergleich zweier Fütterungsstrategien in der Fresseraufzucht 89 KB