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Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

georgischen Stalin“

georgischen Stalin“ (Baberowski 2007: 205). Wer überleben wollte musste töten, bevor er selbst zum Opfer wurde. 2.1.3 Personenkult um Stalin und seine mediale Inszenierung Josef Wissarionowitsch Stalin – Funkelndster Diamant der Partei, Held und Beschützer, Weiser Riese! Stalin – unser zuverlässiger treuer Steuermann, Leuchtturm und Großer Maschinist der Lokomotive Geschichte! Stalin – menschlichster aller Menschen, Sonne der Menschheit! Stalin – Großer Lehrer, Freund und Vater! Stalin – das Licht! Der Ruhm Stalins währet ewiglich! (Sartorti 1995 : 189f) Diese Art von Lobeshymnen gerichtet an den großen, genialen Führer, wurden seit den 30er Jahren in Kindergärten, Schulen, am Arbeitsplatz und an der Universität eingeübt. So hallte das ganze Land wider vor Liedern, Gedichten und Hymnen. Jede Unterrichtsstunde, jedes Buch, jede Rede und jeder Artikel hatte mit solchen standardisierten Lobpreisungen und Danksagungen zu beginnen (vgl. ebd.). Lenin war der „Führer“, auch der „Lehrer“ und vor allem „menschlichster aller Menschen“. Stalin musste nun, um diesen zu übertreffen und zu verdrängen, noch mehr werden. Er nahm diese Funktionen auf, übertraf sie und erweiterte sie noch durch die umfassendere Rolle des Vaters, dem man vorbehaltlos vertrauen und vor allem Liebe entgegenbringen kann (vgl. ebd.: 197). Dies ging nach dem Zweiten Weltkrieg in das neue Lehrbuch der Pädagogik ein, das den Kindern das Bild vermittelte, dass Stalin der Chozjain, also der „Hausherr“ des Staates war. Für die Kinder übernahm er die Vaterrolle: Unsere Kinder müssen lernen, wie ehrenvoll der Muttertitel in unserem Lande ist, [das] den Titel der 'Mutter-Heldin' geschaffen hat und kinderreichen Müttern Orden und Medaillen verleiht. Und mit dem Wort Vater sprechen wir den großen Stalin an, wenn wir ihm das Gefühl kindlicher Nähe, Liebe und Achtung zum Ausdruck bringen. (in Koenen 1998: 144) Stalin setzte den Kult um Lenin als Fundament für seine eigene Überhöhung ein. Dies begann schon mit der Präparation und öffentlichen Zur-Schau-Stellung des 14

Leichnams Lenins im Mausoleum auf dem Roten Platz. Diese Handlung hatte zum Ziel, die Ideologie, verkörpert durch den Leichnam des „Führers“, zum Objekt einer kultischen Heldenverehrung zu machen. Der Verstorbene konnte sich dagegen nicht wehren und die Lebenden, vor allem Stalin, waren die Nutznießer dieser Anbetung (vgl. Fromm 1991: 72f). Stalin trug viele Benennungen: Genius des russischen Volkes, genialer Führer des Weltproletariats, Koryphäe der Wissenschaft, Mechaniker der Lokomotive der Geschichte, Lokomotive der internationalen Revolution, Vater der Völker und so weiter. Aber auch die Parteichefs der anderen Sowjetrepubliken zogen mit einem grotesken Personenkult nach, der grenzenlos schien. So ließen sie Institutionen, Fabriken und vieles mehr nach sich benennen. Es gab das Chemiewerk Stalin, die Weberei Vorošilov, die Papierfabrik Zinov'ev, die Glasfabrik Bucharin. Auch wurden plötzlich alte Städte umbenannt, beispielsweise in Ordžonikidze, Kalinin und Kirov. Robert Conquest bemerkt in seinem Buch Stalin. Der totale Wille zur Macht dazu: Unterdessen mußte [sic.] das Land nicht nur Stalingrad und Stalino (am Ende gab es insgesamt sechs Stalinos) ertragen, sondern auch noch Stalinabad, Stalinsk, Stalinogorsk, Stalinskoje, Stalinski, Staliniri (die Hauptstadt von Südossetien), den Berg Stalin (höchster Berg der UdSSR – später wurden auch die höchsten Berge der Tschechoslowakei und Bulgariens nach Stalin benannt), die Stalin-Bucht, das Stalin-Gebirge und etliche Dörfer, die einfach „Stalin“ hießen... (Conquest zit. in Amis 2007: 137f) Man konnte an den Küstenfelsen des Flusses Kolyma in Riesenlettern lesen: LANG LEBE STALIN, DAS GRÖSSTE GENIE DER MENSCHHEIT. LANG LEBE STALIN, DER GRÖSSTE MILITÄRISCHE FÜHRER. LANG LEBE STALIN, DER GRÖSSTE FÜHRER DES INTERNATIONALEN PROLETARIATS. LANG LEBE STALIN, DER BESTE FREUND DER ARBEITER UND BAUERN. (in Amis 2007: 137f) Es gibt noch viele weitere Beispiele für die erzwungene Bewunderung Stalins, wie zum Beispiel die Geschichte eines Fabrikleiters, der bei einer Parteikonferenz 15

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