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Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Laut dem Historischen

Laut dem Historischen Lexikon der Sowjetunion von Hans-Joachim Torke, waren in Russland politische Säuberungen (čistka, sg.) in ihrer ursprünglichen Bedeutung schon vor Stalin in der Partei allgemein üblich. Da die Altbolschewiki die Partei als Elitepartei gegründet hatten und während des Bürgerkrieges und vor allem danach ein Massenzustrom in die KPdSU erfolgte, musste man diese von „parteifremden“ und „parteischädigenden Elementen“ säubern. Unter diesen „parteifremden“ und „parteischädigenden Elementen“ verstand man beispielsweise Karrieristen, also Mitglieder, die nicht aus ideologischen Gründen beitraten, sondern sich Vorteile davon erhofften oder auch einfach nur Mitglieder, die sich dadurch vor möglicher Repression schützen wollten. 1920 wurde dafür die Zentrale Parteikommission gegründet, um den Mitgliederbestand zu überprüfen und verdächtige Mitglieder auszuschließen. Das hatte jedoch nichts mit der zweiten Bedeutung der Säuberung gemein, da es hierbei nicht zur physischen Vernichtung der ausgeschlossenen Mitglieder kam. In der Mitte der dreißiger Jahre (vor allem 1934 - 1938) kam es dann zu der Großen Säuberung, im Schatten der Moskauer Schauprozesse und damit nicht nur zur Entfernung der alten Führungskader von ihren Posten, sondern auch zu ihrer physischen Auslöschung. Gesäubert wurde im Verlauf das ganze Volk, quer durch alle Ethnien, Klassen und Berufe, ob nun Führungseliten der Partei, gesellschaftliche Organisationen, Gewerkschaften, Betriebe, die gesamte Rote Armee, inklusive des Offizierskorps, Intellektuelle, Arbeiter und Bauern (vgl. Bohn 2009: 222), Kommunisten und Nichtkommunisten. Ein Volksfeind war ab diesem Zeitpunkt, wer durch die Parteiführung stigmatisiert wurde. Die Anklagen waren nicht gerechtfertigt und absurd (unter anderem: antisowjetische Verschwörung, Sabotageakte und Spionage). Wenn es zu Prozessen kam, so waren diese inszeniert und glichen einem einstudierten Theaterstück. Echte Verschwörungen, Explosionen und Sabotageakte gab es wohl kaum und bei dem Ausmaß, das die Säuberungen am Ende annahmen war es auch unnötig als Beweisgrundlage solche zu inszenieren, denn diese wären in den Massen und in der aufgeblähten Bürokratie ohnehin untergegangen. Schließlich waren sogar nicht einmal mehr die Mitglieder des Politbüros oder des Geheimdienstes selbst, die ja diese „(Selbst)Reinigung“ durchführten, sicher. Es kam zu Verfolgungen, Verhaftungen und Ermordungen in Millionenhöhe (ca. 20 Mio.). Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, mit welchen Begründungen dieser Massenmord 42

gerechtfertigt wurde und welche realen Gründe dahinter gestanden haben könnten. 3.2.1 Der Mord an Kirov Als Auslöser für die sogenannte Große Säuberung diente 1934 der Mord an Kirov, dem Vorsitzenden der Leningrader Parteiorganisation. Ausführlich diskutiert und auch sehr wahrscheinlich, jedoch noch nicht abschließend geklärt, ist dabei die Rolle von Stalin selbst, der wohl nach Meinung vieler Experten der Auftraggeber dieses Attentats war. Kirov genoss hohes Ansehen bei der breiten Bevölkerung und viele seiner Kollegen wollten ihn anstelle von Stalin auf dem Posten des Generalsekretärs des Zentralkomitees sehen. Als am 17. Parteitag über die Zusammensetzung des neuen ZK abgestimmt wurde (die Wahl war immerhin direkt und „geheim“) soll Stalin 120 Gegenstimmen von den insgesamt 1200 Delegierten bekommen haben, Kirov lediglich drei, so ein Überlebender der Wahl. Andere Quellen, so auch Chruščev, sprach von 300 Neinstimmen. Die Wahl wurde manipuliert, die meisten Stimmenzähler erschossen und das ZK mit Stalinisten besetzt. Somit hatten diese 300 Stimmen den Großen Terror als Konsequenz (vgl. Amis 2007: 154). Nach dem Attentat auf Kirov entwarf Stalin mithilfe der Leningrader Čekisten 13 ein neues Bild von dem Mordfall. In ihren Augen war der Attentäter ein Werkzeug der omnipräsenten verborgenen Feinde des Sozialismus. Tatsache ist jedoch und wirft auch viele Fragen auf, dass nach dem Prozess gegen den Attentäter die Leningrader Čekisten, die mit dem Fall betraut waren entweder verschwanden, erschossen oder strafversetzt wurden. Im selben Jahr wurde auch ein Dekret erlassen, das nicht nur die Todesstrafe im Schnellverfahren, sondern auch die Bestrafung von Angehörigen und Verwandten legalisierte, ohne dass ihnen ein Zusammenhang mit den Vorwürfen nachgewiesen werden musste. Damit konnte der NKVD auch ohne jegliches Urteil, also willkürlich und nach „eigenem Ermessen“ töten und deportieren. Todesstrafen sollten sofort vollstreckt werden und das Alter für Verurteilungen wurde auf das zwölfte Lebensjahr heruntergesetzt (einschließlich der Todesstrafe). 13 Mitglieder der Geheimpolizei NKVD 43

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