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Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

konnte, dann wurden sie

konnte, dann wurden sie als „[...] Racheakte des werktätigen Volkes gegen Feinde und Unterdrücker“ (Baberowski 2007: 186) dargestellt. 3.2.4 Opferzahlen Genaue Opferzahlen sind kaum bekannt. Es gibt unterschiedliche Hochrechnungen und viele verschiedene Angaben. Bohn berichtet in seinem Studienhandbuch östliches Europa von allein 315.000 bis 420.000 Toten durch die Entkulakisierung, zuzüglich der vier bis fünf Millionen Opfer der Hungersnöte in den Jahren 1932 und 1933 bedingt durch die Kollektivierung 16 . 1963 wurde vom KGB ein interner Bericht an das Zentralkomitee der KPdSU vermittelt. Darin wird offiziell von über 1,5 Millionen Verhafteten in den Jahren 1937/38 berichtet. Über 1,3 Millionen von diesen genannten, wurden von Sondergerichten verurteilt und fast 682.000 erschossen. Man kann jedoch annehmen, dass Hundertausende von regulären Gerichten als sogenannte Kriminelle verurteilt wurden oder ohne Verfahren von der politischen Polizei verschleppt und hingerichtet wurden. Die Zahl der zu Tode Gefolterten oder derer, die in den überfüllten Gefängnissen an den unmenschlichen Lebensbedingungen starben, ist ebenfalls unbekannt. Es gibt zwar Gulag-Unterlagen, die besagen, dass in den vorher genannten Jahren etwa 120.000 Todesfälle amtlich gemeldet wurden, jedoch kann man sicher davon ausgehen, dass dies nur einem Bruchteil der gesamten Toten entspricht. Auch die sehr hohen Zahlen der sogenannten „Überführten“ oder „Entlassenen“ lassen annehmen, dass diese eher ein anderes Schicksal fanden, zum Beispiel in Massen den Hunger- oder Kältetod auf den Transporten oder in den überfüllten Zwischenlagern. Höchstwahrscheinlich tauchen auch die Opfer der Massenerschießungen, die in den Lagern durchgeführt wurden, in diesen Listen nie auf. Außerhalb der Gulags lebten ungefähr noch einmal so viele oder vielleicht auch noch mehr von den sogenannten „Sondersiedlern“ (spezposelenzy). Diese mussten in den ihnen zugewiesenen unwirtlichen Gebieten des Nordens leben oder waren auf Großbaustellen in „Arbeitsbataillonen“ eingesetzt. Auch die 16 Zusammenschluss landwirtschaftlicher Betriebe zu genossenschaftlichen oder staatlichen Betrieben 48

Millionen Verbannten, halbfreien Strafentlassenen und aufgrund von „Passvergehen“ Ausgewiesenen tauchen in den Schätzungen nicht auf, da sie an Krankheit, Entkräftung und Hunger starben und damit zu den natürlichen Todesfällen gezählt wurden (vgl. Koenen 1998: 222). Baberowski nennt in seinem Buch Der rote Terror folgende Zahlen: an einem Tag habe Stalin den Tod von 3.167 Menschen unterschrieben. Zwischen Februar 1937 und Oktober 1938 soll er 383 Listen mit 44.477 Todeskandidaten erhalten haben. Alles führende Staatsfunktionäre, Staatssicherheitsoffiziere und Armeeoffiziere. 38.955 dieser wurden ohne Gerichtsverfahren hingerichtet, weil Stalin es so angeordnet hatte (vgl. Baberowski 2007: 174). Torke berichtet, dass von den 139 Mitgliedern des ZK der Partei, die auf dem 17. Parteitag im Jahre 1934 gewählt worden waren, 98 Personen das Jahr 1938 nicht überlebten. Von den 1966 Delegierten des oben genannten Parteitags wurden 1108 Personen wegen „konterrevolutionärer Verbrechen“ hingerichtet (Torke 1993: 322). Folgende Zahlen, die 1987 von der sowjetischen Presse veröffentlicht wurden, zeigen den Blutrausch noch prägnanter: drei der fünf Marschälle, 13 der 15 Armeekommandanten, acht der neun Flottenadmirale und Admirale der Klasse I, 50 der 57 Korpskommandanten, 154 der 186 Divisionskommandanten, 16 der 16 Politkommissare der Armeekommandanten, 25 der 28 Korpskommissare, 58 der 64 Divisionskommissare, alle elf Vizekommissare der Verteidigung und 98 der 108 Mitglieder des Obersten Militärsowjets fielen der Säuberungen zum Opfer (Amis 2007: 176). Roy Medwedew traf es mit seinen Worten sehr präzise: „Nie hat das Offizierskorps irgendeiner Armee in einem Krieg so viele Verluste erlitten wie die Sowjetarmee in dieser Zeit des Friedens.“ (Medwedew zit. in Amis 2007: 176). 3.2.5 Hintergründe und der Versuch einer Erklärung Wissenschaftler aus aller Welt haben in den Jahrzehnten nach dem Stalinismus nach plausiblen Erklärungen für diesen Blutrausch gesucht. Selbst die Betroffenen in den Gulags haben während ihrer Gefangenschaft ihre eigenen und interessanten Theorien aufgestellt, die hier nicht unerwähnt bleiben sollen. In der älteren Geschichtsschreibung hatte man einfach angenommen, dass die ganze Gewalt und der blutige Terror aus Stalins Feder kam und ihm, durch die 49

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