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Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Ausschaltung von

Ausschaltung von Konkurrenten, dazu diente seine persönliche Macht zu erweitern und zu manifestieren. Es ist bekannt, dass die Täter, wie zum Beispiel Stalin, Berija 17 oder auch Ežov 18 aus Gewaltkulturen stammen. Sie kannten Herrschaft nur als Gewaltherrschaft und umgaben sich immer mit den Zeichen militärischer Gewalt (Militärstiefel, schwarzen Lederjacken, Uniformen und Pistolen) (vgl. Baberowski 2007: 204). Mit dieser Einschätzung werden die Historiker wohl auch oberflächlich gesehen Recht gehabt haben, jedoch ist damit das ganze Ausmaß nicht ausreichend zu erklären. Bohn bemerkt dazu, dass auch die Gesellschaft nicht außer Acht gelassen werden sollte. Der moderne russische Staat im 19. und 20. Jahrhundert wurde zumeist als verordneter oder Vormundschaftsstaat charakterisiert. Seine erdrückende Dominanz, so schien es, wurzelte in der Schwäche der Gesellschaft. (Bohn 2009: 41) Das autokratische Prinzip hatte seine Wurzeln schon im Moskauer Reich und prägte den Staat bis in das 20. Jahrhundert. Der unbeschränkte Selbstherrscher der vorhergehenden Jahrhunderte verdankte seine Macht nicht dem Volk, sondern allein der Gnade Gottes. Er verkörperte die Legislative, Exekutive und teilweise auch die Judikative. Er führte Gesetze ein und war der Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Das russische Volk kannte keine andere Form der Macht. Dies sind zwar alles Mosaikstückchen, die das große Bild mit entworfen haben, aber der Hauptfaktor wird wohl in der Person Stalins zu finden sein, jedoch nicht nur in seiner eigenen Affinität zur Gewalt (vgl. Bohn 2009: 43). Natürlich schuf das omnipräsente Misstrauen gegenüber jedem ein Kontrollinstrument und die unzählbaren inszenierten Verschwörungen ein Argument für die Repression von Millionen von Menschen. Das Erschreckende ist jedoch, dass Stalin in seinem Verfolgungswahn wohl auch wirklich an die Verschwörungstheorien geglaubt haben muss und in jeder Unzufriedenheit oder Gegenstimme das Werk des Feindes sah. Treue, die nicht ihm galt, war für ihn ein Verrat. Andere Historiker wie Baberowski meinen, dass es auch ein Versuch war „[...] Ambivalenz in Eindeutigkeit zu verwandeln“ (Baberowski 2007: 156). Das Groteske an dieser Eindeutigkeit ist jedoch, dass die Wahrnehmung der Wirklichkeit des sowjetischen 17 Ab 1938 Chef des NKVD 18 Von 1936-1938 Chef des NKVD 50

Volkes und ihre Darstellung durch die Bol'ševiki weit auseinander gingen. In der Presse wurde von einem Leben, einer Wirklichkeit gesprochen, die es nicht gab und somit musste sich die Bevölkerung damit zufriedengeben, dass sie in zwei Welten leben musste - in einer realen und in einer inszenierten. Was brachte jedoch diese inszenierte Lüge den Machthabern? Baberowski ist der Meinung, dass sie das alltägliche Chaos, verursacht durch die Machthaber, mithilfe des Terrors und der Repression, also auf Kosten der Bevölkerung, rationalisieren wollten. Man wollte Eliten an das geheiligte Vaterland binden und das Volk dazu zwingen, nicht von den jeweiligen bolschewistischen Regeln abzuweichen (vgl. ebd.: 135f). Es waren der Stalin-Kult und die täglich eingeübten Rituale der Realitätsverweigerung, die die neue Ordnung in die Köpfe der Untertanen verpflanzen sollten. (ebd.: 136) Der anfängliche Versuch, die Partei vor Feinden und Saboteuren zu befreien, nahm zerstörerische Ausmaße an, als die Parteiführung bemerkte, dass die lokalen Parteisekretäre die Säuberungen zu persönlichen Zwecken nutzten, um eigene Fehden positiv für sich zu beenden und die eigenen Gefolgsleute zu beschützen. Dazu muss man wissen, dass die Sowjetunion wie ein „feudaler Personenverbandsstaat“ aufgebaut war und eine jede Sowjetrepublik von Handlangern Stalins geführt wurde. Diese schleusten wiederum ihre eigenen Freunde und Verwandte in die betreffenden Schlüsselpositionen der lokalen Stadtverwaltung, Justiz oder der Geheimpolizei ein (vgl. Baberowski 2007: 160). Die wirkliche Kontrolle konnte Stalin aber nur gewinnen, wenn die lokalen Partei- und Staatsapparate selbst auf ihre eigenen Gefolgsleute keine Rücksicht mehr nahmen und selbst Freunde und Verwandte der „Sache Stalins“ opferten. Das hieß für ihn, dass er das „Gewebe der feudalen Abhängigkeitsverhältnissen“ zerstören musste, indem er die Führungselite der Provinzen und deren Handlanger physisch vernichten musste (vgl. ebd.: 165). Auch die von Stalin erlassenen Gesetze mit ungenauen Benennungen von Tätergruppen und Tatbeständen ließen viel Raum für Willkür und Missbrauch („Banditentum“, „gesellschaftswidriger, parasitärer Lebenswandel“, „fremde 51

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