Aufrufe
vor 4 Jahren

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Elemente“, „sozial

Elemente“, „sozial gefährliche Elemente“, Saboteure, Spione usw.) (vgl. Bohn 2009: 223). Er bekam dadurch jede Kontrolle und entzog sich gleichzeitig selbst jeglicher Kontrolle, denn als jeder gegen jeden kämpfte, wurde die Denunzierung zum Allheilmittel zur Rettung (der eigenen Haut). Wenn einem nicht einmal mehr ein hoher Posten Schutz bot sowie alles nur vom Schuldspruch Stalins abhing, konnte dieser sich beruhigt auf seiner Alleinherrschaft ausruhen. Seine Untergebenen, die seine Gewaltanweisungen ausführten, taten dies entweder aus Loyalität gegenüber der sowjetischen Sache, aus Ehrgeiz oder aus Angst. Baberowski zitiert hierzu: Arendt, Friedrich und andere Theoretiker des Totalitarismus sahen im Terror ein Instrument, mit dem die Herrschenden Furcht und Schrecken erzeugten, um die Gesellschaft in einen Zustand ständiger Erregung zu versetzen und potentielle Quellen zivilen Widerstands im Keim zu ersticken. Der Terror brach jeden Versuch individueller Selbstkonstituierung ab. Er hielt das totalitäre Regime in Form. (Baberowski 2007: 138) Außerdem dienten die Opfer der unzählbaren Denunzierungen ebenfalls als Sündenbock für die prekäre ökonomische Lage der Planwirtschaft. Reale Erfolge konnte die Sowjetunion kaum vorweisen, die Industrialisierung schritt nur durch die einseitige Förderung der Schwerindustrie voran, die Bauern hungerten und mit ihnen ein Großteil der städtischen Bevölkerung. Die Parteiführung brauchte eine Rechtfertigung vor dem eigenen Volk und dem Ausland sowie einen Sündenbock, um die Schuld für diese missliche Lage (viele Pannen, Pfuschereien oder die allgegenwärtige Korruption) von sich selber abzulenken. Mit der Großen Säuberung wollte man schon im Vorfeld gegen mögliche Verbrechen ankämpfen, damit diese gar nicht erst zustande kamen. Deshalb orientierte sich die Geheimpolizei an der soziologischen Zusammensetzung der Gruppe und nicht an realen Verbrechen. Das „Geständnis“ war demnach nur ein Vorwand und konnte später als Rechtfertigung für die Verhaftung dienen. Damit schaltete Stalin nicht nur (mögliche) Oppositionelle aus, sondern schuf auch eine Atmosphäre der Verdächtigungen und des Misstrauens, was ihm zu mehr Kontrolle verhalf, denn Wachsamkeit konnte nur in einem Umfeld des Verdachts wirksam sein. Er schaltete außerdem jene Generation aus, die unter dem 52

Zaren gelebt, fremde Länder besucht hatte und sich noch an das echte Gedankengut des Sozialismus erinnerte. Nur so konnte er seine Vorstellung, oder was dabei in der Realität herauskam, durchsetzen. Denn seine Anschauung der Realität sollte zur Anschauung aller werden und somit wurden am Ende die Inszenierungen für das sowjetische Volk zur Realität. Wenn der Feind selbst die höchsten Gremien besetzte, konnte man nicht mehr an ihm zweifeln. Somit war er allgegenwärtig. Ein anderes Beispiel dafür ist seine Vorgehensweise mit den Soldaten der Roten Armee, die in Kriegsgefangenschaft kamen. Für Stalin gab es keine Kapitulation oder Kriegsgefangenschaft. Für ihn galten diese als Landesverräter und Deserteure. Deshalb wurden sie auch umgehend verhaftet und verschleppt, sobald sie aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurden und zurückkehrten. Ihn trieb wohl die Angst, sie könnten unter dem Volk verbreiten, was sie ihm Ausland gesehen hatten, wie man im Ausland lebte und konsumierte, also dass es denen, die den falschen Weg des Kapitalismus eingeschlagen hatten, um einiges besser ging, als den Menschen im „kommunistischen Himmel auf Erden“. Eine weitere Erklärung für den Irrsinn ist die „Arbeitskräftetheorie“ sein, die in den Gulags entstand und sich auf den hohen Bedarf an Arbeitskräften in unwirtlichen Gegenden des Imperiums bezieht, der mit den „Verurteilten“ in den Arbeitslagern (Gulags) ausgeglichen werden sollte. Doch Carmichael schränkt ein, dass es jeder Logik entbehrt, Facharbeiter für niedrige Arbeiten einzusetzen, die keinerlei Ausbildung benötigten, vor allem, da diese dann auf ihren Spezialgebieten fehlten (vgl. Carmichael 1972: 213). Eine andere Theorie ist die „Parteikampftheorie“. Da Stalin nie die große und mehrheitliche Unterstützung in der Partei bekam, musste er diese repressiven und einschüchternden Methoden einführen, um seine Vorherrschaft sicherzustellen. Also ersetzte er die Kader durch eine disziplinierte Elite von Menschen, die keine gemeinsame Überzeugung hatten, jedoch durch die Macht zusammengehalten wurden, die er ihnen verliehen hatte sowie die Angst, die er verbreitete und die somit von ihm abhängig waren (vgl. ebd.: 214f). Funktionieren konnte der Große Terror ohnehin nur, da er so ein gewaltiges Ausmaß annahm und er die Menschen nach reiner Willkür verfolgte. Dies unterdrückte jegliche Solidarität zwischen den Menschen, verursachte einerseits großen Hass gegenüber dem Regime, andererseits schaltete es jegliche Opposition 53

Die Verschmelzung zweier gegensätzlicher Konzepte: Design und ...
Dubai und Ras Al Khaimah Zwei Emirate im Vergleich - FWU
Formen der Abhängigkeit im Vergleich
„So ist`s ja besser zu zweien als allein“(Pred 49) - Evangelische ...
VERGLEICH MENSCHEN PRAKTIKUM - Kantonsschule Sargans
Gesammelte Schriften in zwei Reihen - booksnow.scholarsportal.info
zwei flüchtige begegnungen - Ein bisschen Meia
Über die Grundlagen und zu den Fragen des Stalinismus
Zwei Methoden im Vergleich - Waldwissen.net
Selbstkritik und Identität im Stalinismus - Kirchen.ch
Herstellung und Vergleich zweier Tenside
Vergleich zweier Schwellwertalgorithmen zur Wolkendetektion in ...
Vergleich zweier Spulensysteme zur Bildoptimierung im ...
Leben mit Demenz Vergleich zweier Tagesbetreuungseinrichtungen ...
Struktureller Vergleich zweier Lehrbücher zum Programmieren in Java
Stalinismus - Kennzeichen - DIE LINKE. Berlin
was ist stalinismus - Communist International (Stalinist-Hoxhaists)
Eigennamen in Pressetexten. Ein Vergleich zweier Online ... - E-thesis
Sonnenhaus / Passivhaus Vergleich zweier Baukonzepte für ...
Vergleich der Objekterfassung mittels zweier terrestrischer ...
Sonnenhaus / Passivhaus Vergleich zweier Baukonzepte für ...
Schweiz Vergleich zweier Fitnessmärkte anhand ... - Aktiv Consult
Vergleich zweier Fütterungsstrategien in der Fresseraufzucht 89 KB
Klangkunst - Analyse und Vergleich zweier Arbeiten - LARIFON ...
Vergleich zweier optischer Techniken zur automatischen ... - Die GIL
Leninismus gegen Stalinismus - International Bolshevik Tendency
Entdeckendes Lernen versus “Standardunterricht” Vergleich zweier ...
Minnesang und Hip Hop. Ein Vergleich zweier lyrischer ... - Start