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Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Dies trifft wohl auch

Dies trifft wohl auch zu, jedoch in einer doch etwas anderen Art und Weise, als er es oben darstellt. Wie auch in allen anderen Bereichen des sowjetischen Lebens gingen die Realität und das medial oder propagandistisch verbreitete Bild der Frau stark an einander vorbei. Die tatsächliche Situation der Frau wurde immer schlimmer. Nun ging zwar ein Großteil der Frauen arbeiten, was aber eine Doppelbelastung darstellte, denn die Hausarbeit hatte sich nicht auf die Familie verteilt, wie man es noch zu Beginn der zwanziger Jahre geplant hatte. Die Frau musste nun mit der Doppelbelastung von Erwerbstätigkeit und Haushalt leben. Mit dem ersten Fünfjahresplan und der einhergehenden Kollektivierung kam es zu einem enormen Anstieg der Armut und zu Versorgungsengpässen. Dies machte es den Frauen umso schwerer, die Versorgung ihrer Familie zu garantieren, die erneut an ihr hängenblieb (vgl. Rosenbaum 1991: 23f). Durch die forcierte Industrialisierung kam es schnell zu einem Arbeitskräftemangel, den die Frauen ausfüllen sollten. Diese kamen meist aus den Städten aus Arbeiterfamilien und standen günstiger und schneller zur Verfügung, als Männer, die man erst vom Land hätte anwerben müssen. So kamen die Frauen nun auch in Industriebereiche, die vorher nur von Männern dominiert waren. Dies hieß aber nicht, dass es zu einer Aufwertung der Frauenarbeit kam, denn sie mussten vorrangig unqualifizierte oder angelernte Tätigkeiten verrichten und wurden nicht wie die Männer weitergebildet. Der Staat versuchte diesen Mangel durch eine Quotierung der Ausbildungsplätze zu ändern, was jedoch nicht gelang, da die Betriebe diese Bestimmungen nicht umsetzten und die Frauen sie auch nicht aktiv einforderten. Somit blieben ihnen die qualifizierten Arbeitsplätze, ganz zu schweigen von Führungspositionen, vorenthalten. Aber selbst wenn sie die Möglichkeiten gehabt hätten, sich fortzubilden und auf der Karriereleiter zu steigen, so hätten sie dies kaum mit der Familie und dem Haushalt vereinbaren können. Die eingerichteten Kinderkrippen entlasteten die Frauen zwar, jedoch gab es viel zu wenig Plätze, um den ganzen Bedarf zu decken (ebd.: 24f). Außer dieser Einbeziehung der Frau als Arbeitskraft blieb jedoch unter Stalin nichts von den radikalen emanzipatorischen Tendenzen aus der revolutionären Anfangszeit übrig. Sie wurden größtenteils zurückgenommen, die Familie erneut gestärkt und die Mutterrolle, wie bereits erwähnt, ideologisch aufgewertet. 1936 wurde die Familie unter den ausdrücklichen Schutz des Staates gestellt (ebd.). 72

Dieser ambivalente Zustand der Doppelbelastung der Frauen hat sich bis heute nicht geändert. Sie waren im Beruf zwar zahlenmäßig gleichberechtigt vertreten, mussten jedoch unter der Überbelastung vom Ideal der mütterlichen und weiblichen Frau stark leiden. Donald Filtzer hat dies treffend charakterisiert: Für die Bürokratie repräsentierten Frauen zwei Dinge: eine Arbeitskraftressource und den Drehpunkt der 'Sowjet'-Familie, welche das Regime als konservative Stütze seiner eigenen Autorität zu nutzen wünschte. Der Stalinismus brachte die Frauen in die Produktion, aber machte sie zu der am erbarmungslosesten ausgebeuteten Gruppe des Proletariats. (Filtzer zit. in Rosenbaum 1991: 26) Während der Industrialisierung kam es zur Herausbildung eines Typs der jungen Frau, der durch halbmilitärische Kleidung, einfacher Frisur, festem Gang, Burschikosität, sicheres Auftreten, gespanntem Gesichtsausdruck und einer ungewählten, stechenden Sprache auffiel (vgl. Scheide 2002: 138). Als Träger des sozialisitischen Wettbewerbs hatten sich die Frauen an die Männer angepasst, um ernst genommen zu werden, was durch die alten festgefahrenen Bilder wiederum Kritik bei der alten Garde der Bol'ševiki auslöste. Dies ging so weit, dass viele Komsomolzen eine Komsomolzin als Freundin oder Ehefrau ablehnten, da sie die Politik für Frauen als ungeeignet erachteten. Dies ließen sie die Frauen auch spüren, indem sie sie als "niedere Rasse" oder als Liebesobjekt mit rein biologischen Funktionen betrachteten. Als schwächstes Glied in der Gesellschaft wurde das Bild der "Krankheit Frau" wahrgenommen. Die Komsomolzin ist ohne Frage schwächer und schutzloser als der Mann. Es ist eine der vielen schwierigen Fragen unserer Gesellschaft. (ebd.: 140) Dies änderte sich jedoch in den 30er Jahren wieder. Der Autor Olenin definierte die weiblichen Eigenschaften in der Zeitschrift Obščestvennica (Nr. 1 von 1937) folgendermaßen: 73 ... Die sowjetische Frau hat einen wunderbaren Charakter – mannhaft (mužestvenno), kraftvoll (energično), frei von Vorurteilen und darüber hinaus sehr weiblich (gluboko ženstvenno). Ebenso wunderbar, schön und anziehend soll auch das Äußere dieser Frau sein. (Olenin zit. in Scheide 2002: 174)

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