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Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Damit wurde ihr Leben

Damit wurde ihr Leben von nun an noch schwieriger. Jetzt hatte sie nicht nur den ganzen Tag in der Industrie zu arbeiten, oft genauso schwer wie ihr Ehemann (im Bergbau, Straßenbau, Gütertransport), abends den Haushalt zu führen, Einkäufe zu erledigen (man bedenke die langen Schlangen vor den Läden in der Sowjetunion), die Kinder zu betreuen und zu erziehen sowie ihren Mann bei seinem Tun zu unterstützen und immer sehr gepflegt und gut dabei auszusehen. Zeit für sich hatte sie nicht und damit konnte sie weder ihre eigene Persönlichkeit frei entfalten noch eine eigene Sexualität. 4.1.1.4 Das Rollenverständnis des Mannes Laut dem Domostroj, einem Sittenkodex aus dem 16. Jahrhundert, hatte der Mann in Russland traditionell das Recht seine Frau zu schlagen. Dieser Sittenkodex galt noch bis 1917 ("Sowjetunion 1921 – 1939 [...]" 2004: 15). Aber auch nach der Oktoberrevolution änderte sich nicht viel an dem Rollenverständnis des Mannes. Seine Attribute waren die der Stärke, Aktivität und der Macht, wobei die Frau als rückständig, schwach, passiv und als Befehlsempfängerin galt. Der Mann war der große Held des Regimes. Er hatte ein kämpferischer, reiner und harter Mann zu sein. Ein junger und rebellischer Kämpfer, der sich jedoch in den 20er Jahren zu einem friedlichen Mann umwandeln musste. Von diesem Zeitpunkt ab waren die Komsomolzen das Vorbild für die männliche Bevölkerung. Diese hatten sich richtig und angemessen zu verhalten, mussten über eine umfassende schulische, politische und kulturelle Bildung verfügen und jeder Zeit fröhlich voranschreiten. Weitere Attribute waren Selbstdisziplin, was man auch auf den sexuelle Trieb bezog, Kritikfähigkeit, Intelligenz, rationales Denken und Verantwortungsbewusstsein (vgl. Scheide 2002: 131). Der Mann galt als fortschrittlich und die Frau im Gegenzug dazu als rückständig und abergläubisch, womit man die alten hierarchischen Geschlechterverhälnisse innerhalb der Arbeiterklasse untermauerte. Jedoch gab es auch ein unerwünschtes Bild von Männlichkeit, das einherging mit dem Hooliganismus (chuliganstvo), also mit "Rowdytum". Darunter fielen Verhaltensweisen wie obszöne Belästigung von Frauen auf offener Straße, Blockieren von Gehwegen, das Lösen von Schrauben an Parkbänken, Bespritzen von Passanten in Straßencafés und öffentliches Betteln, Fluchen sowie 74

Herumtreiberei (vgl. ebd.: 140). Ein anderes Merkmal eines chuligan war ein "unsittliches" Geschlechtsleben, mit vielen wechselnden Partnerinnen, das so garnicht dem Bild des disziplinierten und asketischen Komsomolzen entsprach. Um dieses Phänomen in den Griff zu bekommen, sollte der väterliche Einfluss gestärkt werden, denn er stand für die autoritäre, züchtigende und beispielgebende Erziehung (vgl. ebd.: 143). Dies erwies sich als äußerst schwierig, da die Mutter die Kinder mehr oder weniger allein erzog und der Vater sich nur ab und an um die Freizeitgestaltung kümmerte. Ein anderes unerwünschtes männliches Feindbild, war das des Kulaken, der ein Klassenfeind war und ebenfalls für unkontrollierte und zügellose Sexualität stand. Das Idealbild eines guten Ehemannes war ein Kommunist, der Verantwortung für seine Familie übernahm. Er sollte treu sein und bei Trennung Alimente bezahlen, anstatt mehrere Beziehungen zu verschiedenen Frauen zu unterhalten und den Unterhalt für seine Kinder zu verweigern. Eine asketische und disziplinierte Lebensweise war die Grundlage für eine gute Ehe und Alkoholismus galt als unschicklich für einen verheirateten Mann (vgl Scheide 2002: 158). Wie aber in allen Bereichen in der Sowjetunion gingen das propagierte Idealbild und die Realität weit auseinander. Die meisten Männer tranken, waren gewalttätig und zudem faul. 4.1.2 Sexuelle Repression 4.1.2.1 Sexualität Das Fehlen einer Kontrolle des sexuellen Lebens ist ein Phänomen der Bourgoisie. Die Revolution braucht eine Konzentration der Kräfte. Wilde Exzesse des Sexuallebens sind reaktionäre Symptome. Wir brauchen Menschen mit gesunder Sinnesart. (Lenin zit. in Stern 1980: 50) Viele Revolutionäre hatten ein Selbstbild, das durch Kontrolle und Disziplin auffiel und den einzigen Sinn der Sexualität in der Fortpflanzung sahen. Das oben erwähnte Zitat zeigt, dass auch Lenin diese puritanische Tendenz zeigte und Sex als unproduktiv ablehnte. Die Frauen blieben eher der traditionellen Linie treu. Nach einer Untersuchung 75

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